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Ostkreis Jedes Dorf hat nun eine Ladesäule
Landkreis Ostkreis Jedes Dorf hat nun eine Ladesäule
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14:32 26.11.2021
Jan-Gernot Wichert (von links), Michael Plettenberg und Guido Barth präsentieren eine der neuen Ladesäulen.
Jan-Gernot Wichert (von links), Michael Plettenberg und Guido Barth präsentieren eine der neuen Ladesäulen. Quelle: Foto: Michael Rinde
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Amöneburg

In jedem Amöneburger Stadtteil gibt es jetzt eine Ladesäule für Elektroautos. Damit hätten es Stadtverwaltung und Magistrat in einer „sehr sportlichen Zeit“ geschafft, einen Auftrag des Stadtparlaments umzusetzen. So berichtet Bürgermeister Michael Plettenberg (parteilos) bei einem Ortstermin an der Mehrzweckhalle in Roßdorf.

Die neuen Ladesäulen, die jetzt von der Stadt betrieben werden (zumindest bis auf Weiteres), haben eine sehr gute Leistungsabgabe von 22 kW. Die vorhandene Säule am Rathaus hat nur 11 kW. Die Stadt hat sich für Säulen des Modells „Compleo“ entschieden. Der Vorteil: Der Hausanschluss ist in das Gerät integriert. Außerdem zahlen Fahrer von Elektroautos dort mit einer EC-Karte, sind also nicht an Ladekarten gebunden. Allerdings soll es ab dem nächsten Jahr auch die Möglichkeit geben, Ladekarten einzusetzen, das wird dann zu gegebener Zeit nachgerüstet.

Für den Anfang wird Defizit erwartet

Derzeit zahlt jeder E-Autofahrer an den vier städtischen Ladesäulen einen Startpreis von 42 Cent, der Verbrauchspreis pro Kilowattstunde liegt bei 42 Cent. Für die Stadt Amöneburg bedeutet der Umstand, dass sie selbst die Säulen bewirtschaftet, dass sie zumindest eingeschränkt unternehmerisch tätig ist und beispielsweise auch eine Steuererklärung zu machen hat.

Für den Anfang erwartet Plettenberg beim Säulenbetrieb, der ja auch einen Wartungsvertrag benötigt, noch ein leichtes Defizit. Aber das soll nicht von Dauer sein. Die Stadtwerke Marburg liefern Ökostrom für die Säulen. Nur drei Monate sind nach einem Beschluss des Stadtparlaments vergangen, in allen Stadtteilen Amöneburgs die nötige Infrastruktur zu schaffen. Die politische Initiative kam seinerzeit von der CDU-Fraktion. Deren Vorsitzender Jan-Gernot Wichert freut sich über die schnelle Umsetzung. „Dass das dieses Jahr noch geklappt hat, ist eine positive Überraschung“, sagt er bei der Vorstellung. Mit der Umsetzung sei eine Lücke in der städtischen Infrastruktur geschlossen worden. Michael Plettenberg unterstreicht im Gespräch mit der OP die Wichtigkeit des Klimaschutzes vor Ort und die Notwendigkeit einer Verkehrswende. „In Amöneburg kommen auf 5 000 Einwohner etwa 5 000 Fahrzeuge zurzeit“, verdeutlicht er. Wärmeerzeugung und Mobilität seien die großen Zukunftsthemen lokal. Er verweist auf die vorhandene Nahwärme und auf das angelaufene Projekt in Rüdigheim auf der einen Seite. Sobald es die Pandemielage zulassen wird, will die Stadt auch wieder Veranstaltungen mit dem Roßdorfer Klimaschutzexperten Guido Barth anbieten. Der lobt den Aufbau der zusätzlichen Ladesäulen: „Das ist ein kleiner weiterer Schritt zum Klimaschutz.“ Vor Ort in Roßdorf nahm Plettenberg noch eine Anregung auf, über Lademöglichkeiten für E-Bikes an den Säulen nachzudenken. Er verweist darauf, dass die Stadt auch an diesem Thema „dran“ sei.

Kosten in Höhe von rund 55 000 Euro

Die neuen vier Ladesäulen haben mit Installation und Planung insgesamt rund 55 000 Euro gekostet. Dafür gab es einen Zuschuss vom Land, abgewickelt über die Hessen Agentur, von 21 000 Euro.

Für die Zukunft hofft Plettenberg, dass sich in Amöneburg „E-Carsharing“ etablieren lässt. Dabei „teilen“ sich Bürger ein Elektroauto, das an einer Ladesäule stationiert wird. Ein solches Modell wird aktuell in Mardorf im Neubaugebiet entwickelt.

Von Michael Rinde