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Ostkreis Ortsbeirat will Dorfleben wieder ankurbeln
Landkreis Ostkreis Ortsbeirat will Dorfleben wieder ankurbeln
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17:58 10.09.2021
Die „Milchbank“ an der Hofreite erfreut sich als Treffpunkt bereits großer Beliebtheit.
Die „Milchbank“ an der Hofreite erfreut sich als Treffpunkt bereits großer Beliebtheit. Quelle: Privatfoto
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Wohra

„Wir wollen das Dorfleben wieder ankurbeln“, sagt Hannelore Keding-Groll, Ortsvorsteherin von Wohra. Entsprechend hat der Ortsbeirat verschiedene Initiativen ergriffen, allem voran eine sogenannte „Milchbank“ auf dem Gelände der Hofreite aufgestellt und damit eine alte Tradition wieder aufleben lassen, die vor rund 30 Jahren aus dem Ort verschwunden war. Einst hatte es in den Dörfern „Milchbänke“ gegeben, an denen sich morgens die Landwirte trafen, um dort die vollen Milchkannen abzustellen, die daraufhin vom Milchwagen abgeholt wurden.

„Dabei wurden schon früh morgens die ersten Neuigkeiten ausgetauscht“, berichtet Stephanie Kauffeld-Palm, Schriftführerin des Ortsbeirats, und ergänzt: „Nachdem die leeren Milchkannen wieder von der Molkerei zurückgebracht wurden, holten die Frauen der Bauern sie an der Milchbank ab.“ Und erneut sei es zum Austausch gekommen. Außerdem seien die Bänke eine beliebte Stelle gewesen, an der sich so manches Paar erstmals traf, ergänzt Keding-Groll.

Milchbank Ort der Kommunikation

Die „Milchbank“ war also ein Ort der Kommunikation – und genau so eine Stelle, an der sich die Menschen treffen und unterhalten können, wollte der Ortsbeirat wieder schaffen. Und so besorgten sich die Wohraer zum Bau einen Eichenstamm, der dann auf dem mobilen Sägewerk von „Hermes Schorsch“ (George Schmidt) mit Unterstützung von Heinrich Wege bearbeitet wurde. Martin Dehmel schnitt es dann in der Werkstatt auf Maß. Aus den Hölzern bauten Wilhelm Groll und Manfred Limper anschließend die Bank, die nun an der Hofreite zum Plauschen einlädt.

Die "Milchbank" an der Hofreite erfreut sich als Treffpunkt bereits großer Beliebtheit. Quelle: Privatfoto

Doch damit nicht genug: Der Ortsbeirat hat in diesem Jahr auch schon eine Wanderung ausgerichtet und zweimal einen Eiswagen ins Dorf geholt, der eine große Anziehung ausstrahlte und zum Treffpunkt wurde. Das soziale Leben sei durch die Pandemie von 100 auf 0 gefahren worden, sagt die Ortsvorsteherin: „Das wieder umzukehren, ist jedoch nicht so einfach.“ Entsprechend seien viele kleine Schritte nötig.

Ein Flohmarkt

Den nächsten soll die Dorfgemeinschaft am Samstag, 11. September, gehen: Dann lädt der Ortsbeirat unter dem Motto „Nachhaltigkeit ist in, darum packt Wohra aus“ zu einem Flohmarkt ein. „Gebrauchte Sachen müssen ja nicht auf dem Speicher oder in der Mülltonne verschwinden“, betont Keding-Groll – und so manches, was an der einen Stelle nicht mehr gebraucht werde, sorge an anderer Stelle schließlich vielleicht wieder für Freude.

Aufbau rund um die Hofreite ist ab 14 Uhr, der Flohmarkt an sich findet von 15 bis 18 Uhr statt. Gegen 16.30 Uhr sorgt der Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Gemünden für Untermalung. Ein Foodtruck wird zu Gast sein. Zudem gibt es Kaffee, Waffeln und Kuchen – jeder, der einen Stand aufbaut, muss nämlich eine Standgebühr entrichten und einen Kuchen backen.

Erlös geht an die Opfer der Hochwasserkatastrophe

„Mit dem Erlös der Veranstaltung wollen wir die Spendenaktion des Landkreises für Hochwasseropfer unterstützen“, stellt Keding-Groll heraus. Das gilt auch für das Abendprogramm, denn direkt an den Flohmarkt schließt sich die Aktion „Wein und Bier bei Musik“ an. Steffen Hoffmann und Marcus Klein werden Coversongs spielen. Dazu gibt es Getränke – aus der Flasche, da bei der Veranstaltung natürlich die Corona-Auflagen eingehalten werden, so die Ortsvorsteherin. Und der Foodtruck mit Burgern und mehr wird auch noch an der Hofreite stehen.

Weil dies im Freien einfacher sei, finden die Programmpunkte an der frischen Luft rund um die Hofreite statt, ergänzt sie, hofft auf gutes Wetter und darauf, dass die Menschen aus Wohra und der Umgebung die Angebote annehmen: „Sie wollen wieder etwas unternehmen, trauen sich nach dem Lockdown aber noch nicht“, sagt die Ortsvorsteherin und appelliert, Angst und Skepsis zu überwinden und zu den Veranstaltungen zu kommen – aber dennoch weiterhin Vorsicht walten zu lassen.

Von Florian Lerchbacher

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