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Ostkreis Das Camp "Im Norden o.k." ist Geschichte
Landkreis Ostkreis Das Camp "Im Norden o.k." ist Geschichte
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15:53 03.10.2020
Quelle: Thorsten Richter
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19.40 Uhr: Festnahmen und Platzverweise

Die Polizei zieht eine überwiegend positive Tagesbilanz. Gleichwohl gab es insgesamt 20 Festnahmen. Darüber hinaus bekamen 29 Personen einen Platzverweis, darunter 21 die einen Harvester am Einfahren in den Sicherheitsbereich hindern wollten. Für das Wochenende sind fünf Versammlungen angemeldet.

18.35 Uhr: Einsatz beendet

Der Polizeieinsatz und die Rodungsarbeiten am Herrenwald enden in diesen Minuten. Wie die Firma Deges soeben mitteilt, wurden in den vergangenen beiden Tagen etwa vier bis fünf Hektar Wald in dem Gebiet gerodet. Die Arbeiten lägen im Zeitplan, so Deges-Sprecher Michael Zarth. Das Unternehmen Deges ist unter anderem für die Bauvorbereitung verantwortlich.

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16.03 Uhr: Durchbruchversuch scheitert

Wie die Polizei berichtet, gab es einen Durchbruchversuch durch die Absperrungen der Polizei am Herrenwald. 21 Personen hätten versucht, in der Nähe der Mahnwache am Waldrand in den Wald einzudringen. Das sei ihnen nicht gelungen, es sei aber zu körperlicher Gewalt gekommen, hieß es von Seiten eines Polizeisprechers soeben. Der Durchbruchversuch ereignete sich wohl gegen 15 Uhr. Inzwischen so die Lage wieder ruhig, so die Polizei

15.15 Uhr: Demo-Ende

Die Demonstration ist beendet. 

13.30 Uhr: Polizisten drängen Menschen aus Wald

Inzwischen sind etwa 80 Demonstranten unterwegs und protestieren gegen die A 49. 

Im Herrenwald wurde unterdessen eine Gruppe Plakate tragender Protestler von der Polizei aus dem Wald gedrängt. 

13 Uhr: Klimaprotest in Stadtallendorf

Etwa 40 Demonstranten sind bisher am Bahnhof Stadtallendorf zusammengekommen. Der Zug startet um etwa 13.15 Uhr.

Foto: Michael Rinde
12.45 Uhr: Das Camp ist geräumt

"Hör du auf", waren die letzten Worte, die der letzte Besetzer den Männern vom SEK zurief. Nun sitzt er wohlbehalten im Korb der Hebebühne und die Polizei ruft alle Menschen dazu auf, den Wald zu verlassen, damit weiter gerodet werden kann. Das Camp "Im Norden o.k." ist Geschichte.

12 Uhr: Polizei mahnt zu friedlichem Protest

Polizisten halten 15 vermummte Personen mit Plakaten davon ab, zu den Baumhäusern zu gelangen. Die Beseter auf den Bäumen erinnern sie an die Allgemeinverfügung und kündigen an, sie nun von den Bäumen zu holen. Ein Beamter sagt, dass Besetzer auf einer anderen Plattform Messer und andere Spitze Gegenstände gezogen hätten. "Macht das bitte nicht", es solle nicht zu "blöden Situationen" kommen, sagte der Polizist.

"Bisher habt ihr passiv Widerstand geleistet, aber Beamte bewerfen, das geht nicht." So in etwa lautete die Ansage eines Polizisten an einen Besetzer, der mit Stöckchen nach dem SEK warf. Es solle schließlich niemand verletzt werden – und die Polizei betreibe dafür einen riesigen Aufwand. 

Kurz darauf werden zwei weitere Baumbesetzer abgeführt. Widerstandslos. Reibungslos. 

