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Ostkreis Züchterin soll Katzen 
ausgesetzt haben
Landkreis Ostkreis Züchterin soll Katzen 
ausgesetzt haben
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10:57 04.01.2020
Gefundene verwahrloste Katzen wie diese bereiten heimischen Tierschützern Sorgen. Quelle: Nadine Weigel
Stadtallendorf

Auf der Facebook-Seite „Du bist Stadtallendorfer, wenn Du ...“ wie auch auf der des Tierheims Cappel gibt es deutlich formulierte Bitten, die Augen aufzuhalten, vor allem rund um Schuppen, Kellerschächte oder vergleichbares, vor allem im östlichen Teil von Stadtallendorf, etwa im Stadtbezirk „Wasag“.

Es geht um Katzen der Rassen British Langhaar und British Kurzhaar. Mittlerweile sind vier ausgesetzte Rassekatzen in Stadtallendorf gefunden worden. Das letzte Tier am Donnerstagabend, wie Tierschützerin Cornelia Otte im Gespräch mit der OP berichtet. Sie kümmert sich ehrenamtlich um vermisste oder ausgesetzte Tiere, arbeitet dabei nach eigenen Angaben mit Tierschutzorganisationen und auch mit dem Tierheim Marburg-Cappel zusammen.

In ihren Facebook-Veröffentlichungen gingen die Tierschützer davon aus, dass die ausgesetzten Tiere allesamt aus einer Zucht stammen. Das bestätigte sich überraschend am Freitagnachmittag. Die Polizeidirektion Schwalm-Eder berichtet gegenüber der HNA, dass sie eine Züchterin aus dem Landkreis Marburg-Biedenkopf als Verantwortliche ermittelt hat. Sie soll in Summe 20 Tiere ausgesetzt haben, aus Sicht der Polizei eine Straftat. Ob noch weitere Tiere ausgesetzt wurden, war am Freitag völlig offen.

Das dramatische für die Tiere dabei erläutert Cornelia Otte: „Sie sind nicht in der Lage, sich zu ernähren“. Bei den jetzigen Temperaturen mit bis zu Minus sechs Grad in den vergangenen Tagen sinken die ohnehin geringen Überlebenschancen der Tiere, die das Leben außerhalb von vier Wänden überhaupt nicht kennen. Das unterstreicht auch Maresi Wagner, Leiterin des Tierheimes in Cappel. Ihr und allen Tierschützern, die den Katzen helfen wollen, geht es jetzt vor allem darum, Anwohner zu sensibilisieren.

Ein Tier tot aufgefunden

Wagner rät dazu, auch in Gartenschuppen und Kellerschächte zu schauen. „Ansonsten werden wir im Frühjahr wohl etliche tote Tiere finden“, sagt Cornelia Otte. Sie geht davon aus, dass noch deutlich mehr Rassekatzen ausgesetzt worden sind. Traurige Zwischenbilanz: Vier Tiere in teilweise sehr schlechtem Zustand wurden bisher in Stadtallendorf gefunden.

Ein Kater der Rasse British Kurzhaar, der extrem geschwächt war, hat das neue Jahr trotz tierärztlicher Hilfe nicht mehr erlebt. Ein weiteres Tier wurde am Donnerstag tot aufgefunden. Maresi Wagner und Cornelia Otte gingen bereits vor der Erfolgsmeldung der Polizei im Nachbarkreis davon aus, dass ein direkter Zusammenhang mit 15 in Borken und Homberg (Efze) gefundenen Tieren besteht.

Landkreis ist eingeschaltet

Auch die Veterinärbehörde des Kreises ist eingebunden. „Wir sind mit dem Fall betraut und recherchieren“, sagt Kreissprecher Stephan Schienbein. Maresi Wagner betont, dass aufgefundene Katzen in jedem Fall auf tierärztliche Hilfe angewiesen sein werden. Niemand sollte sie einfach behalten, jeder Fund sollte gemeldet werden. Mehrere ehrenamtliche Tierschützer waren in Stadtallendorf unterwegs – auch nachts. Sie gehen Hinweisen nach. „Da steckt großer Einsatz hinter“, so Wagner.

  • Kontakt: Wer Katzen findet, kann sich an das Tierheim, Telefon 06421/46792, die Mobilfunknummer 0176/26771656 oder die nächste Polizeistation wenden.

von Michael Rinde