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Ostkreis Angeklagter: Das Urteil geht in Ordnung
Landkreis Ostkreis Angeklagter: Das Urteil geht in Ordnung
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09:58 15.04.2021
Amtsgericht Kirchhain
Amtsgericht Kirchhain Quelle: Florian Lerchbacher
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Kirchhain

Wegen unerlaubten Besitzes von Waffen und Drogen ist ein 41-Jähriger vom Amtsgericht Kirchhain zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Der Stadtallendorfer muss insgesamt 120 Tagessätze zu 50 Euro zahlen. Darin enthalten ist allerdings ein bestehender Strafbefehl über 90 Tagessätze wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis vom März 2020.

Für die nun angeklagten Taten hatte die Staatsanwaltschaft eine Geldstrafe von 70 Tagessätzen gefordert – durch die Zusammenfassung der beiden Strafen fällt das Urteil für den mehrfach vorbestraften Mann also verhältnismäßig günstig aus.

Richterin folgt Antrag der Staatsanwaltschaft

Richterin Andrea Hülshorst war in dem Urteil am Dienstag dem Antrag der Staatsanwaltschaft gefolgt. Auch der Angeklagte, der ohne Rechtsanwalt erschienen war, hatte in seinem Schlusswort gesagt: „Ich nehme das so hin, das ist okay so.“

„Sie sind ganz schön knapp an viel schlimmeren Strafen vorbeigeschrammt“, redete Richterin Andrea Hülshorst dem Mann nach dem Urteil ins Gewissen und verabschiedete ihn mit den Worten: „Auf Wiedersehen nicht in diesem Saal.“ Denn der Stadtallendorfer hatte bereits elf Eintragungen im Vorstrafen-Register – darunter neben Straßenverkehrs-Delikten auch unerlaubter Waffenbesitz, also einschlägige Vorstrafen. Obwohl er schon „ein paarmal gegen die Wand gefahren“ sei, so Amtsgerichts-Direktorin Hülshorst, habe er sich immer wieder unerlaubte Waffen beschafft.

Dauer der Verhandlung waren eine halbe Stunde

Die Gerichtsverhandlung war nach kaum mehr als einer halben Stunde abgeschlossen – und den größten Teil der Zeit nahmen dabei die Verlesung der Vorstrafen sowie der bei dem Mann sichergestellten Gegenstände ein. Eingezogen wurden ein Schlagring, ein Baseballschläger, ein Faustmesser, ein Pfeilmesser, ein Einhandmesser, zwei Plastikpatronen, 0,3 Gramm Amphetamin, 1,8 Gramm Marihuana-Tabak-Gemisch sowie Utensilien für den Drogenkonsum.

Der Angeklagte verzichtete auf die Herausgabe der verbotenen Gegenstände, bat aber darum, dass er die ebenfalls sichergestellten, nicht verbotenen Gegenstände wiederbekommt. Denn in seinem Schrank waren noch viele weitere Waffen gefunden worden, unter anderem ein Luftgewehr, eine Luftpistole, ein Dolch, ein Taschenmesser, eine Machete und Äxte.

Angeklagter: Ich sammle Waffen

„Ich sammel halt so etwas“, rechtfertigte sich der Angeklagte vor Gericht. „Bei ein paar Sachen wusste ich gar nicht, dass ich sie im Schrank hatte.“ Das gefundene Amphetamin habe ihm nicht gehört, „aber für den Besitz der Waffen bin ich schuldig zu sprechen“, gestand der Angeklagte gleich zu Beginn.

Eingestellt wurde ein Verfahren wegen versuchter Nötigung – der Angeklagte soll einem Mann mit dem Baseballschläger gedroht und ihn aufgefordert haben: „Verpiss dich!“ Doch das mutmaßliche Opfer hatte sich trotz Aufforderung des Gerichts nicht gemeldet.

Urteil ist rechtskräftig

Das am Dienstag gesprochene Urteil ist bereits rechtskräftig. Die Staatsanwältin und der Angeklagte verzichteten auf Rechtsmittel. „Das Urteil geht in Ordnung“, sagte der Angeklagte.

Von Stefan Dietrich

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