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Ostkreis Vier oder sechs Laufbahnen?
Landkreis Ostkreis Vier oder sechs Laufbahnen?
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17:43 02.03.2020
Der Parkplatz am Vereinsheim im Herrenwaldstadion Stadtallendorf wird ab Sommer „Multifunktionsplatz“. Quelle: Foto: Thorsten Richter
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Stadtallendorf

Wer eine Runde im Stadion in Stadtallendorf laufen will, hat ein Problem. Er rennt über knirschenden Kies oder an manchen Stellen über Beton. Leichtathleten können dort nicht trainieren. Noch nicht ...

Dass das Herrenwaldstadion wieder Laufbahnen bekommt, steht fest. Offen ist nur die Frage: vier oder sechs? Im vergangenen April hatte das Stadtparlament die Entscheidung vertagt. Allerdings gab es grünes Licht dafür, beim Bauantrag von der großen Lösung sechs Laufbahnen auszugehen. Für die kleinere Variante ließen sich die Planungen schnell ändern. Ein neuer Bauantrag wäre nicht nötig. Bürgermeister Christian Somogyi (SPD) hatte bei mittelfristiger Finanzplanung allerdings eine Festlegung getroffen, die aufhorchen ließ.

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Entscheidung liegt beim Parlament

Er plante mit der Vier-Bahnen-Version, sparte so 400 000 Euro und schaffte die Vorgaben für den ausgeglichenen Gesamthaushalt. Im Gespräch mit der OP macht Somogyi klar, dass die letzte Entscheidung in diesem Herbst beim Parlament liegen wird. Er macht aber auch keinen Hehl daraus, dass er aus Kämmerer-Sicht klar für „nur“ vier Laufbahnen eintreten will. „Ich habe auch die Verantwortung für unseren Haushalt“, macht er klar, versichert aber, dass Stadtallendorf in jedem Fall ein „modernes, funktionales und schönes Herrenwaldstadion“ bekommen werde.

Für die sechs Laufbahnen wirbt der TSV Eintracht Stadtallendorf seit Verabschiedung des Gesamtkonzeptes für die Stadionsanierung. Der Vorstand des Gesamtvereins verweist darauf, dass sechs Laufbahnen für überregionale Veranstaltungen wie Deutsche Meisterschaften Pflicht wären. Es geht damit um das Gewicht, das Stadtallendorfs Stadion in der Sportwelt künftig hätte.

Somogyi verweist auf Nachfrage auch auf das aus seiner Sicht „sehr edle“ Marburger Georg-Gaßmann-Stadion. Er könne nicht erkennen, dass es dort viele überregionale Veranstaltungen gebe. „Überregional große Veranstaltungen sind immer ein Imagegewinn für eine Stadt. Wir müssen uns nur fragen lassen, ob uns das einschließlich Folgekosten so viel Geld wert wäre“, sagt er. Somogyi hat sich offensichtlich festgelegt.

Spannung ist politisch garantiert

Die CDU-Fraktion hatte zuletzt bei den Haushaltsberatungen signalisiert, dass sie das Streichen der Gelder für zwei zusätzliche Bahnen durchaus begrüßt. Fraktionsvorsitzender Hans-Georg Lang (CDU) nannte es „eine sehr vernünftige Entscheidung“. Er begrüße es, die finanzielle Entwicklung in diesem Jahr abzuwarten.

Anders die SPD und die Bürgerunion Stadtallendorf (BUS). Beide hatten klargemacht, dass sie das Stadtparlament im Herbst in der Verantwortung sehen und alle Entscheidungen offen sind. Manfred Thierau (BUS) sprach in der Debatte beim Vorgehen Somogyis von einer „Missachtung des Parlaments“. Spannung ist politisch garantiert, Entscheidung am Jahresende.

Sicher ist, dass im März im Stadion Sichtbares passiert. Der zweite Bauabschnitt beginnt. Denn mittlerweile hat die Stadt die Baugenehmigung. Sie umfasst den neuen Multifunktionsplatz in Nähe des Funktionsgebäudes. Somogyi rechnet damit, dass diese Arbeiten bis zur Sommerpause allesamt erledigt sind.

 

Von Michael Rinde

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