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Ostkreis „Warmer Regen“ für den „Phoenix“
Landkreis Ostkreis „Warmer Regen“ für den „Phoenix“
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12:00 03.07.2020
(Archivfoto) Ein Schwimmer ist im Kirchhainer Hallenbad unterwegs. Quelle: Matthias Mayer
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Kirchhain

Der Corona-Lockdown hatte für die private Betreibergesellschaft des Kirchhainer „Phoenix“-Hallenbades naturgemäß erhebliche wirtschaftliche Folgen. Vom 16. März bis Mitte Juni war das Bad komplett dicht. Inzwischen läuft der Schwimmbetrieb wieder, wenn auch nur mit erheblichen Einschränkungen. Das berichtet Peter Bittner, der Geschäftsführer der Betreibergesellschaft, im Gespräch mit dieser Zeitung. Maximal 16 Schwimmer dürfen zeitgleich ins Wasser, das außerordentlich gute Kursangebot musste massiv eingedampft werden. Selbst die täglichen vier Kurse sind nur mit großem Aufwand möglich. „Die Kursteilnehmer sollen sich nicht begegnen“, so Bittner.

2019 besuchten etwa 100.000 Schwimmbegeisterte das „Phoenix“-Hallenbad. In normalen Zeiten gibt es im „Phoenix“-Hallenbad mehr als 30 Kursangebote in der Woche, hinzu kommt das große Angebot für das Schulschwimmen. Das Bad ist Domizil für neun Grundschulen und die Schüler der Alfred-Wegener-Schule. Auch das ist in den zurückliegenden Wochen ausgefallen. Das macht sich in der Kasse des Badbetreibers dramatisch bemerkbar. Zwischen 20.000 und 30.000 Euro je Schließungsmonat fehlen der GmbH. „Glücklicherweise haben wir Rücklagen“, sagt Bittner.

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Doch die alleine reichen bei weitem nicht. Denn die Gesellschaft muss dringend investieren. Die Bodenfliesen im Schwimmerbecken müssen ausgetauscht werden. Viele seien inzwischen hochgekommen und müssten dringend getauscht werden, berichtet der „Phoenix“-Chef. Im vergangenen Jahr hatte sich das Problem schon abgezeichnet. Eigentlich sollten bei der obligaten Reparatur nur zwei Fliesen getauscht werden, am Ende waren es 200. Also vergab die Gesellschaft in den ersten Monaten des Jahres den Auftrag an eine Fachfirma. Da war von Pandemie und Schließung noch nicht die Rede. Rund 70.000 Euro wird die Betreibergesellschaft jetzt investieren. „Machen wir das nicht, könnte es sein, dass das Bad bald aus baulichen Gründen schließen müsste“, erläutert Bittner die Dringlichkeit der Arbeiten.

Doch es gibt Hilfe von besonderer Seite für die Badbetreiber. Bürgermeister Olaf Hausmann erläuterte in der jüngsten Sitzung des Stadtparlaments, dass die Stadt Kirchhain die Zahlungen aus der Ehrenamtspauschale des Landkreises nutzen wird. Mit 500 Euro wird jeder der Kirchhainer Stadtteile bedacht. In die Kernstadt als größten Stadtteil fließen rund 5 600 Euro. Dieses Geld wird, so ein Beschluss eines eigenen Arbeitskreises, komplett in das Hallenbad und die Fliesensanierung fließen. Doch damit nicht genug. Der Kreistag hatte eine Verdopplung der Ehrenamtspauschale beschlossen. Für Kirchhain bedeutet dies einen Betrag von noch einmal 16.600 Euro. „Die Betreibergesellschaft ist längst ein Erfolgsmodell, auch wenn ich zugebe, dass ich am Anfang skeptisch war“, so Hausmann. Doch das Erfolgsmodell sei im Augenblick nicht tragfähig, weil die Einnahmen weggebrochen seien. Daher kenne der Arbeitskreis keinen besseren Ort für das Geld. „Das kommt allen Kirchhainern zugute“, so Hausmann.

„Für uns ist das ein warmer Segen, das hilft uns wirklich sehr“, sagte Dr. Christian Lohbeck stellvertretend für die Betreibergesellschaft in der Parlamentssitzung. Das sieht auch Geschäftsführer Bittner so. Mit diesem Geld und weiterer in Aussicht gestellter Unterstützung schaffe es die Gesellschaft, die Sanierung zu finanzieren. Peter Bittner: „Es wäre schließlich für die Stadt Kirchhain und die Region auch sehr traurig, wenn das Hallenbad schließen müsste.“

Von Michael Rinde

02.07.2020
02.07.2020