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Ostkreis Starkoch tanzt mit Garde
Landkreis Ostkreis Starkoch tanzt mit Garde
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11:55 24.09.2020
Stefanie Pieper und Ali Güngörmüs hatten viel Spaß während der Dreharbeiten. Quelle: Florian Lerchbacher
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Neustadt

Eigentlich kennt Stefanie Pieper kein Lampenfieber mehr. Zu lange hat sie beim Karneval als Tänzerin oder Trainerin Erfahrung auf der Bühne beziehungsweise im Rampenlicht gesammelt.

Doch derzeit ist alles anders: Seit dem Wochenende steht sie im Mittelpunkt von TV-Aufnahmen des Hessischen Rundfunks – und das ist dann doch ein Grund, ein bisschen aufgeregt zu sein.

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Vor allem, weil an einem Ort gedreht wird, an dem sie sich eigentlich gut zurechtfindet – aber unter Beobachtung durch den Münchner Starkoch Ali Güngörmüs sich sogar in ihrer eigenen Küche nicht unbedingt pudelwohl fühlt.

„Ja, ein bisschen nervös war ich schon“, gibt sie zu. Sie musste für den Fernsehstar schließlich Mehlklöße nach dem Rezept ihrer Großmutter Käthe Dippel und vegetarischen Gemüsestrudel zubereiten. Gerichte, die der Koch anschließend neu interpretieren sollte. „Ich hatte Angst, dass etwas nicht gelingt, zum Beispiel der Teig nicht hält oder die Knödel zerfleddern, und Ali mich dann auslacht.“

Der Koch muss auf die Bühne

Nun, so viel sei verraten, die Speisen gelangen der 35-Jährigen, der in Tochter Greta und Sohn Lasse in der Küche tatkräftige Helfer zur Seite standen (während Ehemann Jörn sich eher im Hintergrund hielt). Gelacht wurde trotzdem viel, aber nur, weil die Protagonisten während der Dreharbeiten jede Menge Spaß hatten.

Und letztendlich gab es sogar Lob von Güngörmüs, der erstmals in der Sendung „Koch’s anders – Hessische Küche neu entdeckt“ ein vegetarisches Gericht zubereiten musste. Vor allem hatte er aber auch noch eine „Challenge“ zu bewältigen: Er bekam die Aufgabe, gemeinsam mit der von Pieper trainierten Roten Garde deren jüngsten Showtanz „Havanna“ einzustudieren.

Alle Zutaten sind regional

Nun, auch an dieser Stelle sei wieder etwas verraten: Auch dies gelang – und der Koch hatte auch noch jede Menge Freude beim Tanzen mit den jungen Neustädterinnen. Vor allem habe er auch großes Talent gezeigt, lobt Pieper: „Er war sehr ehrgeizig – und kann sich sehr gut bewegen.“ Nicht umsonst haben die Macher von „Let’s dance“ bereits dreimal angefragt, ob er nicht in der Sendung mitwirken wolle, wie Güngörmüs den Gardemädels erzählte. Die Anfragen waren erfolglos – das galt auch für jene Piepers, die ihn ebenfalls als Tänzer verpflichten wollte.

Entsprechend der Philosophie der Sendung musste der Münchner die Zutaten für die zu kochenden Speisen in der Region kaufen. Er tat dies in der Brücker Mühle in Amöneburg, wo er unter Anleitung von Müllermeister Thomas Kleinschmidt sein eigenes Mehl mahlen durfte – eine Premiere, aber lange nicht die Einzige: Wie erwähnt, kochte er erstmals ein vegetarisches Gericht nach, außerdem fuhr er erstmals ein Elektroauto.

Fünf Tage sichten, zehn Tage schneiden

Stefanie Pieper ist schließlich nicht nur Mutter und Tanztrainerin, sondern auch noch Automobilkauffrau. Sie arbeitet im Familienbetrieb. Entsprechend fanden auch im Autohaus Dippel Dreharbeiten statt – und eine Probefahrt durfte da natürlich nicht fehlen. „Der Besuch in Neustadt hat sich gelohnt. Es ist schön, und ich habe viel gesehen und erlebt“, sagte Güngörmüs.

Am 24. September steht der letzte Drehtag an. Danach beginnt die Hauptarbeit für Autorin Bettina Schrauf. Vier oder fünf Tage lang dauere es, das Material zu sichten, ungefähr zehn Tage lang das Schneiden. Und dann gelte es, die Texte zu schreiben, sagt sie. Auf Stefanie Pieper war sie gestoßen, als sie mit der Neustädterin über die zweite Sendung sprach, um die sie sich als Redakteurin kümmert: die „Fastnacht in Nordhessen“.

Dabei fügten sich Puzzleteile zusammen: Karneval fällt in diesem Jahr der Corona-Pandemie zum Opfer, entsprechend gibt es keine Sendung. Aber Schrauf war schon seit längerem auf der Suche nach einer jungen Familie, die bei „Koch’s anders – Hessische Küche neu entdeckt“ mitwirkt. Die Piepers waren bereit. Was dabei herauskommt, ist voraussichtlich am Dienstag, 24. November, um 20.15 Uhr im HR-Fernsehen zu sehen.

Von Florian Lerchbacher

23.09.2020
23.09.2020