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Ostkreis A 49: Es geht los im Herrenwald
Landkreis Ostkreis A 49: Es geht los im Herrenwald
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00:06 05.10.2020
Polizisten im Einsatz im Herrenwald. Quelle: Nadine Weigel
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20.40 Uhr: B 454 weiter gesperrt

Die Bundesstraße 454 ist weiterhin in Richtung Neustadt gesperrt und zwar ab der Kreuzung Hauptstraße/Bahnhofstraße.   

18.48 Uhr: Polizeieinsatz beendet

Die Polizei hat ihren Einsatz für heute bendet. Auch die Fällarbeiten ruhen. 

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17.15 Uhr: Vier Baumkletterer

Die Aktionen auf beiden Seiten dauern an: Während am Boden demonstriert wird, versucht die Polizei an vier versierte Kletterer heranzukommen.

16.27 Uhr: Schwierige Räumung

Spezialeinsatzkräfte der Polizei sind dabei ein großes Baumhaus zu räumen. Das ist offenbar schwierig, weil sich Aktivisten schnell und geschickt in den Bäumen bewegen.   

16.05 Uhr: Nächste Festnahme

Ein weiterer Autobahngegner versucht auf einen Baum zu klettern: Polizisten hindern ihn daran und nehmen ihn vorläufig fest.

15.25 Uhr: Aktivist klettert auf Baum

Ein Aktivist ist ungesichert auf einen Baum geklettert. Alle anderen Autobahngegner sind offenbar geflohen. Laut Polizei ist das Baumhäuser leer.

14.35 Uhr: Polizei informiert über Räumung
14.45 Uhr: Durchbruchsversuch gescheitert

Zwei Autobahngegner haben versucht, die Absperrung zu durchbrechen, um zu einem Hubsteiger zu gelangen. Die Polizei verhinderte dies und nahm sie vorläufig fest.   

14.30 Uhr: Die Räumung beginnt

SEK-Beamte stehen auf der Hebebühne und schneiden sich den Weg zum ersten Baumhaus frei. An anderer Stelle ist ein Baum gefallen, um an das nächste Baumhaus heranzukommen. 

14.05: Die A5 bei Alsfeld ist weiter gesperrt

14 Uhr: Die Räumung des ersten Baumhauses steht kurz bevor

Das SEK bereitet sich auf die Räumung des ersten Baumhauses vor. Mithilfe von Kletterspezialisten sollen die Besetzer heruntergeholt werden.

13.25 Uhr: Hebebühne am ersten Baumhaus

Die Polizei macht eine letzte Ansage: Entweder Aufgeben und den Wald verlassen oder es folgt die Räumung. Eine Hebebühne steht dafür am ersten Baumhaus schon bereit. Auch Spezialisten des SEK sind am Einsatzort.

12.50 Uhr: Polizei sichert Räumfahrzeug
12.30 Uhr: Sitzblockade aufgelöst

Die Polizei hat eine Sitzblockade der Protestler aufgelöst und die Autobahngegner teilweise weggetragen.

 

12 Uhr: Autobahngegner entrollen Plakat an der A5

Weitere Aktivisten haben soeben an einer Autobahn-Brücke an der Autobahn 5 bei Alsfeld ein Plakat entrollt. Die Autobahn ist in Richtung Frankfurt zwischen der Abfahrt Alsfeld-West und Rastplatz Dottenberg gesperrt.

11.45 Uhr: Gerade herrscht Ruhe

Es herrscht momentan Ruhe im Forst. Alle warten auf weitere Entwicklungen.

11.40 Uhr: 

Die beiden Autobahngegner, die um 9.55 Uhr in den Wald zogen, haben es nicht zum Baumhaus geschafft: Sie wollen aber nicht aufgeben und weiter versuchen, hinter die Absperrung zu kommen, erklären sie gegenüber dem OP-Reporter. Wenn sie hören, wie die Bäume fallen, empfinden sie Enttäuschung und Wut - auf die Politik, die nix gegen das Projekt unternimmt, sagen sie.

11.35 Uhr: BUND nimmt Stellung

Thomas Norgall, stellvertretender Geschäftsführer des hessischen Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) äußert sich über die Forderung des Hessischen Industrie- und Handelskammertags (HIHK) zum Baubeginn der A 49 mit folgenden Worten: „Der Weiterbau der A 49 darf die Zukunft nicht verbauen. Um das Tempo der bereits laufenden Erderhitzung noch abkühlen zu können, müssen wir in Deutschland so schnell wie möglich in die Verkehrswende einsteigen, und nicht gesunde Mischwälder abholzen. Aus Sicht des BUND wäre der Weiterbau eine Fehlinvestitionen, denn das Geld wird dringend für die Neuausrichtung auf eine klimaverträgliche Mobilität benötigt.“

11.30 Uhr: Kindergartenkinder müssen Waldwoche abbrechen

Uns erreichte eine Leserzuschrift aus Stadtallendorf: Die Kinder des Kindergartens St. Katharina haben in dieser Woche ihre "Waldwoche". Dort lernen die Kinder Bäume und Tiere kennen. Das sei ein absoluter Höhepunkt für die kleinen Kinder, schreibt Jörg Thorwarth: Leider musste dieses Projekt heute abgebrochen werden, da für die Sicherheit der Kinder nicht mehr garantiert werden konnte. Die Kinder sind sehr traurig darüber. 

