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Ostkreis Wegkreuz soll ans Radwegkreuz wechseln
Landkreis Ostkreis Wegkreuz soll ans Radwegkreuz wechseln
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19:58 11.03.2021
Nach über 100 Jahren an seinem Platz muss das Wegkreuz im Zuge des Autobahn-Weiterbaus einem Regenrückhaltebecken weichen.
Nach über 100 Jahren an seinem Platz muss das Wegkreuz im Zuge des Autobahn-Weiterbaus einem Regenrückhaltebecken weichen. Quelle: Florian Lerchbacher
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Niederklein

Es ist zwar kein verbaler Blankoscheck, den Norman Göhring von der Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH (Deges) dem für Niederklein zuständigen Pfarrer Diethelm Vogel überreichte, aber er machte ihm einige Zusagen rund um die umstrittene Versetzung des zwischen der Kernstadt und dem Stadtteil gelegenen Wegkreuzes.

Es steht bisher dort, wo im Zuge des Weiterbaus der Autobahn 49 ein Regenrückhaltebecken entstehen soll. Ursprünglich hatte eine Vertreterin der Deges auf Nachfrage von Ortsvorsteher Hartmuth Koch zugesagt, dass das seit mehr als 100 Jahren an Ort und Stelle stehende Kreuz dem Bauprojekt nicht weichen muss – inzwischen sieht das jedoch anders aus, was insbesondere in Niederklein für einigen Unmut sorgte (die OP berichtete mehrfach ausführlich).

Somogyi: Standort, der dauerhaft ist

„Wir haben uns Gedanken gemacht, wie wir das Kreuz so umstellen können, dass es einen dauerhaften Standort bekommt, den alle akzeptieren können“, berichtet der aus Niederklein kommende Bürgermeister Christian Somogyi, der beim Thema eine Art Vermittlerrolle eingenommen hatte und einen Vor-Ort-Termin „mit allen Beteiligten außer der katholischen Kirche“ organisierte.

Drei Flächen seien dabei unter die Lupe genommen worden. Die Wahl fiel letztlich auf ein rund 400 Meter vom jetzigen Standort entferntes, aber näher an Niederklein gelegenes Grundstück, das Eigentum der Kirchengemeinde ist. Dort treffen zwei Fahrradwege aufeinander. Vorgesehen ist, die Stelle ein wenig auszugestalten: mit einigen Bäumen und Sträuchern und wahrscheinlich auch zwei Bänken. Ziel sei, eine gemütliche Atmosphäre zu schaffen, die zum Verweilen einlädt, erläutert Somogyi. Der Platz liege jedoch in der Wasserschutzzone, insofern müsse noch im Detail abgestimmt werden, wie sich die Fläche genau modellieren lasse.

Göhring: Kooperation steht im Vordergrund

Die Deges sei ja nun Vorhabenträger beim Weiterbau der A 49, insofern sei das Bauprojekt Ursache für die Versetzung des Wegkreuzes, räumt Göhring ein und ergänzt: „Insofern sagen wir ganz klar, dass wir für die Kosten, die im Zusammenhang mit dem Umsetzen entstehen, sowie für die Kosten für Herstellung und Gestaltung des neuen Platzes aufkommen.“ Diesbezüglich scheint die Deges bereit, diese von Pfarrer Vogel gegenüber der OP geäußerten Forderungen zu erfüllen. In Sachen Sanierung des Wegkreuzes hielt sich der Deges-Vertreter indes etwas zurück.

Dazu sagte Göhring, dass er das Kreuz zwar schon einige Mal gesehen und sich damit intensiv auseinandergesetzt habe: „Den Zustand kann ich aber nicht einschätzen.“ Ein Fachmann werde sich ums Versetzen kümmern, sich in diesem Zuge die Substanz anschauen und dann „die weiteren Maßnahmen festlegen“. Die Denkmalbehörde sei auch beim Ortstermin dabei gewesen und habe den Plänen zugestimmt. Auf Nachfrage dieser Zeitung rund um die Kosten für eine wahrscheinlich notwendige Sanierung ergänzte er: „Die Kooperation steht im Vordergrund. Wir werden eine Lösung finden.“

Pfarrer Vogel befürwortet neuen Standort

Den neuen Standort findet Pfarrer Vogel gut. Der alte habe aufgrund des Fällens der das Kreuz umgebenden Bäume bereits seine Atmosphäre verloren – aber der neue sei gut zugänglich und noch dazu näher am Ort gelegen. Das seien positive Aspekte.

Danach nahm er das Angebot Somogyis, dass dieser mit einem Mitarbeiter die Pläne während einer Verwaltungsratssitzung von Heilig Geist aus erster Hand vorstellen könne, dankend an. Zunächst müsse schließlich das Gremium seine Zustimmung geben – und dann auch noch die Diözese. „Wir haben eine Basis“, lautete das Fazit des Pfarrers.

Von Florian Lerchbacher