Foto: Tobias Hirsch
11.30 Uhr: Baufirma im Zeitplan

Die Firma Deges zeigt sich mit dem bisherigen Verlauf der Arbeiten zufrieden. Am Vortag seien bereits zwei bis drei Hektar im Herrenwald gerodet worden, insgesamt sollen dort Bäume auf einer Fläche von 49 Hektar fallen. «Wir sind im Plan», sagt ein Deges-Sprecher.

11.30 Uhr: Hier unsere Fotos vom Vormittag in der Bildergalerie
11.30 Uhr: 16 Besetzer festgenommen

Spezialkräfte der Polizei haben gerade einen weiteren Besetzer aus einem Baumhaus geholt. Alle sechs gestern Festgenommenen sind wieder auf freiem Fuß. 

Heute wurden bisher 16 Personen zur Feststellung der Personalien festgenommen. Darunter mindestens sechs Waldbesetzer, die aus Baumhäusern herausgeholt wurden.

Inzwischen ist auch eine Hebebühne angekommen – und es geht an die höheren Plattformen. 

Foto: Tobias Hirsch
11 Uhr: Demo startet in zwei Stunden

Fridays for Future Marburg ruft zum Klimastreik gegen die Rodung im Herrenwald auf.  Das Motto "Freitags wird gestreikt - Der Herri Bleibt!".

Die Demonstration führt heute ab 13 Uhr vom Bahnhof Stadtallendorf über den Lohpfad, Habichtstraße durch das Feld über die Leide zur Mahnwache. Es gibt eine Auftaktveranstaltung am Bahnhof. Angemeldet sind 100 Teilnehmer. 

"Die Zerstörung des Waldes für eine neue Autobahn stehen im absoluten Widerspruch zu einer klimagerechten Verkehrswende und der Dramatik der Klimakrise", informieren die Klimaaktivsten von Fridays for Future per Pressemitteilung. 

10.30 Uhr: Noch gibt es Widerstand

Das SEK geht jetzt die nächste Plattform an. Die Besetzer wurden nochmal an die Allgemeinverfügung des Landkreises erinnert, gehen aber nicht freiwillig.

10 Uhr: Polizisten räumen Plattformen

Es befinden sich immer noch Menschen im von der Polizei abgesperrten Bereich im Herrenwald. Die Rede ist von drei Plattformen und möglicherweise sieben bis neun Besetzern. 

Spezialisten des Höheninterventionsteams klettern mit Leitern auf eine Plattform mit zwei wild protestierenden Besetzerinnen. Die anderen Baumbesetzer rufen: "You are not alone." Zehn Minuten später werden die beiden abgeseilt und abgeführt.

Foto: Florian Lerchbacher

9.30 Uhr: Hass, Wut und Trauer

Einige der Besetzer haben offenbar im Wald übernachtet. Andere sind am Morgen in den Wald gezogen, vorbei an der Polizei. 

"Noch geht es uns gut, auch wenn es ein bisschen kalt ist", sagen die Besetzer. Den Polizisten rief einer entgegen: "Natürlich habe ich Schmerzen, wenn ihr den Wald abholzt."

Die Waldbesetzer im Herrenwald, mit denen wir sprachen, äußern Hass, Wut und Trauer – und die Hoffnung, dass es sich die Politik noch einmal überlegt mit dem Weiterbau der A49. Insbesondere die Grünen sollten darüber nachdenken, ob sie das Projekt wirklich so "scheiße" sein und das Projekt weiter unterstützten wollen. 

Unterdessen trifft das Höheninterventionsteam der Polizei ein: 

Foto: Thorsten Richter
9 Uhr: Warten auf Spezialkräfte

Polizisten fordern Waldbesetzer auf, den abgesperrten Bereich umgehend zu verlassen. Der Aufforderung kamen die Waldbesetzer nicht nach. Einige, die sich am Boden befanden, wurden weggetragen. Um jene auf den Bäumen müssen sich nun wieder Spezialkräfte kümmern. Auf das SEK wird nun gewartet.

Wie die Polizei mitteilt, habe es einige Unmutsbekundungen von Seiten der Besetzer ihnen gegenüber gegeben, aber insgesamt sei die Stimmung ruhig.