11.15 Uhr: Wir haben eine Bildergalerie für Euch angelegt
An der geplanten Trasse der A49 haben am Donnerstagmorgen die Rodungen begonnen. Für die OP vor Ort sind Nadine Weigel, Michael Rinde und Florian Lerchbacher.
10.45 Uhr: Gleich wird wohl geräumt

Das Camp Herrenwald ist komplett umstellt. Die Räumung steht wohl kurz bevor. Rund ums Absperrband scharen sich Protestierende. Ein Hubschrauber kreist über dem Wald. Um die Baumhäuser zu räumen, müsste die Polizei Hubwagen einsetzen. Doch für die ist hier kein Platz. Den müsste erst eine Holzernte-Maschine schaffen. 

Polizisten und Autobahngegner stehen sich derweil weiter gegenüber: die Polizisten unten, die Autobahngegner oben in ihren Baumhäusern. Dort singen sie und rufen Parolen wie "Schämt euch!". Andere Waldbesetzer machen im Hintergrund Musik. 

Foto: Nadine Weigel

Es gibt auch aggressive Protestler. Sie rufen den Polizisten zu: "Ich hasse euch, ich verachte euch. Ihr seid Mörder. Der Wald sorgt dafür, dass ihr Essen habt. Hört auf zu essen, zu trinken, zu atmen."

10.30 Uhr: Das Roden geht weiter

Unterdessen wird im Herrenwald weiter gefällt und gerodet. Polizisten bewachen Arbeiter und Maschinen. 

Von der mit den Arbeiten beauftragten Firma Deges gibt es jetzt eine offizielle Mitteilung. "Mit dem Start der vegetationsfreien Periode beginnen heute die notwendigen Baumfällarbeiten, um das Baufeld für den Lückenschluss der A 49 in Mittelhessen freizumachen. Erste Fällungen werden ab heute im Bereich des Herrenwalds umgesetzt", informiert die Firma auf Twitter. 

Foto: Nadine Weigel

10.15 Uhr: Drei Besetzer geben auf

Die Frist, die die Polizei den Aktivisten gesetzt hat, ist abgelaufen. Drei der Waldbesetzter geben auf. Sie nehmen das Angebot der Polizei an und verlassen den Wald. Waldbesetzer in Baumhäusern stimmen Wolfsgeheul an.

9.55 Uhr: Stimmung unter Besetzern ist angespannt, aber gut

Zwei Autobahngegner bezeichnen die Stimmung unter den Besetzern als angespannt aber gut. Sie machen sich auf den Weg in den Wald. Draußen an der Mahnwache zu stehen, reicht ihnen nicht. Sie wollen nicht nur ein Zeichen setzen sondern konkret die Rodung verhindern, berichten sie im Gespräch mit der OP. Außerdem bräuchten die Menschen im Wald jede Form der Unterstützung.

9.45 Uhr: Keiner darf mehr hinter die Absperrung

Die Polizei lässt keinen mehr hinter die Absperrung.

9.40 Uhr: Carola Rackete ist vor Ort

Auch Carola Rackete - die im Juni 2019 Berühmtheit erlangte, als sie Flüchtlinge aus Seenot rettete und als Kapitänin der Sea-Watch 3 nach Lampedusa brachte - ist am Herrenwald eingetroffen. Sie steht den Waldbesetzern im Dannenröder Forst seit einigen Tagen zur Seite.

Im Interview sagt Rackete, sie glaube an massiven Widerstand der Klimagerechtigkeitsbewegung über Wochen. Der heutige Tag sei erst der Anfang. Sie spricht sich erneut für die Verkehrswende aus und betont noch einmal, dass die Menschen das Angebot nutzen, das ihnen offeriert wird. "Baut die Schiene aus, dann wird die Bahn auch stärker genutzt."

9.35 Uhr: Spezialkräfte stehen bereit

Am Waldrand haben sich Spezialkräfte der Polizei gesammelt und halten sich bereit.

9.30 Uhr: Fahrzeuge am Pendlerparkplatz müssen umgeparkt werden

Die Polizei bittet, die Fahrer der Fahrzeuge, die aktuell auf dem Pendlerparkplatz an der B454 geparkt sind, unverzüglich ihre Autos von dort zu entfernen.

9.20 Uhr: Menschen laufen hinter Baumaschinen
9.05 Uhr: Die ersten Bäume fallen

Ein Harvester hat seine Arbeit aufgenommen und fällt die ersten Bäume im Herrenwald.

9 Uhr: Massive Verkehrsbehinderungen

In Stadtallendorf kommt es wegen des Einsatzes zu massiven Verkehrsbehinderungen. Wer nach Stadtallendorf oder hindurch will, muss sich auf längere Fahrzeiten einstellen.

