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Ostkreis Wechselt Kompanie den Standort?
Landkreis Ostkreis Wechselt Kompanie den Standort?
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11:00 10.08.2019
Archivfoto: Soldaten der 4. Kompanie werden an einem Lastwagen in der Instandsetzung ausgebildet. Quelle: Rinde
Marburg

Sie gelten als ein „weiterer Arbeitsmuskel“ innerhalb der Herrenwaldkaserne, die Soldaten der 4. Kompanie des Versorgungsbataillons 7. Derzeit umfasst die Kompanie rund 260 Soldaten. Ob sie langfristig in Stadtallendorf bleiben, ist inzwischen wieder offen, wie die OP erfuhr. Organisatorisch gehören die Soldaten letztlich über ihr Bataillon zur Panzerbrigade 21 „Lipperland“, also nicht zur Division Schnelle Kräfte (DSK).

Hauptmann Martin Waltemathe, Presseoffizier der Panzerbrigade 21, bestätigte auf Anfrage der OP, dass es Überlegungen gibt, die Kompanie aus Stadtallendorf nach Unna, an den eigentlichen Standort des Bataillons, zu verlegen. „Das sind bisher Planungsüberlegungen, entschieden ist das noch nicht“, betont Hauptmann Waltemathe. Ziel wäre es dann, zumindest drei der vier Kompanien des Versorgungsbataillons zentral zusammenzuführen. Mit einer Entscheidung über diese Verlegung rechnet Waltemathe allerdings nicht vor Ende des Jahres. „Wenn es zu der Verlegung kommt, dann ist sie für das Jahr 2021 vorgesehen“, sagt der Presseoffizier.

Neustadt müsste Patenschaft auflösen

Die 4. Kompanie des Versorgungsbataillons 7 ist die Patenkompanie der Stadt Neustadt. Bürgermeister Thomas Groll erklärt, dass er „gerüchteweise“ von den Überlegungen bei der Bundeswehr gehört habe. „Das wäre wirklich sehr schade und bedauerlich, wenn wir dann zum dritten Male eine Patenschaft auflösen müssten“, merkt Groll an.

Die Stadt Neustadt war von 1960 bis zum Jahr 2008 selbst Garnisonsstadt, unter anderem als Standort der Panzerbrigade 14 „Hessischer Löwe“. Patenschaften gab es zuvor bereits mit der Stabskompanie der Panzerbrigade 14 und der früheren 6. Kompanie des ebenfalls aufgelösten Luftlandefernmeldebataillons DSK. Auch auf den Standort Stadtallendorf hätte eine Verlegung der Kompanie natürlich Auswirkungen, er könnte sich dadurch entsprechend verkleinern. Zuletzt waren in der Herrenwaldkaserne und einigen Gebäuden der Hessen-Kaserne knapp 1.200 Soldaten einschließlich der 4. Kompanie des Versorgungsbataillons 7 stationiert.

Wieder Bedarf an Liegenschaften

„Ich habe über eine mögliche Verlegung noch keine Informationen bekommen“, sagt Stadtallendorfs Bürgermeister Christian Somogyi. Er bedauere es grundsätzlich immer, wenn Einheiten und Soldaten aus dem Standort Stadtallendorf wegverlegt werden. Schließlich sei die Bundeswehr in der Stadt verankert. „Wir kennen allerdings das Gesamtkonzept der Bundeswehr für unseren Standort noch nicht“, sagt Somogyi jedoch auch.

Damit spielt er auf die ausstehende Entscheidung über die Zukunft der Hessen-Kaserne an. Derzeit prüft die Bundeswehr erneut, ob sie diese Kaserne nun endgültig aufgeben will oder sie behält und dort zusätzliche Soldaten stationiert. Die Bundeswehr hat derzeit wieder steigenden Bedarf für Liegenschaften. Zuletzt hatte das Verteidigungsministerium mitgeteilt, dass es an elf Einrichtungen festhalten will, die eigentlich aufgegeben werden sollten, darunter auch größere Kasernen.

Die 4. Kompanie nutzte in der Vergangenheit mehrere Hallen und Unterkunftsgebäude in der Herrenwaldkaserne. Die Einheit machte gleich nach ihrer Aufstellung in Stadtallendorf positiv von sich reden, als Soldaten beim Aufbau von Notunterkünften für Flüchtlinge halfen und unter anderem das Zeltcamp am Bundeswehrstandort Stadtallendorf mit errichteten.
Kernaufgaben der Kompanie sind die Reparatur, also Instandhaltung von schweren Fahrzeugen, und deren Transport sowie die Logistik.

Hintergrund

Das Versorgungsbataillon 7 untersteht der Panzerbrigade 21 „Lipperland“, die wiederum zur 1. Panzerdivision der Bundeswehr gehört. Derzeit umfasst das Bataillon fünf Kompanien, drei davon in Unna, eine in Augustdorf und eben in Stadtallendorf. 

von Michael Rinde