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Ostkreis Manfred Barth steigt aus
Landkreis Ostkreis Manfred Barth steigt aus
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00:18 25.06.2019
Zwischen dem Planschbecken und dem Schwimmbecken wird nach den Plänen des Architekturbüros ein Multifunktionsgebäude ­entstehen, in das auch der Kiosk integriert werden soll. Quelle: Matthias Mayer
Albshausen

Während der jüngsten Stadtverordnetenversammlung stellte Michael Emmerich zwei vom Architekturbüro Tamm erarbeitete Varianten für die Sanierung und Umgestaltung vor. Die Variante mit einer Folienauskleidung beider Becken sei mit 1.627.586 Euro veranschlagt. 175.787 Euro werden laut Plan die Edelstahlausführungen kosten.

Abseits der Schwimmbadtechnik werde der Kiosk abgerissen und in ein Multifunktionsgebäude integriert, das zwischen Planschbecken und Schwimmbecken gebaut werden soll. Dort seien zudem Badeaufsicht, Sanitätsraum, Eltern-Kind-Bereich, Umkleide für Behinderte, Neben- und Lagerräume vorgesehen, sagte der Bürgermeister.

Michael Emmerich verwies mehrfach darauf, wie wichtig die Herstellung von Barrierefreiheit für das Projekt sei. Ohne diese gebe es keinerlei Förderung und sei unabdingbar für das Vorhaben.

Er bezog sich dabei auf eine Stellungnahme des Fördervereins Freibad Rauschenberg, die dieses Fakt nicht ausreichend berücksichtige. Außerdem warf er dem Sohn des Vorsitzenden vor, versucht zu haben, an Planungsunterlagen an der Stadt vorbei heranzukommen. Das sei ein Unding.

Barth: Keine vollständige Barrierefreiheit im naturnahen Bad

Für Manfred Barth hat die öffentliche Namensnennung seines Sohnes Konsequenzen. Er stehe nicht mehr für den Förderverein Freibad Rauschenberg zur Verfügung, sagte der Gründungsvorsitzende des Vereins gegenüber dieser Zeitung. Die Stellungnahme des Vereins diene ausschließlich dem Zweck, Kosten für die Stadt zu sparen.

Die Sinnhaftigkeit des Hochgebäudes erschließe sich dem Verein nicht. Es zerstöre den parkartigen Charakter des Freibades. Die von den meisten Badegästen genutzte Liegewiese entfalle. Die geforderte Barrierefreiheit lasse sich nach Überzeugung des Vereins ohne das Multifunktionsgebäude über ein Rampensystem erreichen.

Manfred Barth räumte ein, dass es einen barrierefreien Zugang zum Kiosk am jetzigen Standort nicht geben kann. In einem naturnahen Bad könne es keine vollständige Barrierefreiheit geben.

Überflüssig sind nach Ansicht des Vereins der Wickelraum, der Raum für die Badeaufsicht und der Lagerraum, die allesamt geplant sind. Für das Wickeln stünden die Umkleideräume zur Verfügung. Meist nützten Eltern dafür die Liegewiese. Erst 2017 wurde in Eigenleistung eine Aufsichts- und Gerätehütte gebaut – mit Unterstützung des Bauhofs und eines örtlichen Malerbetriebs, der das Gerüst stellte.   

 von Matthias Mayer