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Ostkreis In Kirchhain werden die Wege weiter
Landkreis Ostkreis In Kirchhain werden die Wege weiter
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16:00 05.07.2019
Der Blick in Richtung Ortsausgang: Wegen Bauarbeiten an den Kanal- und Wasserleitungen ist die Frankfurter Straße in Kirchhain derzeit nur halbseitig befahrbar. Quelle: Marcello Di Cicco
Kirchhain

Sich mal schnell ins Auto setzen und am westlichen Rand des Kirchhainer Stadtgebietes Schuhe, Bekleidung oder Drogerieartikel kaufen – was bisher ohne großen Zeitaufwand möglich war, erweist sich seit knapp vier Wochen als nicht ganz so einfach.

Denn seit Anfang Juni wird gebaut in der Frankfurter Straße, also in jener Hauptstraße, in der die Landstraße 3073 aus Richtung Niederwald, Anzefahr und Stausebach kommend mündet. Derzeit finden Bauarbeiten an den Kanal- und Wasserleitungen statt. Auf etwa 950.000 Euro beziffert die Stadt Kirchhain die Kosten der Arbeiten für die Kanalerneuerung, bei der Sanierung der Wasserleitungen ist der Zweckverband Mittelhessische Wasserwerke (ZMW) federführend.

Wenngleich derzeit lediglich auf knapp 100 Metern Länge gebaut wird, bekommen die Kirchhainer die Auswirkungen voll zu spüren. Das Problem: Wer aus der Kernstadt kommend mit dem Auto am westlichen Stadtrand einkauft, kann nicht den direkten Weg über die Frankfurter Straße zurück in die Stadt fahren, sondern muss die Umleitung über die B 3 nehmen. Über das Amöneburger Tor beziehungsweise die Alsfelder Straße ist für Autofahrer derzeit der schnellste Rückweg – auch wenn dies mehrere Kilometer Umweg bedeutet.

Hausmann: Jeder konnte sich auf Baustelle einstellen

„Es dauert nun fünf Minuten länger“, weiß Kirchhains Bürgermeister Olaf Hausmann, „allerdings konnte sich jeder auf diese Baustelle einstellen“, erinnert der Rathaus-Chef. Bereits Ende des vergangenen Jahres hatte Hausmann vor dem Bauausschuss über die weitreichenden Bauarbeiten zwischen dem Lego-Kreisel an der Frankfurter Straße/Kasseler Straße und dem Stausebacher Kreisverkehr informiert (die OP berichtete).

„Die Baumaßnahmen sind in mehrere Abschnitte unterteilt“, erklärt das Kirchhainer Stadtoberhaupt. Der eine geht planmäßig bis Mitte August, der andere soll bis November andauern. In beiden Abschnitten werden die Kanal- und Wasserleitungen saniert – auf verschiedenen Streckenteilen.

„Voraussichtlich bis Mitte August“ (Hausmann) werde vom Lego-Kreisel bis zur Einfahrt des Aldi-Marktes gebaut. Solange bleibe die Durchfahrtbeschränkung Richtung Stadtmitte bestehen. Eine Ampelregelung, die die Fahrt in beide Richtungen ermöglichen würde, sei laut dem Bürgermeister an dieser Stelle nicht möglich, da die Aufstellfläche am Kreisel zu gering sei. Die Folge: Der Kreisverkehr würde zu schnell mit wartenden Autos blockiert.

"Schleichwege" zu öffnen sei keine Alternative

Den Rückweg Richtung Innenstadt etwa durch die Felder abzukürzen und somit bisher als „Schleichwege“ genutzte Wege für Autofahrer (etwa im Einbahnstraßenverkehr) zu öffnen, sei derweil keine Alternative, erklärt Hausmann: „Das ist nicht möglich, da es sich bei diesen Straßen um ausgewiesene Rad- und Fußwege handelt.“ Die Gefahr für Radfahrer und Fußgänger sei einfach zu groß, wenn Autos jene Wege befahren dürften.

Auf Behinderungen in der Frankfurter Straße müssen sich die Verkehrsteilnehmer in diesem und im kommenden Jahr aber ohnehin einstellen. Denn wo es einen ersten Bauabschnitt gibt, da gibt es auch einen zweiten. In jenem Abschnitt werden die Arbeiten auf die Höhe der Einfahrt zum Aldi-Markt bis zum „Ende der Wohnbebauung“ (Hausmann) verlagert. „Dann ist geplant, mit einer Ampel die Fahrt in beide Richtungen zu ermöglichen“, erklärt Hausmann. Der Kirchhainer Bürgermeister hofft, dass die Tiefbauarbeiten bis zum November abgeschlossen sind. Zweifel daran gibt es bislang nicht.

„Das Bauamt und die ausführenden Bauunternehmen besprechen sich wöchentlich. Bisher sind mir keine gravierenden Probleme bekannt“, sagt Hausmann zum Stand der Bauarbeiten, die die Verkehrsteilnehmer auch im kommenden Jahr noch beschäftigen werden. Dann stehen zwischen beiden Kreiseln die Arbeiten an den Oberflächen an, also an Straßen und Gehwegen.

von Marcello Di Cicco