Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Ostkreis Von der Tapetenfabrik ins Dschungelcamp
Landkreis Ostkreis Von der Tapetenfabrik ins Dschungelcamp
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:58 20.08.2021
Paradiesvogel Harald Glööckler fliegt im Winter in den australischen Dschungel. Passend dazu hat er eine neue Tapetenkollektion entworfen.
Paradiesvogel Harald Glööckler fliegt im Winter in den australischen Dschungel. Passend dazu hat er eine neue Tapetenkollektion entworfen. Quelle: Fotos: Nadine Weigel
Anzeige
Kirchhain

Mit einem kritischen Blick beobachtet der König des Pomp, wie sein eigenes Konterfei per Digitaldruck auf der Tapete erscheint. Immer mehr ist zu sehen: die mit Strass besetzten Pumps, die edle schwarze Hose, das goldene Jackett und letztlich der schwarze markante Bart, der die chirurgisch voluminös geschaffenen Lippen umgibt und übergeht in die schwarze Haartolle.

„Ja, schau doch mal, das ist doch herrlich“, ruft Harald Glööckler begeistert und streicht mit den mit dicken Brillanten beringten Fingern und perfekt manikürten pinken Fingernägeln über die Tapete, auf der er selbst in voller Lebensgröße abgebildet ist.

Es ist bereits die vierte Tapetenkollektion, die der Modedesigner mit dem traditionsreichen Familienunternehmen der Marburger Tapetenfabrik entworfen hat. „Er besitzt einen sehr exquisiten Geschmack und ein Auge fürs Detail, das kommt bei unseren Kunden sehr gut an“, freut sich Ullrich Eitel. Der Geschäftsführer führt Glööckler durch die Produktionshalle, nachdem dieser – 40 Minuten zu spät, wie es sich für einen „Star“ gehört – mit einem Chauffeur auf dem Hof des Unternehmens in Kirchhain angekommen war.

Tapeten haben ganz besonderen Look

Die Tour geht vorbei an ratternden Rotoren und großen Bottichen voller Farbe bis hin zu einer riesigen Maschine, über deren Rollen die Tapetenbahnen auf ein Förderband gelangen. Die Tapeten haben diesmal einen ganz besonderen Look. Passend zu Glööcklers bevorstehendem Einzug ins Dschungelcamp wartet die Kollektion mit großen Wandbildern im Dschungelstil auf. „Das ist ja nicht nur eine Tapete, das ist ein Lebensgefühl, da sieht es in der Hütte doch gleich viel schöner aus“, findet er.

Die Idee dazu sei ihm gekommen, als er zu Hause im Garten saß und ins Grüne schaute – notgedrungen zur Untätigkeit verdammt während des Corona-Lockdowns. „Das war ja wirklich ein bisschen so, als hätte man mir die Flügel gestutzt“, erinnert sich Paradiesvogel Glööckler im Gespräch mit der OP. Ja, für einen, der sonst im Rampenlicht der Öffentlichkeit steht und von einer VIP-Party zur nächsten jettet, muss der Corona-Lockdown ziemlich hart gewesen sein. Glücklicherweise habe dann RTL angerufen – und er habe nach unzähligen Anfragen endlich die Einladung zum Dschungelcamp angenommen. „Anstatt allein daheim im kalten Garten zu sitzen, ist es doch besser, ich fliege nach Australien und sitze da im warmen Dschungel und lass mir von acht Millionen Menschen dabei zuschauen“, sagt Glööckler und lächelt.

Paradiesvogel fliegt nach Australien

Angst davor, dass er, der sonst nur von Glitzer und Luxus umgeben ist, das entbehrungsreiche Leben im Camp nicht aushält, hat er nicht. „Nein, also, jeder sollte mal raus aus seiner Komfortzone und das mach ich dann jetzt auch.“ Vorbereitet hat sich der 56-Jährige auf seine eigene – ganz spezielle – Art und Weise. „Ich hab Permanent-Make-up machen lassen“, gibt er zu und zeigt auf die auftätowierten Augenbrauen. „Ich wach jetzt so jeden Morgen auf – das ist doch der Traum jeder Frau. Und mein Schönheitschirurg flutet den Rest vorher nochmal so sehr, dass ich auch mal 15 Tage ohne Creme auskomme“, sagt er augenzwinkernd.

Harald Glööckler nimmt kein Blatt vor den Mund, scherzt gern und scheut auch nicht eine gehörige Portion Selbstironie. Er ist eine Kunstfigur. Chirurgisch extrem verändert. Er ist eine Marke, die polarisiert, sich aber schon seit Jahren gut verkauft. Bekannt geworden durch sein extravagantes Äußeres, erlangte er spätestens als schillernder Juror bei „Let’s Dance“ Berühmtheit. Und nun fliegt der Paradiesvogel nach Australien zum erfolgreichen Trash-Format „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“ Dort wird er im Konkurrenzkampf mit anderen TV-Sternchen allerlei ekelhafte Sachen essen müssen. Angst davor hat er nicht, auch nicht vor den Tieren im australischen Dschungel. „Ich glaube, die Tiere haben mehr Angst vor mir als ich vor ihnen. Außerdem komme ich vom Land, mein Vater war Metzger und meine Tante hatte eine Mühle mit großen Ratten, ich bin vorbereitet“, betont er lachend.

Sowieso komme es ihm nicht drauf an, unbedingt Dschungelkönig zu werden. „Wichtiger ist mir, die Menschen in ihren Herzen zu erreichen. Anstatt Sieger möchte ich lieber König der Herzen werden.“

Von Nadine Weigel