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Ostkreis Umleitungsstrecke steht noch nicht
Landkreis Ostkreis Umleitungsstrecke steht noch nicht
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17:58 23.06.2021
Der Radweg zwischen Niederklein und Stadtallendorf ist inzwischen gesperrt, die Straße aber noch offen.
Der Radweg zwischen Niederklein und Stadtallendorf ist inzwischen gesperrt, die Straße aber noch offen. Quelle: Foto: Michael Rinde
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Stadtallendorf

Was geschieht während der Brückenbauarbeiten am A-49-Bauwerk „7a“ zwischen Stadtallendorf und Niederklein mit dem fließenden Verkehr? Nachdem Hessen Mobil eine zehnmonatige Vollsperrung der Landesstraße 3290 nicht genehmigt hatte (die OP berichtete), bleibt die Frage weiter offen, wie es um eine Alternative bestellt sein wird.

Gegen eine Vollsperrung gab es unter anderem massive Bedenken von Feuerwehr und Brandschutzaufsicht beim Landkreis und der Stadt Stadtallendorf. Die gesetzlich geforderten Hilfsfristen insbesondere für die Feuerwehren ließen sich nicht mehr einhalten, Unterstützung aus Stadtallendorf bei Einsätzen in Niederklein und Schweinsberg dauere deutlich zu lang, so die Befürchtung. Bürgermeister Christian Somogyi (SPD) informierte das Stadtparlament nun darüber, dass es seitens der A-49-Bauunternehmen inzwischen einen neuen Lösungsvorschlag gab. Sie wollen einen „kleinen Bypass“ legen, geführt über vorhandene, entsprechend hergerichtete Wege, über die dann allerdings nur Rettungsfahrzeuge bei Bedarf fahren sollten. Für den übrigen Lkw- und Autoverkehr bliebe die Straße dann wie vorgesehen gesperrt. So berichtete es Somogyi dem Stadtparlament.

Auch diesen Vorschlag lehnt die Stadt aber ab. FDP, zwei Stadtverordnete der Bürgerunion und die Bündnisgrünen stimmten mit Ja, die beiden großen Fraktionen mit Nein. „Käme eine solche Sperrung, bräche der innerörtliche Verkehr in Stadtallendorf mit seinen Ein- und Auspendlern täglich zusammen“, ist sich Somogyi sicher. In der Vergangenheit sprach die Stadt von etwa 7 500 Pendlern täglich plus Lkw-Lieferverkehr. Das Problem traf jedoch niemanden aus heiterem Himmel, denn seit 2012 steht die geplante Vollsperrung für den A-49-Brückenbau im Planfeststellungsbeschluss. Wegen der Baustelle gilt auf der L 3290 inzwischen ein Tempolimit von 60 Stundenkilometern.

Wieder keine Antworten auf Fragen nach Konzepten

Allerdings scheint es an mehreren Stellen noch an Umleitungskonzepten oder Alternativstrecken zu fehlen. Bereits zum dritten Male in vergleichsweise kurzer Zeit hatte die FDP-Fraktion eine große Anfrage zu dem Komplex gestellt. Die FDP wollte unter anderem von der Verwaltung, vor allem aber von den zuständigen Fachbehörden, Näheres zu den Planungen wissen. Anfragen gab es bereits im Oktober 2019 und ein Jahr später im Oktober 2020. Antworten waren aus FDP-Sicht bisher Fehlanzeige. Auch in der jüngsten Stadtparlamentssitzung gab es die noch nicht.

Die Verwaltung verwies auf die laufenden Prüfungen in Sachen Landesstraße 3290. Verkehrsführungspläne wolle sie zeitnahe vorlegen. Die Verwaltung ist ihrerseits zwingend auf Antworten von Verkehrsbehörden wie auch den A-49-Beteiligten angewiesen.

Fraktionsvorsitzender Winand Koch (FDP) wählte eine klare Formulierung: „Es muss Butter bei die Fische. Es muss ein Umleitungskonzept geben, Menschen und Unternehmen müssen sich darauf einstellen können, was auf sie zukommt.“ Unter anderem hatte die FDP nach betroffenen innerörtlichen Verkehrswegen gefragt, nach Kreis- und Landes- wie auch Bundesstraßen. Und die Liberalen fragten auch danach, wie Bürger und Unternehmen informiert werden sollen.

In einem anderen Punkt sah die politische Mehrheit aus CDU und SPD in Sachen A 49 keinen Handlungsbedarf. Der Radweg zwischen Stadtallendorf und Niederklein ist inzwischen gesperrt. Bündnis 90/Die Grünen wollten per Parlamentsbeschluss klarstellen, dass sich der Magistrat bei der Landesstraße 3290 auch für eine gute Lösung für Radfahrer und Fußgänger einsetze. Fraktionsvorsitzender Michael Goetz sah dies politisch gar als „Nagelprobe, ob man es mit der Förderung des Radverkehrs ernst meint“. Bernd Weitzel von der SPD machte klar, dass es bei der Wegeführung gerade bei dieser Strecke Alternativen gebe, die genutzt werden könnten. Bürgermeister Somogyi verwies ebenfalls darauf. Es gebe bereits eine eigene Arbeitsgruppe in Sachen Rad- und Fußwege.

Von Michael Rinde