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Ostkreis Straße soll nach 39 Jahren fertig werden
Landkreis Ostkreis Straße soll nach 39 Jahren fertig werden
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10:00 23.04.2021
Tiefe Schlaglöcher und kein Bürgersteig, so sieht ein Teil des Kronackerringes aus. 
Tiefe Schlaglöcher und kein Bürgersteig, so sieht ein Teil des Kronackerringes aus.  Quelle: Harald Weitzel
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Stadtallendorf

Harald Weitzel ist Anwohner am Kronackerring und das schon seit Jahrzehnten. Seit Jahrzehnten wartet er darauf, dass diese Straße nunmehr irgendwann ganz endausgebaut wird. Bisher war das Warten allerdings vergebens. Mit großer Sorge hat Weitzel über Jahre beobachtet, wie sich der Zustand des betreffenden Stückes weiter verschlechterte, wie sich zuletzt im Winter tiefe Pfützen mit reichlich Wasser füllten.

Der Kronackerring ist eigentlich zu weiten Teilen endausgebaut, auch bei Harald Weitzel vor der Haustür ist das so. Es fehlt aber eben jenes eine Stück, nur wenige hundert Meter sind es wohl schätzungsweise. Weitzel weiß um Anfragen und Nachfragen in der Stadtverwaltung. Er hat selbst für die Stadtwerke gearbeitet. Vor allem sieht er im Zustand des nicht fertigen Stückes „Straße“ inzwischen auch eine Gefahr, beispielsweise für spielende oder radfahrende Kinder. Auf ein Warnschild, das mal angekündigt wurde, warteten die Anlieger immer noch.

Seit nunmehr 39 Jahren sei die Situation so, wie jetzt. Im Jahr 1984 gab es die erste parlamentarische Anfrage zum Fertigbau, 2014 folgte eine weitere von Fabian Gies (CDU). In der Antwort erklärte der Magistrat seinerzeit, den Ausbau in die „mittelfristige Planung“ aufzunehmen, wobei das Wort „mittelfristig“ nicht definiert war. Außerdem sollte es ein Hinweisschild für Fußgänger geben. Passiert ist offenbar nichts. „Dabei weiß ich, dass es im Fachbereich 4 fertige Pläne für den Endausbau gibt“, sagt Weitzel.

Klar ist, dass der Endausbau anders als eine Straßensanierung weitgehend von direkten Anliegern bezahlt werden muss, die Stadt tritt dabei in Vorleistung, rechnet aber dann mit den Anwohnern ab. Bei grundlegenden Erneuerungen fallen in Stadtallendorf keine Straßenbeiträge für Anlieger mehr an.

Die gute Nachricht: In diesem Jahr steht der Kronackerring tatsächlich im Haushaltsplan. Es sind 350000 Euro dafür eingestellt. Noch ist der Haushaltsplan allerdings nicht genehmigt, darf also nicht umgesetzt werden bis auf schon laufende Projekte oder Pflichtaufgaben. „Es wird jetzt Zeit, dass wir das endlich umsetzen“, sagt auch Bürgermeister Christian Somogyi auf Nachfrage der OP. Noch ist allerdings nicht geklärt, wie viel die Anlieger an Kosten übernehmen müssen für die etwa 400 Meter Straße und Gehweg. „Das hängt von der Einstufung ab“, so Somogyi. Entweder wird das Verhältnis bei 80 zu 20 oder bei 90 zu 10 Prozent der Kosten liegen. Den Löwenanteil tragen dabei die Anwohner.

Harald Weitzel hat offenbar den Glauben daran verloren, dass es nun endlich vorangeht. „Aber wenn es wirklich passiert, dann werde ich die Vögel vermissen, die in den Pfützen in den großen Schlaglöchern baden“, meint er mit leichter Ironie.

Von Michael Rinde

22.04.2021
22.04.2021