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Ostkreis Die Wehr ist wieder schnell genug
Landkreis Ostkreis Die Wehr ist wieder schnell genug
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13:00 18.06.2022
Ein Feuerwehrmann im Einsatz.
Ein Feuerwehrmann im Einsatz. Quelle: Foto: Tobias Hirsch
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Stadtallendorf

Auf der Baustelle des neuen Feuerwehrstützpunktes geht es voran. Dennoch wird es noch mindestens anderthalb bis zwei Jahre den Übergangs-Stützpunkt am Stadionparkplatz geben müssen. Allerdings hatte sich gezeigt, dass es dort Probleme mit dem Einhalten der Hilfsfrist gibt. Die liegt für die Feuerwehr im Alarmfall bei zehn Minuten nach Alarmierung.

Genau diese gesetzlich festgelegte Frist ließ sich nicht einhalten und wurde gleich mehrfach überschritten, was sowohl bei der Feuerwehrführung als auch bei der Brandschutzaufsicht des Landkreises Reaktionen auslöste.

Inzwischen ist das Lösungskonzept in weiten Teilen so wie geplant umgesetzt worden. Mit Erfolg, wie Stadtbrandinspektor Patrick Schulz und Stadtallendorfs Bürgermeister Christian Somogyi erläutern. Seit den Änderungen habe es vier Alarme gegeben, bei allen sei die Hilfsfrist eingehalten worden, erläutert Schulz. Über mehr Erfahrungswerte verfügt die Feuerwehr derzeit noch nicht. Im Augenblick läuft es für die ehrenamtlichen Einsatzkräfte in der zweitgrößten Stadt des Kreises „ein bisschen ruhiger, zum Glück“, wie Schulz sagt.

Was wurde geändert: Seit einigen Wochen steht ein Mannschaftstransportwagen der Feuerwehr am Festplatz im „Alten Dorf“ gleich neben der früheren Tauben-Auflassstelle. Zunächst hatte sich die Wehr leihweise mit einem Fahrzeug aus den Stadtteilen beholfen. Zwischenzeitlich ist ein gebrauchter Mannschaftstransportwagen zusätzlich angeschafft worden. Er habe die Stadt 48 000 Euro gekostet, berichtet Bürgermeister Christian Somogyi der OP. Das Fahrzeug bekommt in den nächsten Tagen die vorgeschriebene Beklebung.

Zwei zusätzliche Standorte für FFW-Einsatzfahrzeuge

Im Gebäude liegt Einsatzkleidung nebst Helm für alle Feuerwehrleute aus dem „Alten Dorf“ parat, die gleiche Ausrüstung befindet sich im Übergangs-Stützpunkt am Stadion, falls Feuerwehrleute direkt dorthin kommen.

Bisher ist der Mannschaftstransportwagen nur durch einen Bauzaun „gesichert“. Künftig steht dort ein Carport, den die Stadt derzeit beschafft. Eine Garage hätte einer Baugenehmigung bedurft. „Das hätte deutlich länger gedauert, die Zeit haben wir nicht“, sagt Somogyi.

Außerdem ist ein Kommandowagen am Parkplatz der Eisengießerei Fritz Winter stationiert worden. Mit ihm kommen Feuerwehrleute, die dort arbeiten, unter Einsatz von Blaulicht und Martinshorn nun mittlerweile auch wieder schnell genug zum Feuerwehr-Stützpunkt und ihrem Einsatzfahrzeug. Dieses Auto nutzte bisher der Stadtbrandinspektor. Er erhält ein neues Fahrzeug, das die Stadt im nächsten Jahr ohnehin hätte anschaffen müssen, weil der bisherige Kommandowagen in die Jahre gekommen ist. „Das funktioniert sehr gut, der Pförtner bei Winter hält bereits den Schlüssel in der Hand, wenn unsere Kameraden zum Auto laufen“, so Stadtbrandinspektor Schulz.

„Blumenkreisel“ bremst die Retter

Als Hauptgrund für die Probleme mit der Hilfsfrist hatte sich der „Blumen-Kreisel“ herausgestellt. Er liegt auf der Route vieler Feuerwehrleute, die mit ihren Privatwagen zum Stützpunkt fahren – ohne Sonderrechte. Das hatte bisher entscheidende Minuten gekostet, wie die Überwachung der Einsatzzeiten gezeigt hatte.

Von Michael Rinde