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Ostkreis Houston, wir haben ein Problem
Landkreis Ostkreis Houston, wir haben ein Problem
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08:56 23.01.2021
Schon als sie ans Schwalmgymnasium kam, war für Valeska Nierath klar, dass sie am Nasa-Wettbewerb teilnehmen wird – nun hat sie ihn gewonnen.
Schon als sie ans Schwalmgymnasium kam, war für Valeska Nierath klar, dass sie am Nasa-Wettbewerb teilnehmen wird – nun hat sie ihn gewonnen. Quelle: privat
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Neustadt

Mit ein bisschen Glück bekommt die Neustädterin Valeska Nierath in Houston zwei Wochen lang einen Einblick in die Nasa, die zivile US-Bundesbehörde für Raumfahrt und Flugwissenschaft – abhängig ist das von der Corona-Pandemie. Läuft es schlecht, kommt die Elftklässlerin lediglich in den „Genuss“ eines Online-Workshops. Doch der Reihe nach.

Seit 20 Jahren Prof. Dr. Karl Heinz Siebold aus Ziegenhain als ehemaliger Mitarbeiter der Nasa einem Schüler des Schwalmgymnasiums die Teilnahme an einem zweiwöchigen Workshop an der United Space School in Houston.

Rund 40 Jugendliche aus der ganzen Welt dürfen dort Anlagen der Nasa besichtigen, planen ein fiktives Weltraumprojekt, hören Vorträge von Wissenschaftlern und Astronauten und vieles mehr. Zwei der Teilnehmer kommen aus Deutschland – einer davon dank Siebold vom Schwalmgymnasium.

„Das ist total cool. Schon als ich an die Schule kam, wusste ich, dass ich zum einen am Amerika-Austausch und zum anderen am Nasa-Wettbewerb teilnehmen möchte“, sagt Valeska Nierath – zum einen, weil sie andere Kulturen kennenlernen möchte. Zum anderen, weil sie ein Einblick in die Nasa spannend findet.

Valeska kennt sich im Sonnensystem aus

Und so investierte sie nun, da sie den Jahrgang elf besucht, in dem jährlich ein Glücklicher gefunden wird, eine komplette Woche der Herbstferien in eine Ausarbeitung zum Thema „Marsmission“. Zunächst habe sie sich auf den Homepages der Nasa und der Europäischen Weltraumorganisation Esa einen Überblick verschafft, was das Ziel der Marsmissionen und der Stand der Dinge ist und dies in ihrer Ausarbeitung beschrieben.

Dann erklärte sie, warum die Menschen dorthin wollen. „Es ist der einzige Planet unseres Sonnensystems, auf dem es möglich wäre, zu leben“, sagt sie und ergänzt, dass lediglich dort die notwendigen Bedingungen für Leben herrschten. „Der Mars war früher erdähnlich und es gab beispielsweise Ozeane“, sagt sie und verweist darauf, dass auch heute noch Wasser vorhanden sei:

„Aber irgendwas ist passiert, dass es sich jetzt eher um eine lebensfeindliche Wüste handelt. Was genau das ist, wollen Forscher noch herausfinden“, berichtet die 16-Jährige, die in ihrer Ausarbeitung auch noch beschrieben hat, was notwendig ist für eine Reise zum Mars. „Auf der Nasa-Seite findet man jede Menge Informationen“, stellt die Neustädterin noch heraus. Alles in Englisch – aber die Arbeit habe sich gelohnt sie.

Reise der Vorgängerin fiel aus

Und zwar im doppelten Sinnen: Denn zum einen kennt sie sich mit der Thematik nun gut aus. Zum anderen gewann sie den Wettbewerb am Schwalmgymnasium. Theoretisch sind also alle Voraussetzungen gegeben, dass sie den zweiwöchigen Workshop besuchen kann – völlig kostenlos übrigens, da die Sparkasse die Finanzierung schon seit vielen Jahren übernimmt.

Fraglich ist nur, ob der Workshop auch stattfindet oder das gleiche Schicksal erleidet wie der Schüleraustausch mit den USA, welcher der Corona-Pandemie zum Opfer fiel. Im vergangenen Jahr das bereits der Fall und ihre Vorgängerin wurde eine einmalige Chance verbaut.

Für Valeska Nierath heißt es nun also hoffen und bangen: „Ein Online-Workshop wäre kein Ersatz“, gibt sie zu. Sie würde sehr gerne einen Einblick in die Nasa, ein fremdes Land und eine andere Kultur bekommen und Kontakt zu Menschen haben. „Das geht online war auch ein bisschen, ist aber lange nicht dasselbe.“

Von Florian Lerchbacher