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16:00 27.12.2021
Jetzt gibt’s Spendenschecks – darüber freuen sich Gina und Jens Ratz (Zweiter von rechts) ganz besonders.
Jetzt gibt’s Spendenschecks – darüber freuen sich Gina und Jens Ratz (Zweiter von rechts) ganz besonders. Quelle: Florian Lerchbacher
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Wohratal / Marburg

„Eine Riesenüberraschung“ hatte Jens Ratz, der Vorsitzende des Stammtischs „Komm, mach mit – tratsch Dich fit“, für den Vorabend des Heiligen Abends und die feierliche Übergabe von drei Spendenschecks angekündigt. Letztendlich hielten er und seine Stammtischbrüder und -schwestern aber gleich zwei Überraschungen im Marburger Eispalast parat: Zum einen war Schlagersängerin Gina, eines der „Zugpferde“ des Festivals gegen Krebs und inoffizielle Ehrenbürgerin Wohratals, höchstpersönlich zur Veranstaltung angereist und tauchte, während sie noch mit virtuellen Grüßen über eine Leinwand flimmerte, auf einmal live und in Farbe auf der Eisfläche auf.

Zum anderen kündigten sie und die Organisatoren des beliebten Festivals an, dass es vom 29. September bis 2. Oktober 2022 tatsächlich eine fünfte Veranstaltung geben wird – allerdings nicht mehr im Wohratal, sondern in Marburg und mit Unterstützung der Schaustellerfamilie Ahlendorf (die OP berichtete exklusiv).

Neuauflage immer im Blick

Schon mehrfach hatten Ratz und seine Mitstreiter laut darüber nachgedacht, keine weiteren Festivals gegen Krebs auszurichten: Vor einigen Jahren hatten sie die Veranstaltung, nachdem sie Gina zufällig kennengelernt hatten, aus der Taufe gehoben. Schon bei der zweiten Auflage gesellten sich „Die jungen Zillertaler“ und im Laufe der Zeit immer weitere Schlagerstars dazu, die den guten Zweck unterstützen und mit auf der Bühne stehen wollten.

Will heißen: Das Festival wuchs und wuchs und wurde, wie Ratz offen zugibt, immer aufwendiger und für die Ehrenamtler eigentlich kaum noch alleine zu bewerkstelligen. Die ersten vier Auflagen im kleinen Wohra spielten insgesamt 105 000 Euro an Spenden für die Kinderkrebshilfe ein – allein in diesem Jahr kamen bei der Veranstaltung, die unter strengen Corona-Auflagen und 2G stattfand, 37 500 Euro zusammen.

Den Großteil hatten die Stammtisch-Mitglieder bereits dem Verein Leben mit Krebs Marburg, der Elterninitiative leukämie- und tumorkranker Kinder Marburg und der Elterninitiative Kinderdialyse Marburg übergeben.

Doch kurz vor Weihnachten stand eben noch ein „Restspendenbetrag“, wie Ratz es ausdrückt, in Höhe von 7 500 Euro aus. Und die wollten die Wohrataler noch öffentlichkeitswirksam übergeben – so hatten sie zumindest in ihrer Einladung erklärt.

Doch es war eben viel mehr als „nur“ eine Spendenübergabe. Zunächst spielten die Skyliners im Eispalast noch Weihnachtslieder. Dann griff Ratz zum Mikro und erklärte unter dem Jubel der Zuschauenden, Kontakt zur Familie Ahlendorf gehabt zu haben. Und dabei habe Toni Ahlendorf erklärt, dass eine tolle Veranstaltung wie das Festival gegen Krebs keinesfalls „sterben“ dürfe und er, seine Familie und die Mitarbeitenden bereitstünden, gemeinsam mit dem Stammtisch eine fünfte Auflage auszurichten.

Spies gibt am Hochzeitstag sein Jawort

Einen Schirmherrn hielten die beiden auch schon bereit – selbst wenn sie so taten, als würden sie Dr. Thomas Spies erst noch fragen müssen. Und weil Marburgs Oberbürgermeister am 23. Dezember eigentlich seinen Hochzeitstag beging, ließ Ratz es sich nicht nehmen, ihm quasi einen Antrag zu machen. Wenn er Schirmherr sein wolle, möge er mit „Ja, ich will“ antworten – was dieser dann auch tat. Spies betonte, dass das Festival für den guten Zweck eine tolle Initiative sei und bestimmt noch toller werde, wenn es in Marburg stattfinde.

Dann wurden extra aufgenommene Grußworte von Patrick Heidenreich, Schlagerikone Gaby Baginsky und den „Jungen Zillertalern“ eingespielt, ehe Gina zu den Gästen sprach – erst virtuell, dann in Realität – und anschließend die verbliebenen drei Schecks überreichte.

Im Gespräch mit dieser Zeitung kündigte sie an, bei der fünften Auflage mehr als nur Sängerin zu sein: „Ich komme nicht als Künstlerin oder als Gast aus Österreich, sondern als Wohratalerin und als Botschafterin.“ Der Stammtisch hat sie natürlich schon als Mitglied aufgenommen: „Ohne Gina hätten wir kein weiteres Festival ausgerichtet“, betont Ratz und ergänzt: „Wenn sie irgendwann sagt: Das war’s – dann war es das wirklich mit unserem Festival.“

Doch eine Auflage gibt es ja mindestens noch. Geplant sei ein ähnliches Programm, wie es dieses Jahr vorgesehen war, sagt Ratz. Das bedeutet, dass es freitags eine „Riesengaudi im Bierkönig-Ballermann-Stil“ mit DJ Düse und anderen DJs gibt, samstags ein Konzert mit Gina und den „Jungen Zillertalern“ stattfindet und sonntags dann ein Frühschoppen mit Gina, den Zillertalern, den Skyliners, Patrick Heidenreich und Gaby Baginsky ansteht – doch die genauen Pläne müssen ebenso noch geschmiedet wie ein Veranstaltungsort festgelegt werden.

Von Florian Lerchbacher

26.12.2021
25.12.2021