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Ostkreis US-Truppen rasten auch in Stadtallendorf
Landkreis Ostkreis US-Truppen rasten auch in Stadtallendorf
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19:32 09.01.2020
US-Stäbe in Wiesbaden planen derzeit die Truppen- und Materialverlegungen für das Manöver ­„Defender 2020“, hier übt im Dezember das „Grizzly Team“. Quelle: David Ruiz/US-Armee
Stadtallendorf

Es ist die größte US-Übung in Europa seit ­einem Vierteljahrhundert. „Defender 2020“ spielt sich im Baltikum und Polen ab, 19 Nationen sind insgesamt beteiligt. Dazu verlegt die US-Armee nach eigenen Angaben allein 20.000 Soldaten aus den Vereinigten Staaten nach Europa, hinzu kommen etwa 7.000 weitere Hilfskräfte und Angehörige der Nationalgarde. So heißt es auf der Internetseite der US Armee für „Defender 2020“. In Summe sind an dem Manöver rund 37.000 Soldaten aus Nato-Ländern beteiligt.

Auch Material muss zu den eigentlichen Manövern transportiert werden. Die Rede ist von 33.000 Stück Gerät und Material. Nicht alles kommt erst über den Atlantik. Manches ist auch noch in Europa, unter anderem in Deutschland, stationiert. So werde unter anderem Material aus Mannheim transportiert, erläutert Oberstleutnant Meinhard Angermayer, Sprecher des Landeskommandos Hessen, gegenüber der OP.

Kleine Konvois nur kurz in Stadtallendorf

Zumindest ein Teil der Straßentransporte macht dabei auch in Stadtallendorf kurz auf ihrem Weg zum Truppenübungsplatz Bergen Rast. Von dort erfolgt der Weitertransport. Angermayer bestätigte damit gestern Medienberichte, wonach mehrere Bundeswehr-Liegenschaften in der Bundesrepublik, etwa Rheindalen, Augustdorf in Nordrhein-Westfalen oder Liegenschaften in Brandenburg als sogenannte „Rasträume“ vorgesehen sind. Und eben auch Stadtallendorfs Kasernen.

Die Transporte sollen sich auf wenige Wochen ­beschränken. Der Sprecher des Landeskommandos Hessen­ nannte gestern gegenüber dieser Zeitung den Zeitraum vom 20. Januar bis 24. Februar, so der aktuelle Planungsstand. Die kleinen Konvois halten sich dabei nur wenige Stunden in Stadtallendorf auf, etwa um zu tanken, Wartungsarbeiten vorzunehmen oder eben, um die vorgeschriebenen Ruhezeiten­ auch einzuhalten. Die Bundeswehr ist dabei Unterstützer ­ihres Nato-Partners USA.

Zusammenarbeit mit Zivilbehörden

Was in Zeiten des Kalten Krieges Teil des ständigen Manövergeschehens war, muss inzwischen wieder intensiv geübt werden: von der Verlegung der Truppen aus den Vereinigten Staaten bis zum Manöverort bis hin zum Transport über deutsche Straßen oder der Nutzung von Häfen und Flughäfen. Es geht etwa auch darum, die nötigen behördlichen Genehmigungen einzuholen oder Komvois schlichtweg anzumelden. „Es geht auch darum, die Zusammenarbeit mit Zivilbehörden zu üben“, so Angermayer.

In der Vergangenheit wurde auch der Landkreis Marburg-Biedenkopf bei Übungen oder eben auch Truppentransporten vorab informiert. Bisher lägen der Kreisverwaltung aber noch keine Ankündigungen vor, so Kreissprecher Stephan Schienbein.

von Michael Rinde