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Ostkreis Knappes Material lässt Baupreise explodieren
Landkreis Ostkreis Knappes Material lässt Baupreise explodieren
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10:00 11.06.2021
Schlechte Nachrichten: Planer und Stadtverwaltung rechnen mit deutlich höheren Baukosten für Stadtallendorfs Feuerwehrstützpunkt.
Schlechte Nachrichten: Planer und Stadtverwaltung rechnen mit deutlich höheren Baukosten für Stadtallendorfs Feuerwehrstützpunkt. Quelle: Feuerwehr Stadtallendorf
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Stadtallendorf

Das Bauholz ist knapp wie selten, Handwerksunternehmen können Termine nicht halten, weil ihnen schlicht das Material fehlt. Planer wie private und öffentliche Bauherren müssen sich auf die Folgen derzeit einstellen: auf deutlich steigende Kosten und Verzögerungen. Beides berührt auch das Stadtallendorfer Großprojekt „neuer Feuerwehrstützpunkt“. Dessen Vorzeichen sind schon sichtbar. Auf dem Stadionparkplatz ist alles für den Aufbau des Übergangs-Stützpunktes vorbereitet (die OP berichtete).

Ab 1. Oktober, so der laufende Zeitplan, soll der Abriss des bisherigen Stützpunktes in der Straße des 17. Juni beginnen. Bis dahin muss die Feuerwehr Stadtallendorf-Mitte dann umgezogen sein.

Aktuell laufen noch drei verschiedene Bauanträge für das Gesamtprojekt. Zugleich bereiten das Planungsbüro und die Stadtverwaltung die ersten Ausschreibungen vor, vorneweg den Abrissauftrag für das alte Gebäude.

9,83 Millionen veranschlagt

Doch die eingangs geschilderte Situation im Bausektor einschließlich der akuten Materialnot lässt denn doch dunkle Wolken für das Projekt heraufziehen, auf das die Stadtallendorfer Feuerwehr seit Jahren hofft und wartet. Die Bauplaner haben aufgrund der aktuellen Preisdaten gerechnet. Bisher sind 9,83 Millionen Euro für den Neubau veranschlagt. Diesen Betrag hatte das Stadtparlament für die nächsten Jahre auch freigegeben. Wobei die Baukosten im Wirtschaftsplan des Eigenbetriebes Dienstleistungen und Immobilien (DuI) veranschlagt sind. Der Haushaltsplan 2020 samt der Wirtschaftspläne der beiden Stadtallendorfer Eigenbetriebe sind vom Landkreis als Aufsichtsbehörde zwischenzeitlich genehmigt worden.

Aufgrund ihrer Erfahrungswerte bei laufenden Bauvorhaben und der aktuellen Marktpreise hat das Architektenbüro nun noch einmal gerechnet. Es befürchtet jetzt eine Verteuerung des Neubaues um rund 20 Prozent, das macht bei knapp 10 Millionen Euro eine Kostensteigerung von etwa 2 Millionen Euro. Wobei dies naturgemäß noch nicht auf tatsächlichen Ausschreibungsergebnissen beruht, sondern Vorausberechnungen sind. „Natürlich könnte das Ergebnis auch billiger ausfallen, zumindest bei einzelnen Gewerken“, sagt Bürgermeister Christian Somogyi (SPD). Oder gar noch teurer? Auch das will Somogyi aufgrund der fragilen Situation in der Corona-Pandemie nicht vorneweg ausschließen. Auch Verzögerungen bei den Bauarbeiten sind möglich, wenn Material mit deutlicher Verspätung eintrifft.

Die Verwaltung informiert das Stadtparlament in einer Kenntnisnahme über die Entwicklung, deren Ausgang noch offen ist. Am vergangenen Dienstagabend war die Situation Thema im Fachausschuss. Noch habe es aus der Politik keine Stimmen gegeben, das Projekt auszusetzen oder zu stoppen. „Zumal im Augenblick auch keiner sagen kann, wie sich die Lage in diesem und im nächsten Jahr entwickelt und ob die Kosten nicht weiter ansteigen werden“, sagt Somogyi.

Es geht um die Dringlichkeit

Er halte einen Ausstieg oder eine Verschiebung zum jetzigen Zeitpunkt auch für schwierig. Es gehe schließlich auch um eine Pflichtaufgabe und die Dringlichkeit des Neubaues sei seit langem unbestritten. In der Stadtparlamentssitzung am 17. Juni ist auch keine Aussprache bei diesem Tagesordnungspunkt vorgesehen. „Wir dürfen vor der jetzigen Entwicklung auch nicht die Augen verschließen“, sagt Somogyi.

Für die Verwaltung dürfte es nun um die Frage gehen, ob der Wirtschaftsplan von DuI und in Folge dann auch der städtische Haushalt aktualisiert werden müssen. Dann wären Nachträge erforderlich, die vom Parlament zu beraten und abzustimmen wären. Doch das wird sich auch erst zeigen, wenn die Ausschreibungsergebnisse tatsächlich vorliegen.

Von Michael Rinde

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