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Ostkreis Kinder erlaufen 7000 Euro für die Ukraine-Hilfe
Landkreis Ostkreis Kinder erlaufen 7000 Euro für die Ukraine-Hilfe
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13:00 07.04.2022
Die Schülerinnen und Schüler sowie einige Kindergartenkinder trotzten während ihres Spendenlaufs im Schneegestöber Wind und Wetter. Insgesamt wurden 481 Runden zurückgelegt.
Die Schülerinnen und Schüler sowie einige Kindergartenkinder trotzten während ihres Spendenlaufs im Schneegestöber Wind und Wetter. Insgesamt wurden 481 Runden zurückgelegt. Quelle: Florian Lerchbacher
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Wohra

Ein bisschen Pech hatte die Grundschule Wohra, als sie mit Unterstützung des Fördervereins „Kinder und Jugend“ ihren Spendenlauf zugunsten der Ukraine-Hilfe ausrichten wollte: Die Temperaturen stürzten und es schneite noch einmal kräftig. Doch die Kinder wollten unbedingt für den guten Zweck laufen und ließen Anette Zinser daher wissen: „Wir sind doch nicht aus Zucker.“ Diese Worte zitierte die Schulleiterin zum Start des Laufes, dann machten sich die Schülerinnen und Schüler unter dem Jubel zahlreicher, mit Ukraine-Fahnen ausgestatteter Zuschauerinnen und Zuschauer auf die rund 450 Meter lange Strecke. Insgesamt waren aber sogar 50 Kinder unterwegs, denn mit dabei waren auch noch acht Kindergartenkinder, die – als die Aktion bekannt wurde – sofort den Wunsch geäußert hatten, mitlaufen zu wollen. Und stellvertretend für das Kollegium nahm auch Musiklehrer Jannis Holzhausen am Spendenlauf teil.

Insgesamt legten die Teilnehmenden 481 Runden zurück. Einzelne Kinder liefen bis zu 18 Runden, berichtet Zinser. Sehr viele hätten mehr als zehn Runden geschafft und bis zum Ende des auf 45 Minuten angesetzten Laufs durchgehalten. Pro Runde spendeten die jeweiligen Sponsoren – Bekannte, Verwandte, aber auch Unternehmen und Geschäfte – zwischen einem und 70 Euro.

Am Ende kamen rund 7.000 Euro zusammen, die über den Kreisverband des DRK Marburg-Gießen in die Nothilfe für die Ukraine fließen: „Eine sehr beachtliche Summe für unsere kleine Schule“, freut sich die Schulleiterin und betont voller Stolz: „Es war sehr beeindruckend und oft erstaunlich zu sehen, wie ausdauernd und willensstark die Kinder sich zeigten.“

Doch nicht nur die Schülerinnen und Schüler ernten Lob, sondern auch die Eltern, die sich trotz des Schneeregens als Streckenposten, beim Getränkeausschank, in der Organisation oder als unterstützende Zuschauer einbrachten, die sämtliche Laufenden ausdauernd anfeuerten.

Die Idee für den Spendenlauf war aus dem Schulalltag heraus entstanden. Zwar sei der Krieg im Unterricht kaum ein Thema, wohl aber in den Morgenkreisen der vier Klassen. „Wir versuchen, im Gespräch mit den Schülerinnen und Schülern Dinge zu klären und zu relativieren. Einige haben Ängste, aber wir wollen ihnen vermitteln, dass der Krieg nicht bei uns stattfindet – aber dass eben andere Kinder betroffen sind, für die man etwas tun kann“, sagt Zinser und betont: „Es ist immer schlecht, mit Kindern in der Hilflosigkeit zu verharren.“ So sei der Gedanke gekommen, sich speziell für die Jungen und Mädchen einzusetzen, die vom Krieg in der Ukraine betroffen sind. Über einen Spendenlauf finanzielle Unterstützung für die Betroffenen zu sammeln, sei entsprechend sowohl bei den Kindern als auch bei den Kolleginnen und Kollegen sofort auf fruchtbaren Boden gestoßen.

Von Florian Lerchbacher