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Ostkreis Arbeiten am Herrenwaldstadion trudeln aus
Landkreis Ostkreis Arbeiten am Herrenwaldstadion trudeln aus
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14:57 22.04.2020
Bis Mitte der Woche werden nur noch kleinere Arbeiten erledigt, dann stehen die Maschinen am Herrenwaldstadion erstmal still. Quelle: Florian Lerchbacher
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Stadtallendorf

In der Kindertagesstätte im Hofwiesenweg macht die Corona-Pandemie die Arbeiten einfacher (die OP berichtete), im Herrenwaldstadion unmöglich. Daher kommt es im Laufe der Arbeiten auf der Sportanlage zum Baustopp.

„Die sicherheitstechnische Baubegleitung“ sei nicht mehr gegeben und eine Evakuierung der Umgebung im Gefahrenfall unter den derzeitigen Auflagen nicht umsetzbar, sagt Bürgermeister Christian Somogyi.

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Er erklärt: Ende der vergangenen Woche teilte das Regierungspräsidium Darmstadt der Stadt Stadtallendorf mit, dass die Arbeiten eingestellt werden müssen, weil der Kampfmittelräumdienst die Erdaushub-Arbeiten nicht mehr begleiten könne.

Somogyi: Wahrscheinlichkeit ist nicht die Frage

Dies sei aber dringend notwendig, weil sich auf dem Gelände Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg befinden könnten. „Dabei ist uninteressant, wie hoch beziehungsweise gering die Wahrscheinlichkeit ist, dass wir bei den Arbeiten auf Weltkriegsbomben stoßen“, ergänzt der Rathauschef auf Nachfrage dieser Zeitung.

Das Herrenwaldstadion liegt schließlich weit entfernt von dem ehemaligen Sprengstoffwerk der DAG (auf das einzelne Fliegerbomben abgeworfen wurden) – und eine Bombardierung des Stadtgebiets (beziehungsweise damaligen Dorfgebiets) hatte es nicht gegeben.

„Das tut schon ein bisschen weh“

Allerdings hat die Stadt aufgrund ihrer Geschichte immer mit verschärften Auflagen in Sachen Munitionsreste zu tun: zuletzt bei Kanalarbeiten in der Moldaustraße. Die theoretische Möglichkeit eines Bombenfundes reiche aus – und ohne Baubegleitung seien die notwendigen Bauarbeiten eben nicht erlaubt, so der Bürgermeister.

„Das tut schon ein bisschen weh. Wir haben lange diskutiert und viele Gespräche und Telefonate geführt“, kommentiert er, während die städtische Mitarbeiterin Susanne Fritsch bedauert: „Die Firmen waren eigentlich froh, dass sie hier arbeiten konnten.“

Bombenfund würde doppelt Probleme machen

Die Absprachen mit dem Zweckverband Mittelhessische Wasserwerke waren getroffen und das Projekt habe in den Zeit- und vor allem auch zum Spielplan der Eintracht gepasst: „Doch dann brachte Corona alles durcheinander.“

Aber so seien eben die neuen Vorschriften. Und wenn es eben doch zu einem Bombenfund käme, würde eine Evakuierung der Menschen in einem Radius von einem Kilometer notwendig – was durch das derzeitige Versammlungsverbot schwierig wäre und den Gesundheits- und Rettungsplan überlasten würde.

Infrastruktur soll verbessert werden

Die Arbeiten, die nicht in die Tiefe gehen, lässt die Stadt noch erledigen (zum Beispiel das Einziehen von Kabeln in bereits fertiggestellte Gräben), doch dann ist erstmal Schluss: „Dann müssen wir warten, bis neue Vorgaben kommen – und hoffen, dass wir dann fortfahren können“, so Somogyi.

Die Stadt ist am Herrenwaldstadion dabei, in vier Phasen einen „Masterplan“ umzusetzen. Erster Schritt ist dabei die Verbesserung der Infrastruktur. Will heißen: Wasser, Abwasser und Strom auf den neuesten Stand bringen.

Dritter Abschnitt könnte vorgezogen werden

Bisher habe die Stadt immer versucht, mit Stückwerk den ständig steigenden Anforderungen nachzukommen, nun sei eine Runderneuerung angezeigt, erläutert Somogyi. Im zweiten Abschnitt sei geplant gewesen, den Rasenplatz anzugehen (wozu beispielsweise auch gehört, ob es künftig vier oder sechs Laufbahnen gibt – eine Frage, die noch nicht geklärt ist).

Allerdings sei es nun notwendig, den eigentlich dritten Bauabschnitt vorzuziehen, also das Herrichten von Zufahrt und Parkfläche. Im vierten Bauabschnitt sollen nur noch „Kleinigkeiten“ erledigt werden, resümiert der Bürgermeister.

Von Florian Lerchbacher

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