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Ostkreis VR Bank Hessenland baut Überweisungsbriefkästen ab
Landkreis Ostkreis VR Bank Hessenland baut Überweisungsbriefkästen ab
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19:35 07.03.2022
Der Betrug mit gefälschten Überweisungsträgern nimmt zu – daher baut die VR Bank Hessenland sukzessive ihre Überweisungsbriefkästen ab.
Der Betrug mit gefälschten Überweisungsträgern nimmt zu – daher baut die VR Bank Hessenland sukzessive ihre Überweisungsbriefkästen ab. Quelle: Marijan Murat
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Zum „Schutz der Kunden und mit dem Ziel eines sicheren Überweisungsverkehrs“ hat die VR Bank Hessenland angekündigt, sukzessive ihre Überweisungsbriefkästen zu demontieren. Denn: Immer wieder würden sich Betrüger so IBAN und Unterschrift von Überweisungsträgern verschaffen können, teilt die Bank mit.

Betrüger führen Minikamera in Briefkasten ein

Im vergangenen Jahr hätten Banken erneut eine „horrende Steigerung von Überweisungsbetrugsversuchen“ verzeichnet, heißt es vonseiten der VR Bank. Eine Betrugsmasche: In unbeobachteten Momenten würden Betrüger eine Mikrokamera in den Einwurfschlitz der Überweisungsbriefkästen einführen, die ja in den Selbstbedienungszonen öffentlich zugänglich seien, und den Inhalt fotografieren.

So kämen sie an IBAN und zugehörige Unterschrift. Das Abfischen der Daten bleibe zunächst unentdeckt. Die Betrüger würden später neue Überweisungsaufträge anfertigen, diese mit der professionell gefälschten Unterschrift versehen und den Schein dann über den Überweisungsbriefkasten bei der Bank einreichen. „Der prüfenden Stelle in der Bank ist es somit nicht möglich, eine betrügerische Überweisung als solche zu identifizieren“, so die VR Bank Hessenland. Erst, wenn der Kunde auf seinem Konto die Abbuchung sehe, komme es später zu der Reklamation.

Geld fließt meist auf Konten im Ausland

Da die Transaktionen zugunsten ausländischer Konten erfolgten, könnten die Gelder nicht zurückgeholt werden und die Täter seien verschwunden. „Dem betrogenen Kunden entsteht hierdurch zwar kein finanzieller Nachteil, da die Bank den Schaden ersetzt, aber zusätzlich zu dem Schock bedeutet es für den Kunden auch ein großes Ärgernis: Zunächst muss die Transaktion bei der Bank reklamiert werden. Um weitere Abbuchungen zu verhindern, wird außerdem die IBAN des Kunden durch die Eröffnung eines neuen Kontos ausgetauscht, was mit zahlreichen Formalitäten verbunden ist“, so die Bank.

So müssten etwa Daueraufträge und Abbuchungsaufträge geändert werden, der Kunde benötige zudem eine neue Kreditkarte. „Darüber hinaus können die Kundendaten zusätzlich im Darknet bereitgestellt werden und sind für weitere kriminelle Nutzer zugänglich“, so die Bank – daher der Entschluss, den auch weitere Banken bereits unternommen hätten.

Von unseren Redakteuren

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