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Ostkreis Wo es Kraftstoff und Ahle Woscht gibt
Landkreis Ostkreis Wo es Kraftstoff und Ahle Woscht gibt
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07:58 16.03.2021
Katja Imhof, die „kleine Königin“ der neuen Tankstelle, bekam großes Lob für ihren Einsatz – unter anderem von Hans-Jürgen Pietsch (links neben ihr) und Mirco Otto (Vierter von links).
Katja Imhof, die „kleine Königin“ der neuen Tankstelle, bekam großes Lob für ihren Einsatz – unter anderem von Hans-Jürgen Pietsch (links neben ihr) und Mirco Otto (Vierter von links). Quelle: Foto: Florian Lerchbacher
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Kirchhain

Die ungewöhnliche Kombination aus Tankstelle und Metzgerei im Kirchhainer Gewerbegebiet Ost hat für Kunden geöffnet. „Was besonders ist, fällt auf“, ist sich auch Mirco Otto bewusst. Entsprechend hob auch der für das Immobilien-Management verantwortliche Prokurist der VR-Bank HessenLand die „gewisse Einzigartigkeit“ des Konzeptes während der Einweihungszeremonie noch einmal hervor. Die Genossenschaftsbank fungierte bei dem Projekt als Investor, betreiben wird die Tankstelle die Raiffeisen Waren GmbH & Co. KG – bei der die VR-Bank Gesellschafter ist.

Im Jahr 2017 habe er sich erstmals mit der Idee befasst, auch in Kirchhain eine Tankstelle zu bauen – angelehnt an ein erfolgreiches Projekt in Alsfeld, erinnerte sich Otto, während Hans-Jürgen Pietsch über das Entstehen der ungewöhnlichen Kombination berichtete.

Viele Jahre hatte er in der Mühltorpassage im gleichen Haus mit einer Bäckerei eine Metzgerei betrieben. Als die Bäckerei den Standort aufgab, habe auch er Kirchhain verlassen müssen – aber immer das Ziel gehabt, seine Waren wieder in der Ohmstadt anzubieten. Die Suche nach einer geeigneten Immobilie in der Innenstadt sei jedoch erfolglos gewesen. Entsprechend war er der Stadt auch dankbar, dass er einen Verkaufswagen an der Stadtmauer aufstellen durfte.

Ein zufälliges Zusammentreffen mit Helmut Euler habe ihn dann zum neuen Standort gebracht: Er habe den Vorstandsvorsitzenden der VR-Bank in der Alsfelder Innenstadt getroffen und sei angesprochen worden, ob er sich eine Metzgerei in einer Tankstelle vorstellen könne. „Die Idee fand ich ungewöhnlich und etwas verrückt – aber auch interessant.“ Und es dauerte nicht lange, bis er sich bereiterklärte, an dem Projekt mitzuwirken: „Ich bin sehr froh, wieder in Kirchhain sein zu dürfen.“

Doch das ist noch lange nicht alles, was an Kooperationen vonstatten ging: Die Bank habe auch eng mit der ebenfalls im Gewerbegebiet angesiedelten Firma Geißler zusammengearbeitet, stellte Otto heraus. Das Kirchhainer Bauunternehmen habe seine alte Tankstelle aufgegeben und werde das Angebot des Nachbarn nutzen, der auf modernste Technik setzt. Entsprechend seien beispielsweise die Tanks im Boden so ausgelegt, dass auch die Baumaschinen problemlos mit ausreichend Kraftstoff versorgt werden können. Und die Waschanlage ist ebenfalls so eingerichtet worden, dass auch die Geißler-Busse hindurchpassen. Außerdem liegen unter einigen Parkplätzen noch entsprechende Leitungen und Anschlussmöglichkeiten, falls eines Tages auch die Versorgung von Elektrofahrzeugen ermöglicht werden soll.

Rund drei Millionen Euro kostete die Umsetzung des Projektes – das eigentlich ein Zwei-Millionen-Euro-Projekt gewesen wäre, wie Architekt Andreas Bock erklärte. Allerdings liegt die neue Tankstelle in einem Wasserschutzgebiet, wodurch zusätzliche Investitionen (verbunden mit zusätzlicher Planungszeit) in die Sicherheit notwendig waren. Otto spricht von einer „dreifachen Absicherung“, die im Boden eingebracht sei – die Menschen müssten also keine Verunreinigung des Grundwassers fürchten.

Kirchhains Bürgermeister Olaf Hausmann freute sich über die gute Entwicklung des Gewerbegebietes und betonte, die Bürger hätten sich gewünscht, dass es wieder Pietsch-Wurst in der Stadt gibt.

Großes Lob erhielt neben dem Metzger aber auch Katja Imhof, die Chefin der Tankstelle, die sich herausragend in die Planungen und Vorbereitungen eingebracht habe, wie Otto und Pietsch betonten. Letzterer bezeichnete sie zunächst als „Prinzessin“ der Tankstelle und später sogar als „kleine Königin“: „Sie hat das Kommando, wir folgen.“

Von Florian Lerchbacher

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