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Ostkreis Den Besen wieder in eigener Hand
Landkreis Ostkreis Den Besen wieder in eigener Hand
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12:58 04.01.2020
Die größeren Reste vom Feuerwerk sammeln Mitarbeiter der Stadtwerke derzeit mit Schaufel und Besen ein. Für die 
vorübergehend angemietete Kehrmaschine ist es zu kalt. Quelle: Florian Gaertner/Archiv
Stadtallendorf

Mit dem Jahreswechsel sind die Stadtwerke Stadtallendorf nun auch ganz formal wieder alleinverantwortlich für die Stadt- und Straßenreinigung. Noch passiert das nach einem Notplan, weil die nötigen beiden neuen Mitarbeiter erst gefunden und eingestellt werden müssen.

Außerdem besitzen die Stadtwerke noch keine eigenen Kehrmaschinen, weder die große für die Straßen noch die kleine Variante für die Wege und Plätze. Derzeit sind für die Straßen Leihmaschinen im Einsatz.

Das Stadtparlament hatte im vergangenen Spätherbst den Weg dafür freigemacht, dass die Stadtreinigung wieder eine rein kommunale Angelegenheit wird. Bisher hatte die Stadt die Aufgabe an ein Fremdunternehmen vergeben. Aus dem Vertrag sind die Stadtwerke zwischenzeitlich herausgekommen. Vor der Parlamentsentscheidung hatte es noch eine Untersuchung dazu gegeben, ob die öffentliche Hand die Aufgabe wirtschaftlich zumindest ebenso gut schultern kann, wie ein Unternehmen.

Kehrpläne werden aktualisiert

Giselher Pontow, Betriebsleiter der Stadtwerke, freut sich, dass das Thema Straßenreinigung nun Sache der Stadtwerke selbst ist. „Jetzt können wir selbst entscheiden, es gibt keine Abhängigkeiten von den Entscheidungen eines Unternehmens mehr“, sagt Pontow.

Derzeit gibt es in den Büros der Stadtwerke im Rathaus aber einige Mehrarbeit. Schließlich will der Eigenbetrieb die Gelegenheit nutzen, um die Kehrpläne für das Stadtgebiet zu aktualisieren, möglicherweise die Prioritäten neu zu ordnen oder Fehler zu korrigieren. Bei zwei bis drei Straßen im Stadtgebiet, die das Unternehmen bisher nicht gekehrt hatte, soll sich beispielsweise was ändern, „Das Unternehmen war der Meinung, die Kehrmaschine habe dort nicht hineinfahren können, wir glauben, dass das doch möglich ist“, sagt Pontow.

Zwei Maschinen werden angeschafft

Bisher erledigen Mitarbeiter aus anderen Betriebszweigen die Arbeiten mit. Die Papierkorbleerung ist an ein Privatunternehmen vergeben worden. Die beiden neuen Mitarbeiter wollen die Stadtwerke zukünftig auch nicht nur für das Fahren der Kehrmaschinen einsetzen. Sie sollen „multifunktional“ arbeiten, etwa auch in der Abfallwirtschaft, der Wasserversorgung oder in den städtischen Bädern, wenn es der Dienstplan erfordert. Dabei geht es um erlernbare einfache Aufgaben, für die keine Fachkenntnisse erforderlich sind. „Ziel ist es, die Situation zu verbessern bei optimalem Personaleinsatz“, gibt Giselher Pontow die Richtung in Sachen Stadt- und Straßenreinigung vor.

Die Stadtwerke werden dabei nicht auf Dauer auf Leihmaschinen setzen. Eine große und eine kleine Kehrmaschine werden angeschafft oder geleast. In den vergangenen Wochen und Monaten haben die Stadtwerke dabei verschiedene Fahrzeuge unterschiedlicher Hersteller getestet und dabei Erfahrungen gesammelt.

Etat sieht bis zu 300.000 Euro vor

„Wir wissen jetzt schon ziemlich genau, was wir wollen und was wir brauchen“, zieht der Betriebsleiter im Gespräch mit der OP ein Zwischenfazit. Das Ausschreibungsverfahren für die große Kehrmaschine wird derzeit vorbereitet. Denkbar ist auch eine Leasinglösung oder der Kauf eines gebrauchten Fahrzeuges in sehr gutem Zustand. Letzteres muss aber noch mit der Vergabestelle der Stadt Stadtallendorf abgestimmt werden.

Bevor die Stadtwerke in Sachen Straßenreinigung richtig aufgestellt sind, muss allerdings investiert werden. Im Entwurf für den Wirtschaftsplan sind zwischen 285.000 und 300.000 Euro veranschlagt.

Nach Silvester musste die geliehene Kehrmaschine allerdings bisher auf dem Bauhof bleiben. Schuld sind die Minusgrade, bei denen die Kehrmaschinen nicht einsetzbar sind. Ein Mitarbeiter der Stadtwerke hat am Donnerstag noch größeren Feuerwerksmüll mit Schaufel und Besen eingesammelt. Auch nach dem Johannismarkt war die Straßenreinigung der Stadtwerke wieder im Einsatz.

von Michael Rinde