Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Ostkreis Und es hat „Wusch“ gemacht
Landkreis Ostkreis Und es hat „Wusch“ gemacht
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:58 08.08.2021
Werner Eismann zeigt seine Kunst im Ausstellungsraum der Stadthalle.
Werner Eismann zeigt seine Kunst im Ausstellungsraum der Stadthalle. Quelle: Foto: Florian Lerchbacher
Anzeige
Stadtallendorf

Werner Eismann hat sich insbesondere als Bassist von „Softeis“, der wahrscheinlich bekanntesten Band des Landkreises, einen Namen gemacht. Aber auch als Künstler erfreut er sich in der Region großer Beliebtheit. Und irgendwie erinnern seine Werke auch an die Musik, die er macht: Aus der Entfernung wirken die farbenfrohen Bilder, die der Mardorfer in seiner „Wusch“-Technik gestaltet hat, wild und manchmal sogar etwas durcheinander – doch bei genauerer Betrachtung lässt sich feststellen, dass sich ebenso wie in der Rockmusik durchaus sehr klare Strukturen finden und das vermeintlich Wilde eine gewisse Ordnung hat.

Aus Fotos werden Kunstwerke, Farbspiele und Lichteffekte verwandeln die ursprüngliche Kulisse in bewegte und bewegende Szenen. Banale Situationen bekommen mit seiner „Wusch-Technik“ eine völlig andere Perspektive und geben dem Betrachter das Gefühl, für einen Augenblick in einer anderen Welt zu stehen – schrill, surreal, futuristisch. Eismann setzt bei der Bearbeitung seiner Fotografien auf eine Mischung aus Schärfe, Unschärfe und Tiefe. Wichtig ist ihm, dem Betrachter Freude zu machen. Die Werke sollen Positives vermitteln und Freude wecken – entsprechend kommt es für ihn nicht in Frage, mit Schwarz-Weiß-Fotos zu arbeiten, die zwar ebenfalls ausdrucksstark sein können, aber eben nicht die Lebensfreude eines Farbfotos tragen.

„Es ist ein Flash, den ich bekomme, wenn die Kunstwerke entstehen. Es sind kleine Explosionen von Emotionen“, erklärt er den Kunstbegriff „Wusch“, bei dem er am Computer mit Licht, Formen und Farben spielt. Vor einigen Jahren hatte er seine Bilder schon einmal im Foyer des Rathauses ausgestellt, nun zeigt er bis zum 16. September eine Auswahl im Ausstellungsraum der benachbarten Stadthalle. Ein konkretes Motto hat er nicht gewählt. „Von jeder Farbe ist etwas dabei“, erklärt er lachend die getroffene Auswahl.

Zu sehen sind beispielsweise überarbeitete Fotos der Kathedrale des Lichts auf Mallorca oder der Grand-Central-Station New York, aber auch die Elisabeth-Kirche. In mystischem Blau gehalten ist derweil ein Foto des Nasa-Gebäudes in Houston, das durch Eismanns Technik so wirkt, als würde es wie eine Rakete Richtung Weltall starten.

Doch Werner Eismann will seine Kunst nicht nur zeigen – er will mit den Menschen auch über sie reden. Daher wird er bis zum Ausstellungsende Mitte September jeden Mittwoch von 14 bis 16 Uhr im Ausstellungsraum der Stadthalle zugegen sein. Besucher sollten sich nicht scheuen, ihn anzusprechen – und vor allem nicht davon irritieren lassen, wenn er gerade in irgendwelche Saiten haut, schließlich kommt in dem Künstler auch immer wieder der Musiker durch, der jede freie Minute zum Üben oder Ausprobieren nutzt.

Von Florian Lerchbacher

07.08.2021
06.08.2021