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Ostkreis A49-Gegner blockieren Autobahnen
Landkreis Ostkreis A49-Gegner blockieren Autobahnen
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19:49 27.11.2020
(Symbolbild)
(Symbolbild) Quelle: Britta Pedersen
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19.20 Uhr: Camp komplett geräumt

Die gestern begonnene Räumung eines Camps im nördlichen Bereich wurde heute fortgesetzt und zum Abschluss gebracht, bilanziert die Polizei am Abend. Die Einsatzkräfte haben in den vergangenen zwei Wochen bereits drei Camp-Strukturen im Norden und drei im Süden komplett geräumt. Bei anderen Camps wurden bereits Teilbauten entfernt.

Heute hat die Polizei weiter das Barrio "Nirgendwo" im Norden des Waldes geräumt. Dort musste ein Ausbaugegner aus einem Betonklotz befreit werden. "Nirgendwo" zählte zu den größten Baumhausdörfern im Dannenröder Forst. 

Auf der geplanten Strecke einer angemeldeten Versammlung waren die Not- und Rettungswege durch Barrikaden blockiert worden. Eine Alternativroute wurde durch die Versammlungsbehörde nicht genehmigt. Daher kam es zu einer Kundgebung in Schweinsberg, an der etwa 25 Personen teilnahmen. Anschließend setzten sich die Teilnehmer in Richtung Wald in Bewegung, wo die Versammlung dann friedlich beendet wurde.

An einer weiteren angemeldeten Versammlung von Ausbaugegnern nahmen am Nachmittag in der Spitze bis zu 300 Personen teil. Diese endete gegen 18 Uhr, ebenfalls friedlich. Die Bundesstraße B 62 und die Landesstraße 3343 waren heute komplett gesperrt. Die B62 konnte am Abend wieder freigegeben werden. Für Morgen ist hier geplant, den Verkehr halbseitig fließen lassen zu können. In den Morgenstunden kann es temporär zu Sperrungen kommen. Die Regelung erfolgt durch Einsatzkräfte vor Ort.

Bilanz: Es wurden heute 54 Personen in Gewahrsam genommen. Weiterhin wurden 13 Ermittlungs- und 42 Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet und 56 sogenannte Platzverweise ausgesprochen.

13.15 Uhr: Vollsperrung aufgehoben

Spezialkräfte der Polizei haben die drei Personen, die sich heute Morgen an der Brücke Rödgener Straße an der A 485 abgeseilt hatten, sicher zu Boden gebracht. Die drei Personen wurden festgenommen. Die Ermittlungen dazu dauern noch an. Die Straße ist wieder frei gegeben.

11.35 Uhr: Baumbesetzer befreit

Die Person mit dem Betonklotz ist frei und wird jetzt abgeführt. 

11.15 Uhr: Arbeit am Betonklotz

Die Lage im Dannenröder Forst ist unverändert. Polizisten mühen sich immer noch mit dem Betonklotz ab.

Foto: Tobias Hirsch

10.20 Uhr: Spezialkräfte bleiben im Wald

Nach Auskunft der Polizei haben die neuerlichen Abseilaktionen auf Autobahnen derzeit keine direkten Folgen für den laufenden Einsatz im Forst. Es war spekuliert worden, dass von dort Spezialkräfte abgezogen werden sollten.

Klimastreik in Dannenrod

"Freitags wird gestreikt – Der Danni bleibt!": Unter diesem Motto ruft Fridays for Future Marburg heute zum Klimastreik gegen den Weiterbau der A49 auf. Start der Demo ist um 12 Uhr an der Mahnwache "Am Trieb" in Schweinsberg. Ziel ist der Dannenröder Forst.  

10.15 Uhr: Akku-Meißel im Einsatz

Waldbesetzer und Betonklotz sind jetzt am Boden. Polizisten versuchen, den Beton mit einem Akku-Meißel vom Arm des Mannes zu lösen.

Foto: Tobias Hirsch

10 Uhr: Arm einbetoniert

Nach wie vor sind einige Baumhäuser und Plattformen im Camp "Nirgendwo" besetzt. Spezialkräfte der Polizei versuchen gerade, einen Waldbesetzer zu Boden zu bringen, dessen einer Arm bis zum Ellenbogen einbetoniert ist. Die Polizei spricht von "Millimeterarbeit mit dem Bagger".

