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Ostkreis Ein Willkommen und ein bitterer Abschied
Landkreis Ostkreis Ein Willkommen und ein bitterer Abschied
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08:00 02.09.2021
Die Verwaltung begrüßt die neue Feuerwehrführung und verabschiedet die alte. Bürgermeister Christian Somogyi (oben, von links), Dirk Schindler, Yörn Weber und Marco Sommer von der Verwaltung. Untere Reihe: Der neue Stadtbrandinspektor Patrick Schulz, sein Stellvertreter Christoph Lütt und ihre Vorgänger Ulrich Weber und Daniel Prinz.
Die Verwaltung begrüßt die neue Feuerwehrführung und verabschiedet die alte. Bürgermeister Christian Somogyi (oben, von links), Dirk Schindler, Yörn Weber und Marco Sommer von der Verwaltung. Untere Reihe: Der neue Stadtbrandinspektor Patrick Schulz, sein Stellvertreter Christoph Lütt und ihre Vorgänger Ulrich Weber und Daniel Prinz. Quelle: Michael Rinde
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Stadtallendorf

Der plötzliche Wechsel an der Spitze der Stadtallendorfer Feuerwehren hat viele überrascht. Auch den langjährigen Amtsinhaber Uli Weber, wie er offen bekennt. Bei einem gemeinsamen Pressegespräch mit Bürgermeister Christian Somogyi macht Weber aus seiner Überraschung, aber auch seiner Verbitterung keinen Hehl. Fast zwölf Jahre war Weber Stadtbrandinspektor und Daniel Prinz sein Stellvertreter. Auf sie sind jetzt Patrick Schulz als Stadtbrandinspektor und Christoph Lütt als Stellvertreter gefolgt (die OP berichtete). Prinz hatte sich nicht mehr zur Wahl gestellt.

„Ein Abbremsen auf Null“

Es sei für ihn in den vergangenen Tagen ein „Abbremsen auf Null“ gewesen, bekennt Ulrich Weber. Er stelle sich seit der gemeinsamen Jahreshauptversammlung die Frage, was er nicht so gut gemacht habe. „Es wäre schön gewesen, wenn ich ein Feedback vorher bekommen hätte, wenn die Wehrführer mir vorher gesagt hätten, was nicht so gut läuft“, sagt er rückblickend. Weber hat für sich die Entscheidung gefällt, nicht mehr am Einsatzdienst teilzuhaben und „die Einsatzjacke in den Schrank zu hängen.“ Schweinsbergs Feuerwehr sei personell gut aufgestellt, da wolle er keinem jungen Feuerwehrkameraden einen Platz wegnehmen. Helfen will er dennoch bei Veranstaltungen.

Webers Wissen soll erhalten bleiben

Bürgermeister Somogyi warb darum, dass Webers Wissen nicht verloren gehen dürfe und er seine Erfahrungen weitergeben könne. In die Zeit von Weber als Stadtbrandinspektor bei einer der größten Feuerwehren im Landkreis fielen einschneidende Entwicklungen, etwa die Erstellung und Umsetzung des zentralen Bedarfs- und Entwicklungsplanes, der Hessentag 2010 mit aller Vorbereitung und Nachbereitung. Das war auch für Daniel Prinz herausragend. „Das hat uns damals viel Zeit und manche schlaflose Nacht gekostet, aber wir waren auch stolz auf das Erreichte“, sagte Prinz. Er gehört dem Vorstand weiter als Schriftführer als.

Rückendeckung der Arbeitgeber

In den vergangenen Jahren wurden die Feuerwehrgerätehäuser in Erksdorf und Hatzbach durch Neubauten ersetzt, es gab zahlreiche neue Fahrzeuge, etwa für Niederklein und Schweinsberg und die Kernstadt. In Erksdorf wird das neue Fahrzeug im September ausgeliefert.

Patrick Schulz, der als Abteilungsleiter bei der Eisengießerei Fritz Winter arbeitet, hatte sich erst mit seiner Frau und mit seinem Arbeitgeber abgestimmt, bevor er sich zur Wahl stellte. „Wenn meine Frau das nicht mitgetragen hätte, hätte ich das nicht gemacht“, sagt er offen. Denn Schulz ist sich der Verpflichtungen bewusst, insbesondere auch der Verwaltungsaufgaben und der zusätzlichen Termine, die auf ihn und seinen Stellvertreter zukommen werden. Seine Feuerwehrkarriere begann 1996 in Lüneburg, dann folgte die Bundeswehrzeit in Neustadt und der Eintritt in die Feuerwehr Momberg und dann schließlich im Jahr 2005 der Eintritt bei der Wehr Stadtallendorf-Mitte. Christoph Lütt arbeitet bei der Marburger Tapetenfabrik in Kirchhain, auch er hat die Rückendeckung seines Arbeitsgebers für seine ehrenamtliche Arbeit und ist seit Jahrzehnten Feuerwehrangehöriger.

Neues Projekt: Neubau des Feuerwehrstützpunktes

Ein großes Projekt ist der Neubau des Feuerwehrstützpunktes in der Kernstadt. Seit Montag liegt die Baugenehmigung für das Provisorium am Stadion-Parkplatz vor, auch die Abrisserlaubnis für den Altbau ist eingetroffen. Der Startschuss naht, das Projekt dürfte über zehn Millionen Euro kosten und wurde auch vom bisherigen Stadtbrandinspektor Weber mit geplant, vor allem aber von der Kernstadtfeuerwehr.

Wichtig ist dem neuen Führungsduo auch die Nachwuchsarbeit. Aktuell sind in den Stadtallendorfer Feuerwehren 192 Frauen und Männer in den Einsatzabteilungen aktiv. „Wir brauchen jeden Einzelnen, jeder zählt“, bringt es Patrick Schulz auf den Punkt. Bürgermeister Somogyi wünscht sich weiterhin einen engen Draht zwischen Feuerwehrführung und Stadtverwaltung. Darin sieht Patrick Schulz keinerlei Problem, da er alle Ansprechpartner im Rathaus seit Jahren kenne.

Verantwortung für Autobahnabschnitt

Ein nicht mehr allzu fernes Zukunftsthema wird auch die A49 werden. Es gilt als wahrscheinlich, dass der Feuerwehr Stadtallendorf Verantwortung für einen Autobahnabschnitt zugewiesen wird. Die Entscheidung steht noch aus. Das bedeutet neue Aufgaben für die Wehren in der zweitgrößten Stadt des Kreises und ihre Führung. Stadtbrandinspektor und Stellvertreter sind für fünf Jahre gewählt.

Von Michael Rinde

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