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Ostkreis Erschossener Waschbär hatte Staupe
Landkreis Ostkreis Erschossener Waschbär hatte Staupe
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11:59 27.10.2021
Ein Waschbär läuft über ein Hausdach.
Ein Waschbär läuft über ein Hausdach. Quelle: Britta Pedersen
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Stadtallendorf

Fünf Waschbären wurden in jüngster Zeit rund um das Stadtallendorfer Wasag-Gelände von Jägern und Förstern erlegt, weil sie auffällig waren, also krank wirkten. Das berichten die städtischen Ordnungsbehörden. Einer der erlegten Waschbären hatte die Staupe, eine Virusinfektion. Das wurde bei einer Untersuchung des Tierkadavers bestätigt.

Für Menschen ist das Virus ungefährlich, aber insbesondere für Hunde gefährlich. Eine Erkrankung mit Staupe kann, so die Veterinäre des Landkreises, schwerwiegende Schäden verursachen oder tödlich enden. Es sei denn, Hunde sind wirksam gegen das Staupevirus geimpft.

Wie der Fachdienst „Veterinärmedizin und Verbraucherschutz“ des Landkreises der OP auf Anfrage berichtet, grassiert das Staupevirus derzeit in Mittelhessen. Betroffen seien derzeit vor allem Waschbären, deren Population stark angestiegen ist. Immer mehr Waschbären kommen auch in Siedlungen. Und werden damit möglicherweise zu Krankheitsüberträgern für Haustiere. Die Staupe befällt neben Hunden auch Katzen, Füchse oder Marder, berichten die Tiermediziner des Kreises und eben auch Kleinbären.

„In dem Umfang hatten wir noch keine Staupeinfektionen im Stadtgebiet“, heißt es klar vom Ordnungsamt der Stadt Stadtallendorf. Der Fachdienst „Sicherheit und Ordnung“ der Stadtverwaltung mahnt insbesondere Hundebesitzer zur Aufmerksamkeit beim Spaziergang und generell draußen.

Generell gilt: Wer verhaltensauffällige Waschbären wahrnehme, sollte sich an das Ordnungsamt, den zuständigen Jäger oder den Fachdienst „Veterinärmedizin und Verbraucherschutz“ wenden. Auffällig ist zum Beispiel ein abgeschlagen oder müde wirkender Waschbär oder ein Tier, das sich erbricht. Bei Wildtieren endet die Infektion in aller Regel tödlich, sie müssen erlegt werden. Meldepflichtig ist die Staupe allerdings nicht. Ist ein solcher verdächtiger Waschbär erstmal erlegt, sollte er untersucht werden. Dabei helfen dann die Veterinäre des Landkreises. Die Untersuchungen werden dann in Gießen vorgenommen.

Der dringende Hinweise der heimischen Veterinäre: „Wer sein Tier regelmäßig gegen Staupe impfen lässt, schützt es und wirkt damit der Verbreitung des Virus entgegen“.

Für Rückfragen steht der hiesige Fachdienst unter der Telefonnummer 06421 / 405 6601 gerne zur Verfügung.

Von Michael Rinde