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Ostkreis Die magische Grenze ist fast geschafft
Landkreis Ostkreis Die magische Grenze ist fast geschafft
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16:59 05.08.2020
Die letzten Meter: Lukas Geil (links) und Felix Janson radeln mit ihren Begleitern auf den Rasenplatz des TSV Wohratal. Foto: Michael Rinde
Die letzten Meter: Lukas Geil (links) und Felix Janson radeln mit ihren Begleitern auf den Rasenplatz des TSV Wohratal. Quelle: Michael Rinde
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Wohratal

Strahlend fuhren sie am Freitagnachmittag bei etwa 30 Grad auf den „heiligen Rasen“ des TSV Wohratal. Lukas Geil und sein Freund Felix Janson sind zurück von ihrer ganz besonderen Radtour nach und durch Süddeutschland. Sie strampelten für einen guten Zweck, sammelten Spenden für die Deutsche Kinderkrebshilfe (die OP berichtete ausführlich). Lukas lebt in Schröck, Felix in Wetzlar. Beide haben auch denselben Beruf, sie sind Lehramts-Referendare.

Als Jens Ratz, Vorsitzender vom Stammtisch „Komm mach mit, tratsch Dich fit“ aus Wohratal von der Tour erfuhr, entstand eine Idee. Denn der Stammtisch engagiert sich selbst seit Jahren für den Kampf gegen Krebs und unterstützt die Kinderkrebshilfe. „Die beiden sollten nicht einfach nach Hause kommen, das Fahrrad in die Ecke stellen und das war es dann schon“, sagte Ratz am Freitag gegenüber der OP. Und so entstand die Idee für den Empfang am Bürgerhaus Wohratal. Natürlich angepasst an die Vorgaben, die durch die Corona-Pandemie nötig sind. So wartete um 16 Uhr nur ein kleiner Kreis auf Geil und Janson.

Die beiden Radfahrer kamen mit Gefolge. Denn die „Radstörche Ernsthausen“ ließen es sich nicht nehmen, die zwei auf den letzten Kilometern von Kirchhain nach Wohratal zu begleiten. Und sie unterstützten die Aktion auch noch mit einer Spende. Die gab es später auch vom Stammtisch. Jens Ratz überreichte einen Scheck in Höhe von 500 Euro. Der Stammtisch habe noch genug Zeit, neue Spenden für die Kinderkrebshilfe zu sammeln, so Ratz. Bürgermeister Heiko Dawedeit würdigte den großen Einsatz, den die beiden in den zurückliegenden Wochen gemeinsam gebracht hätten. Da habe die Gemeinde die kleine Veranstaltung gerne genehmigt. „Was für eine tolle Aktion“, schwärmte auch Klaus Halba von den „Radstörchen“.

Es fehlt nicht mehr viel, dann haben Lukas Geil und Felix Janson eine magische Marke Spendengelder erstrampelt: 9.800 Euro kamen bis zum Wochenende zusammen. In der Nacht zu Samstag ging noch einmal eine Spende von 1.000 Euro ein. „Die Resonanz war irre“, freut sich Lukas Geil. Dafür haben die zwei in der Zeit seit dem 17. Juli auch einiges zusammen geleistet. Sie sind 1.794 Kilometer geradelt und haben dabei etwa 12.000 Höhenmeter überwunden. Vor allem die Zahl der Höhenmeter verblüffte und begeisterte manchen Empfangsbesucher.

Gesundheitlich haben die beiden gut trainierten Sportler alles gut bewältigt. Gleich am Anfang gab es ein kleines Problem mit einer gebrochenen Speiche. „Aber da hatten wir schon Erfahrung mit, das konnten wir abends noch reparieren lassen“, berichtet Janson. Ansonsten sei alles „prima gelaufen“. Die längste Einzeletappe der zwei war 156 Kilometer lang und endete bei München. „Auf der Etappe hatten wir aber nicht zu viele Höhenmeter zu bewältigen“, sagt Lukas. Ihre Fahrt führte unter anderem über Nürnberg, Konstanz oder Stuttgart.

Die beiden Freunde sind zusammen bereits 5000 Kilometer nach Portugal geradelt. Eigentlich hatten sie in diesem Jahr sogar eine komplette Deutschlandtour für den guten Zweck geplant. Doch die Corona-Krise machte ihnen einen Strich durch die ursprünglichen Pläne. Aber die beiden gaben, wie so oft, nicht auf und fanden eine andere, kleinere Lösung. Unterwegs haben die zwei auch noch einige besondere Trikots eingesammelt. Zum Beispiel von der Frankfurter Eintracht oder vom SV Wehen Wiesbaden. Natürlich sind die Trikots signiert. Die wollen die beiden jetzt noch versteigern. Außerdem sammeln sie bis Ende August noch weitere Spenden für die Kinderkrebshilfe ein. Lukas Geil ist sehr zuversichtlich: „Die 10.000-Euro-Marke schaffen wir noch“.

Wer sich über die Tour weiter informieren und die Aktion unterstützen möchte, kann dies auf der Internetseite „www.spenden-radler.de“ tun. Dort wird es auch Informationen zur geplanten Versteigerung der T-Shirts geben.

Von Michael Rinde