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Ostkreis Mülltonnen werden jetzt „verheiratet“
Landkreis Ostkreis Mülltonnen werden jetzt „verheiratet“
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14:00 04.06.2021
Die Gebührenmarken auf Stadtallendorfer Mülltonnen verschwinden. Dafür kommen Chips an die Gefäße.
Die Gebührenmarken auf Stadtallendorfer Mülltonnen verschwinden. Dafür kommen Chips an die Gefäße. Quelle: Michael Rinde
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Stadtallendorf

Die Stadtwerke schaffen die farbigen Gebührenmarken auf den mehr als 18 000 Müllgefäßen im Stadtgebiet ab. Statt Marken gibt es dann Chips und Barcodes auf allen schwarzen, blauen und grünen Tonnen. Den Verbraucher wird das, so die Zusage, nichts extra kosten. Gebührenerhöhungen werde es nicht geben, erklären die Stadtwerke in einer Mitteilung.

Derzeit haben die zur Gebührenabrechnung erfassten Gefäße eine farbige Gebührenmarke auf dem Deckel. „Auf Dauer ist das keine gute Lösung“, so Fachdienstleiter Armin Immel von den Stadtwerken. „Die Marken sind Wind und Wetter ausgesetzt, bleichen mit der Zeit aus oder lösen sich vom Gefäß. Es besteht die Gefahr, dass man nicht mehr erkennen kann, ob ein Gefäß angemeldet ist oder nicht.“ Stattdessen wollen die Stadtwerke jetzt auf einen zuverlässigen Nachweis setzen. Nicht im Bestand registrierte und somit auch nicht veranlagte Tonnen und Container werden nicht oder nicht mehr geleert.

Solche Gefäße werden auf Wunsch des Grundstückseigentümers nacherfasst oder aber den Stadtwerken zurückgegeben. Fachleute nennen die Verknüpfung von Grundstücken und den dort gemeldeten Abfalltonnen „Verheiratung“. Jedes im Bestand erfasste Abfallgefäß wird mit einem Chip ausgestattet. Dieser wird in der Kammleiste in einer eigens hierfür vorgesehenen Aussparung („Chipnest“) angebracht. Außerdem wird an einer Seite ein Barcode aufgeklebt, der die Behälternummer sowie die Grundstücksadresse, die Abfallfraktion und das Gefäßvolumen beinhaltet.

„Bei älteren Gefäßen ist das Chipnest nicht vorhanden. Dort wird dann ein sogenannter Stiftsockeltransponder installiert“, ergänzt Armin Immel. „Dieser Transponder hat ein etwas anderes Aussehen; solche Gefäße unterscheiden sich somit äußerlich von den neueren Behältern.“

In den nächsten Wochen werden alle Grundstückseigentümer einen Brief erhalten, in dem beschrieben ist, was zu tun ist: Die dem Schreiben beigefügten vorübergehenden Klebeetiketten (versehen mit einer Nummer sowie den jeweiligen Adressdaten) sind auf das entsprechende Gefäß zu kleben. Darüber hinaus wird ein Termin genannt, an dem alle Abfalltonnen an der Grundstücksgrenze bereitzustellen sind. In den darauffolgenden zwei bis drei Tagen kommt ein Ausrüstungsteam und bringt den Chip sowie den Barcode an. Dieser enthält neben der Behälter-Nummer die Adresse sowie die jeweilige Abfallfraktion und das Gefäßvolumen. Die Aktion soll im Zeitraum vom 14. Juni bis 2. Juli stattfinden. Sie betrifft nicht die „gelben Tonnen“.

Kontakt: Unterstützt werden die Stadtwerke durch ein hiermit beauftragtes Unternehmen aus Bielefeld. Rückfragen richten Stadtallendorfer Bürger bitte an die Rufnummer 06428/707-366. Anfragen können auch per Mail an die Adresse abfallwirtschaft@stadtallendorf.de gerichtet werden.

Von Michael Rinde