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Ostkreis Wohratals Haushalt für 2022 verabschiedet
Landkreis Ostkreis Wohratals Haushalt für 2022 verabschiedet
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14:00 10.02.2022
Dr. Gerhard Willmund (von links) erhielt einen Präsentkorb aus den Händen von Karl-Ludwig Bubenheim, dem Vorsitzenden des Gemeindeparlaments, der ihn zusammen mit Bürgermeister Heiko Dawedeit verabschiedete.
Dr. Gerhard Willmund (von links) erhielt einen Präsentkorb aus den Händen von Karl-Ludwig Bubenheim, dem Vorsitzenden des Gemeindeparlaments, der ihn zusammen mit Bürgermeister Heiko Dawedeit verabschiedete. Quelle: Michael Rinde
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Wohratal

Der Beschluss war gut und intensiv vorbereitet und fiel am Ende nach gut einer Viertelstunde Beratung im Gemeindeparlament. Wohratals Haushaltsplan für das laufende Jahr ist am Dienstagabend einstimmig verabschiedet worden. Wie die OP berichtete, gibt es im laufenden Geschäft ein leichtes Defizit im Haushaltsplan von rund 85 000 Euro. Hauptursache sind die steigenden Kosten der Kinderbetreuung.

Erstmals übernahm es Harald Homberger (Offene Liste Wohratal) als neuer Vorsitzender des Haupt- und Finanzausschusses, die dortigen Beratungen zusammenzufassen. Homberger hat die Nachfolge von Dr. Gerhard Willmund angetreten (CDU). In zwei abendfüllenden Sitzungen hatten sich die ehrenamtlichen Gemeindevertreter mit dem Zahlenwerk auseinandergesetzt und die Details durchgearbeitet.

Nachholbedarf bei Sanierungen

Hombergers Fazit: „Unser Haushalt ist solide und nach vorne gerichtet.“ Er hob die deutliche Reduzierung der Pro-Kopf-Verschuldung der Wohrataler Bürger in den vergangenen zehn Jahren hervor, die aktuell bei 2005 Euro pro Einwohner liege. Und er hob heraus, dass die Gemeinde erneut ihr Defizit aus finanziellen Rücklagen ausgleichen könne und kein Haushaltssicherungskonzept brauchen werde. Die Infrastruktur werde gepflegt, Wohratal könne investieren, etwa in die teilweise Pflasterung der Flächen am Bauhof, in ein Behinderten-WC an der Dorfscheune Langendorf oder in das für den Brandschutz nötige Löschfahrzeug für die Halsdorfer Feuerwehr, ein Fahrzeug vom Typ LF 10/6. Letzteres wird die größte Ausgabe der Gemeinde in diesem Jahr werden.

Nur Ingo Neurath (SPD), Fraktionsvorsitzender der SPD, ergriff in der eigentlichen Aussprache das Wort. Er sehe den Haushalt nicht ganz so optimistisch wie Homberger. „Es bleibt nun mal Spitz auf Kopf“, so seine Einschätzung. Nur die Pflichtaufgaben seien eben möglich.

Bei den Ausgaben werde es sehr schwierig werden, noch Einsparmöglichkeiten zu finden. Also könne es nur um Einnahmeverbesserungen gehen, etwa über Gewerbeansiedlungen und die Ausweisung von Bauplätzen für Neubürger. „Spannend wird es in den nächsten Jahren, wenn es um Straßensanierungen in der Gemeinde geht“, prophezeite er.

Damit war die Aussprache auch bereits abgeschlossen, es folgte die einstimmige Verabschiedung.

Außerdem informierte sich das Gemeindeparlament über das vom Büro KEEA erarbeitete Klimakonzept. Wohratal will mit den Städten Neustadt, Rauschenberg, Amöneburg und Kirchhain künftig gemeinschaftlich zwei Klimamanager beschäftigen. Um an die Fördergelder dafür zu gelangen, brauchten die fünf Kommunen ein Klimaschutzkonzept einschließlich einer Klimabilanz. Armin Raab vom Büro KEEA stellte wie in den anderen teilnehmenden Kommunen auch wesentliche Ergebnisse vor.

Dank an Gerhard Willmund

Für Wohratal hat das Büro vor allem Nachholbedarf bei der Gebäudesanierung erkannt, insbesondere auch bei den privaten Immobilien. Auch in Sachen Öffentlichkeitsarbeit gibt es in Wohratal aus Sicht der Fachleute noch Nachholbedarf. Die jetzt vorliegende Expertise wird es Wohratal im Übrigen auch ermöglichen, Kommune für den Klimaschutz zu werden, was weitere Fördergelder für konkrete Projekte leichter erreichbar machen soll.

Bürgermeister Heiko Dawedeit kündigte an, dies zeitnah zum Thema zu machen und im Gemeindeparlament darüber zu beraten.

Für kurze Diskussion sorgte die Tatsache, dass nunmehr zwei Klimamanager beschäftigt werden sollen, zunächst war nur eine gemeinschaftliche Stelle vorgesehen. Dawedeit und Raab verwiesen auf die umfassenden Aufgaben für das künftige Duo. Von einer Person allein sei dies nicht zu erfüllen. Deshalb hätten sich die Bürgermeister auf zwei Stellen verständigt, so Raab. Wohratal zahlt einen Anteil an den Personal- und Sachkosten, die Stellen könnten im Mai ausgeschrieben werden.

Die Sitzung des Gemeindeparlaments hatte ungewöhnlich begonnen. Gemeinsam verabschiedeten sie Dr. Gerhard Willmund, den jahrzehntelangen Vorsitzenden der CDU-Fraktion und Ausschussvorsitzenden, der sein Mandat aus privaten Gründen niedergelegt hatte. Karl-Ludwig Bubenheim als Parlamentsvorsitzender und Bürgermeister Dawedeit würdigten noch einmal dessen Einsatz für die Gemeinde. Er erhielt einen Präsentkorb, eine Urkunde und ein Fotobuch mit Erinnerungen an seine aktive Zeit als Kommunalpolitiker.

Von Michael Rinde