Foto: Thorsten Richter

Derweil in Berlin

Mit Transparenten haben Umweltaktivisten an der Hessischen Landesvertretung in Berlin gegen Baumrodungen für den Autobahnbau in dem Bundesland demonstriert. Die Proteste verliefen friedlich und ohne Zwischenfälle. An der Aktion am Morgen waren nach Angaben einer Mitorganisatorin rund 30 Menschen beteiligt, die Polizei sprach von etwa 35. Etwa 10 von ihnen seien mit Leitern auf das Vordach der Landesvertretung geklettert. 

8.30 Uhr: Polizei rückt an

Die Polizei rückt mit einem Großaufgebot an. Über dem Herrenwald kreist ein Hubschrauber. Einige Protestler werden weggetragen, andere harren in Bäumen aus.

Foto: Thorsten Richter
8 Uhr: Autobahngegner klettern in Bäume

Nicht nur die Polizei, auch die Waldbesetzer stellen sich auf einen weiteren Protesttag gegen die Rodungen für den umstrittenen Ausbau der Autobahn 49 ein. Auf Twitter ist zu lesen, dass Autobahngegner erneut auf Bäume geklettert sind, um die Rodungsarbeiten zu verhindern. Derweil wurden zahlreiche Einsatzkräfte der Polizei am Herrenwald bei Stadtallendorf gesichtet.

7.30 Uhr: Morgen keine Rodungen

Angesichts angekündigter Demos gegen den Weiterbau der Autobahn 49 in Mittelhessen plant die Projektgesellschaft Deges an diesem Wochenende keine Rodungen. «Wir wollen keine Konfrontation, deshalb ruhen die Arbeiten am Wochenende», sagte ein Deges-Sprecher am Freitag.

7 Uhr: Autofahrer, aufgepasst

Autofahrer, aufgepasst: Auch heute ist auf der Bundesstraße 454 in Stadtallendorf mit Verkehrsbehinderungen zu rechnen.

6 Uhr: Ruhige Nacht

Wie die Polizei mitteilt, verlief die Nacht rund um Herrenwald und Dannenröder Forst ohne besondere Vorkommnisse. Nun bereite man sich auf die Begleitung der weiteren Baumfällarbeiten und eine mögliche Räumung vor. «Wir gehen davon aus, dass es im Laufe des Vormittags mit den Arbeiten weitergeht», sagt ein Sprecher der Polizei. 

Rückblick auf den 1. Oktober

Am Donnerstag (1. Oktober) haben die Waldrodungen für die A-49-Trasse im Stadtallendorfer Herrenwald begonnen. Mehrere Hundert Polizisten aus Hessen, Nordrhein-Westfalen und Bayern schützten die Arbeiten. Außerdem wurden mehrere Baumhäuser des seit wenigen Wochen bestehenden Autobahn-Gegner-Camps mit Hilfe von Spezialeinsatzkräften und Hebebühnen geräumt und beseitigt. Auf zwei Baumhäusern befanden sich am Abend noch Personen.

Die Rodungsarbeiten und Räumungen verliefen unter lautstarken, aber friedlichen Protesten von Waldbesetzern und Unterstützern. Es gab, Stand gestern, keine Verletzten. Bei 70 Personen stellte die Polizei nach Blockaden oder Versuchen, die Absperrungen zu durchbrechen, die Personalien fest. Sechs Personen wurden vorläufig festgenommen, darunter einer wegen Widerstandes gegen Polizeibeamte.

Im Herrenwald müssen insgesamt 49 Hektar Wald in den nächsten Wochen gefällt werden, etwa 6 Hektar davon liegen im Gebiet rund um das weitgehend geräumte Baumhaus-Camp.

--> Hier geht's zum OP-Ticker vom 1. Oktober: Es geht los im Herrenwald 

von Michael Rinde, Thorsten Richter, Florian Lerchbacher, Friederike Heitz und Hartmut Berge