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Ostkreis A 49: Der Baustopp bleibt
Landkreis Ostkreis A 49: Der Baustopp bleibt
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18:41 20.06.2022
Die Bauarbeiten an der A49 laufen auf Hochtouren, wie hier am Ohmtaldreieck. Auf dem Bild ist ein Element des „Overflys“ zu sehen, über den die A49 auf die A5 trifft.
Die Bauarbeiten an der A49 laufen auf Hochtouren, wie hier am Ohmtaldreieck. Auf dem Bild ist ein Element des „Overflys“ zu sehen, über den die A49 auf die A5 trifft. Quelle: Nadine Weigel
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Stadtallendorf

Der Baustopp für die A49 auf einer eng begrenzten Fläche im Stadtallendorfer Wasag-Gelände gilt weiter. Verhängt hatte ihn das Regierungspräsidium (RP) Gießen nach dem Fund des Stoffes Hexyl. Die betroffenen Erdhaufen stünden nach wie vor zur Entsorgung bereit, die derzeit vorbereitet werde, hieß es dazu auf Anfrage der OP. Doch wie geht es jetzt weiter? Aktuell prüfe das RP ein Konzept für weitere Untersuchungen, erklärt Behördensprecher Oliver Keßler. Details dazu nannte die Behörde allerdings noch nicht.

Im Zentrum aller Sorgen rund um Altlastenfund und Autobahnbau steht die Frage um Gefahren um Grundwasser und Trinkwasserversorgung. Die OP bat die Geschäftsführung des Zweckverbandes Mittelhessische Wasserwerke kürzlich um eine Einschätzung zu den im Mai gemachten Funden. Dort ist man momentan noch entspannt und sieht aufgrund langjähriger Erfahrung mit Altlasten derzeit kein erhöhtes Risiko. Aber: Gleichwohl sei es erforderlich den Altlastenfunden nachzugehen und zusätzliche Risiken durch den Rückbau von gegebenenfalls kontaminiertem Material zu vermeiden, erklärt die ZMW-Geschäftsführung.

Abgedeckte Erdhügel auf der Trasse der A49 im Herrenwald bei Stadtallendorf. Nach dem Fund von Sprengstoffspuren im Boden sind die Bauarbeiten zur umstrittenen A49 in Mittelhessen stellenweise gestoppt worden. Quelle: Nadine Weigel

Ob das Regierungspräsidium weitere Sanierungen verfügt, ist ebenfalls noch unklar. Dort, wo der Baustopp aktuell gelte, also in der betreffenden Baugrube, sei weiterer Erdaushub für den Autobahnbau nötig. Der werde von Proben begleitet, der Boden wird je nach Ergebnis dann entsorgt. Sollten sich auch in größerer Tiefe noch Belastungen finden, sollen sie mit entfernt werden. Der eigentliche Ursprung des Hexyls lag nach den früheren Aussagen aus Gießen unter der Artilleriestraße, der Privatstraße des Bundes, die in Teilen nun für die A49 verlegt werden muss.

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Das RP hatte direkt nach den Funden und den positiv ausgefallenen Untersuchungen gemutmaßt, dass beim Straßenbau in den 1950er-Jahren dort Material aus der Wasag zum Auffüllen verwendet wurde. Bei der Sanierung der Rüstungsaltlasten rund um die Trasse hatte es jedenfalls keine Beprobungen im Fahrbahnuntergrund gegeben, weil man dort keine Verdachtsfläche sah. Doch was ist mit dem Rest der mehrere Kilometer langen Artilleriestraße? Dort wird es wohl keine Proben und Untersuchungen geben. Denn die vorgefundenen „Gesamtgehalte“ an Hexyl lägen weit unter dem Grenzwert. Erst bei Erdarbeiten wäre ein Entsorgungsbedarf zu klären, so die Antwort aus Gießen.

Von Michael Rinde