Foto: Tobias Hirsch

9.40 Uhr: Kein Rodungsstopp im Advent

Mittelhessens Polizeipräsident Bernd Paul hat sich gegen einen Rodungsstopp im Dannenröder Forst ausgesprochen. Unter anderem die evangelische Kirche hatte einen Stopp an den Adventssonntagen gefordert. Auf die Idee jetzt die Rodungen anzuhalten, um zur Besinnung zu kommen, würde er nicht kommen, sagte Paul dem hessischen Privatsender Hit Radio FFH. Damit werde der Einsatz nur noch weiter verlängert. Er wollte «mit der gebotenen Gründlichkeit und Sicherheit die Rodungen abschließen», damit die Einsatzkräfte noch vor Weihnachten zurück zu ihren Familien können.

9 Uhr: A49-Gegner sorgen für Staus

Mit Abseilaktionen in mehreren Bundesländern stoppen A49-Gegner den Verkehr auf verschiedenen Autobahnen in ganz Deutschland. In Hessen, Niedersachsen, Sachsen, Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern seilen sich Menschen über Autobahnen ab, wie örtliche Polizeibehörden bestätigten. Betroffen ist auch die Autobahn 485 bei Gießen. Dort seilten sich der Polizei zufolge drei Personen von einer Brücke ab. Der Gießener Ring ist in beide Richtungen gesperrt, der Verkehr staut sich. Weitere Aktionen betreffen die Autobahn 7 bei Kassel, die A4 bei Jena, die A2 bei Braunschweig, die A4 bei Dresden sowie die A20 bei Tribsees in Mecklenburg-Vorpommern. 

Foto: Michael E. Schmidt

Zur Abseilaktion in Gießen: Die Polizei wurde nach eigenen Angaben gegen 8.45 Uhr über die Aktion an der Brücke in Höhe Abfahrt Grünberger Straße informiert. Als die ersten Streifen eintrafen, hatten sich bereits drei Autobahngegner abgeseilt, zwei auf die Fahrbahn Richtung Norden und eine Person auf die Fahrbahn in Richtung Süden. Die Polizei nahm vier Menschen fest. 

Demo vor Amazon-Zentrale

Protest auch in München: Klimaschützer protestieren vor der Amazon-Zentrale in München. Sie deponierten mit Vorwürfen beschriftete Pakete vor dem Eingang. Die Pakete sollen «Amazons Produkte symbolisieren: Umweltzerstörung, Steuerflucht, schlechte Arbeitsbedingungen, die Verdrängung des Einzelhandels, und viele weitere Problematiken», teilte Extinction Rebellion mit.

8.30 Uhr: Polizei sperrt B62

Autofahrer, aufgepasst. Die Bundesstraße 62 ist heute zwischen Niederklein und Lehrbach komplett gesperrt. 

8 Uhr: Tag 18 im Forst bricht an

Die Polizei ist nun den 18. Tag infolge im Dannenröder Forst im Einsatz und arbeitet sich in Sachen Räumung weiter voran.

Foto: Boris Roessler

von Michael Rinde, Tobias Hirsch, Friederike Heitz und unserer Agentur dpa

---Dieser Artikel wird aktualisiert---

Rückblick auf Tag 17

Aus der Box in der Luft auf den Boden: Am 26. November (Donnerstag) hat die Polizei mit der Räumung eines der großen Baumhaus-Camps im Dannenröder Forst begonnen. Dabei kam es zu Angriffen auf Beamte mit Enterhaken und Fußtritten. Erst einloggen, dann hier weiterlesen ...  

Hintergrund

Die A49 soll Gießen und Kassel direkter miteinander verbinden. Für die geplante Trasse, die teils durch ein Trinkwasserschutzgebiet führen soll, sollen rund 85 Hektar Wald gerodet werden.  Um das zu verhindern, halten Umwelt- und Klimaschützer den Wald seit mehr als einem Jahr besetzt, die Polizei räumt das Waldstück seit 10. November Schritt für Schritt.

Zuletzt hatte sich die Lage zugespitzt, nachdem es zu zwei Abstürzen von zwei Waldbesetzern und weiteren gefährlichen Zwischenfällen gekommen war. Gegner lehnen das Verkehrsprojekt aus Klimaschutzgründen ab. Die Befürworter erhoffen sich weniger Verkehrsbelastung und eine bessere Straßenanbindung.(dpa)