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Ostkreis Wehrmachtsbombe geht in die Luft
Landkreis Ostkreis Wehrmachtsbombe geht in die Luft
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17:51 05.04.2022
Das ist die panzerbrechende Wehrmachtsbombe, die auf dem Standortübungsplatz gefunden und gesprengt wurde.
Das ist die panzerbrechende Wehrmachtsbombe, die auf dem Standortübungsplatz gefunden und gesprengt wurde. Quelle: RP Darmstadt
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Kirtorf

Dank der Dämmung mit großen Wassersäcken war die Sprengung der Weltkriegsbombe auf dem Standortübungsplatz am Montagabend (4. April) nicht so weit zu hören, wie zunächst erwartet wurde. Immerhin handelte es sich um eine Wehrmachtsbombe vom Typ PC 1400, eine panzersprengende Bombe. Dieser Bombentyp war unter anderem zur Bekämpfung von Schiffen eingesetzt. Jene gefundene Bombe enthielt noch eine „hohe Menge Sprengstoff“, wie Guido Martin, Sprecher des Regierungspräsidiums Darmstadt erläuterte. Dem Regierungspräsidium ist der hessische Kampfmittelräumdienst zugeordnet, der derartige Blindgänger entschärft und entsorgt.

Wie sich bei der Untersuchung der Bombe herausstellte, war die Bombe nicht zu entschärfen. Die Bombe befand sich rund zweieinhalb Meter tief im Boden. Konsequenz aus der Situation war die kurzfristige Sprengung vor Ort. Das Gelände wurde in einem Umkreis von 1300 Metern abgesperrt. Ein Polizeihubschrauber kontrollierte, ob sich noch Personen im Gefahrenbereich befanden.

Die Bombe selbst wurde mit Wassersäcken abgedeckt, die ein Volumen von jeweils 25 000 Litern hatten. Das dämpfte die Explosion. „Es war nur ein dumpfes Grollen zu hören“, so berichtet ein Polizeibeamter.

Suche nach Altlasten auf Bundeswehrgelände

Dass diese gefährliche Altlast entdeckt wurde, ist der laufenden Suche nach Kampfmitteln auf Bundeswehrflächen zu verdanken, heißt es von der Bundeswehr gegenüber der OP.

Wie diese Zeitung berichtete, gibt es ein millionenschweres Sanierungskonzept für die Bundeswehrflächen in Stadtallendorf wie auch auf dem Standortübungsplatz Kirtorf. Voraussetzung für jede Sanierung ist dabei die Erkundung. Am Ende steht die von der Division Schnelle Kräfte als „Hausherr“ ausdrücklich herbeigewünschte komplette Nutzbarkeit des Übungsplatzes wie des Wasag-Geländes. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs wurden dort Hinterlassenschaften aus Zeiten der Sprengstoffproduktion entsorgt, zu weiten Teilen wurde die Munition gesprengt. Aber eben nicht immer vollständig und fachgerecht, wie der aktuelle Fund belegt.

Hinweis auf Betretungsverbot

Auch aus Sicht der Bundeswehr verlief die Sprengung problemlos.

Die Bundeswehr weist nach der Sprengung der Wehrmachtsbombe noch einmal eindringlich auf das nach wie vor bestehende Betretungsverbot für das Gelände des Standortübungsplatzes hin, da dort weiterhin auch jenseits der Wege mit Munition in der Erde gerechnet werden muss.

Von Michael Rinde

05.04.2022
05.04.2022
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