8.50 Uhr: Polizei setzt auf Dialog

Wie ein Sprecher der Polizei gegenüber der OP mitteilt, setzt die Polizei derzeit noch auf den Dialog mit den Autobahngegnern. Die Stimmung sei konstruktiv, sagte Jochen Wegmann. Etwa 40 Aktivisten halten sich seinen Angaben nach im Camp und am Baumhaus im Herrenwald auf. Die Polizei verhandelt mittlerweile mit den Waldbesitzern und gibt ihnen eine Frist, den Wald bis 10 Uhr zu verlassen. Ansonsten werde das Camp geräumt.

8.30 Uhr: B454 ist gesperrt

Wegen des Polizeieinsatzes ist die Bundesstraße 454 in Richtung Neustadt gesperrt. Und natürlich auch aus Richtung Neustadt nach Stadtallendorf.

8 Uhr: Polizei umstellt Baumhäuser

Greenpeace kündigt an, ab 11 Uhr vor dem Landtag gegen die Waldrodung zu protestieren – und zwar mit einem 1,7 Tonnen schweren, abgeholzten Baum aus dem Dannenröder Forst. 

Unterdessen umstellen Polizisten Baumhäuser im Herrenwald. Die Stimmung ist angespannt. 

Die Waldbesetzer hoffen derweil auf Verstärkung. 

7.30 Uhr: Waldbesetzer sind wach

Camp Herrenwald unweit der Aral-Tankstelle ist wach. Im Herrenwald gibt es bei Weitem nicht so viele Waldbesetzer wie im Dannenröder Forst. Gesehen haben wir heute etwa zehn. Aber es heißt, dass Waldbesetzer aus Dannenrod am Morgen um 4 Uhr in Richtung Herrenwald losgelaufen sind.

Foto: Nadine Weigel
7 Uhr: Polizei rückt an

Hundertschaften verteilen sich an den Randgebieten von Stadtallendorf in Richtung Wald. Ein Wasserwerfer ist auch rausgefahren. Es geht offenbar los im Herrenwald.

Wir berichten live aus dem Herrenwald:

6 Uhr: Großaufgebot der Polizei

Guten Morgen, unsere Reporterin ist früh aufgestanden und jetzt für Euch in Stadtallendorf. Auch andere Medienvertreter sind vor Ort. 

Waldbesetzer sind auch schon wach. Auf Twitter tauschen sie Informationen darüber aus, wo Mannschaftswagen der Polizei gesehen wurden. 

Die Polizei scheint sich in der Hessenkaserne zu sammeln. Dort trifft gerade ein Polizeiwagen nach dem anderen ein, darunter auch Polizisten aus anderen Bundesländern. Insgesamt sollen 2000 Polizisten heute hier vor Ort sein. Wann und wo die Rodungsarbeiten beginnen, ist noch unklar.

Foto: Nadine Weigel

--- Wir aktualisieren diesen Artikel, sobald es Neues gibt ---

von Nadine Weigel, Michael Rinde, Florian Lerchbacher, Friederike Heitz und Katharina Kaufmann-Hirsch

Hintergrund

Die Straße

Die A49 soll einmal Kassel und Gießen miteinander verbinden. Insgesamt sollen dafür 85 Hektar Wald entlang der geplanten Trasse gefällt werden. Davon gehören 27 Hektar zum Dannenröder Wald sowie weitere 49 Hektar zum nahe gelegenen Herrenwald.

Der Streit

Der Streit um den Ausbau der Autobahn schwelt seit Jahrzehnten.

Befürworter erhoffen sich weniger Verkehrslärm in den umliegenden Dörfern, kürzere Wege für Pendler und eine bessere Anbindung für Unternehmen in der Region.

Gegner halten das Projekt angesichts der Klimakrise für überholt. Sie fordern eine Verkehrswende. Außerdem befürchten sie katastrophale Folgen für die Natur. Aktivisten halten die Waldstücke seit rund einem Jahr besetzt.

Der Zeitplan

Am 1. Oktober sollen die Rodungsarbeiten für den Weiterbau der Autobahn 49 in Mittelhessen starten. Wo genau, war zunächst nicht bekannt.

Die Polizei will nach eigenen Angaben die Arbeiten begleiten und die Bauarbeiter schützen. Die Rede ist von einem wochenlangen, komplexen Großeinsatz mit Polizisten aus dem gesamten Bundesgebiet. (dpa, fgk)

Termin

Für Sonntag (4. Oktober) haben Umwelt- und Klimaschützer zu Protesten am Dannenröder Wald aufgerufen. Neben den NaturFreunden Deutschlands wollen sich daran auch der Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND), Campact und Fridays for Future unter dem Motto «Der Dannenröder Wald muss bleiben - Verkehrswende jetzt» beteiligen. Mit einer Demonstration direkt am Waldrand werde man sich symbolisch schützend vor den Wald stellen, erklärte Uwe Hiksch, Mitglied des Bundesvorstands der NaturFreunde Deutschlands. Man hoffe auf «viele tausend Teilnehmer». (dpa)