Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Ostkreis Stadthalle steht weiter gut da
Landkreis Ostkreis Stadthalle steht weiter gut da
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:00 10.03.2022
Die Stadtallendorfer Stadthalle erstrahlt aus Solidarität in den ukrainischen Nationalfarben blau und gelb.
Die Stadtallendorfer Stadthalle erstrahlt aus Solidarität in den ukrainischen Nationalfarben blau und gelb. Quelle: Stadt Stadtallendorf
Anzeige
Stadtallendorf

Die „gute Stube“ von Stadtallendorf, die Stadthalle, ist bisher gut durch die Pandemie gelangt – trotz aller Absagen und dem kompletten Aus für Vereins- und die meisten Kulturveranstaltungen. Das zeigt die Jahresstatistik der Stadthalle für 2021 deutlich. Eigentlich hatten die Stadthallen-Verantwortlichen mit deutlich niedrigeren Erträgen im vergangenen Jahr geplant. Doch das Gegenteil ist eingetreten. „Unsere Einnahmen lagen am Ende deutlich über den Erwartungen, wir lagen auf dem Niveau der Vor-Corona-Zeit“, sagt Stadthallen-Leiter Christoph Grimmel gegenüber der OP.

Insgesamt zählte die Stadt im vergangenen Jahr 218 Veranstaltungstage. In diesen Zahlen sind allerdings auch die Auf- und Abbautage wie auch Mitarbeiter-Schulungstage enthalten. Außerdem werden Ausstellungen mitgerechnet. Im ersten Pandemiejahr verzeichnete die Stadt zum Vergleich bereits 202 Veranstaltungstage.

Als Kongress- und Tagungsraum etabliert

Die Stadthalle habe sich in dieser Zeit auch als Kongress- und Tagungsraum über die Region hinaus etabliert, freut sich Stadtallendorfs Bürgermeister Christian Somogyi (SPD) bei der Vorstellung dieser besonderen Bilanz. Der Kreistag hat in der Stadthalle zum Beispiel auch sein Domizil gefunden, weil sich dort – anders als im Sitzungssaal in Marburg – die Abstände einhalten lassen.

Wie schon im ersten Corona-Jahr habe das gesamte Stadthallenteam freie Zeiten intensiv für Sanierungs- und Verschönerungsarbeiten genutzt, berichtet Grimmel weiter. Dabei ging es beileibe nicht nur um optische Verschönerungen. Beispiele: Es gibt einen Lift für die Seitenbühne, die LED-Beleuchtung für die Podeste ist eingebaut, die Bestuhlung generalüberholt. „Wir haben keinen Instandsetzungsstau, wenn das Veranstaltungsgeschäft wieder anläuft“, betont Grimmel.

Einen technisch gesehen „dicken Brocken“ haben die Stadthallen-Verantwortlichen in diesem Jahr im Wirtschaftsplan des Eigenbetriebes Dienstleistungen und Immobilien untergebracht: die neue Beschallungsanlage für die Halle. Künftig soll es dann auch möglich sein, die Beschallung für jeden einzelnen Raum genau anzupassen, etwa für Foyer und kleiner Saal. Es gibt dann neben aktueller Technik auch die zeitgemäße Software dazu. Im Augenblick sind für die Beschallungsanlage insgesamt 250 000 Euro vorgesehen, so Grimmel. Aktuell wartet die Verwaltung auf die Genehmigung der Wirtschaftspläne, um an die Ausschreibung zu gehen. „Wenn wir das abgearbeitet haben, dann sind alle wesentlichen Technikteile der Stadthalle einmal saniert worden nach 20 Jahren Betrieb“, so Grimmel.

Neujahrskonzert im Sommer

Es gab im Corona-Jahr trotz aller Freude über den Hallenbetrieb aber auch etliche Herausforderungen für das gesamte Stadthallenteam. Darunter fällt auch die Absage und Neuansetzung von 300 Veranstaltungen, was häufig mit einigem Aufwand verbunden ist. Jeder Veranstalter, gleichgültig, ob es um eine Hauptversammlung oder ein Theaterstück geht, muss beim Hygienekonzept beraten werden, erläutert Fachbereichsleiter Reiner Bremer. Corona habe dazu geführt, dass manche Veranstaltung bereits zum fünften Mal verschoben werden musste. Perspektivisch plant die Verwaltung für das laufende Jahr mit 125 bis 150 Veranstaltungen. Dieses Mal soll es auch wieder Kunst- und Kulturtage in Stadtallendorf geben. Im Juni will die Stadt das ausgefallene Neujahrskonzert nachholen. Auch das Landestheater wird seine abgesetzte Aufführung nachholen. „Und es gibt auch wieder einen Unternehmertag, den wir mit der Bundeswehr gemeinsam ausrichten“, verspricht Bürgermeister Somogyi. Er erwartet mit Blick auf die Stadtallendorfer Stadthalle ein positives Jahr.

Auch wenn es natürlich Ungewissheiten gibt, nicht nur was die Entwicklung bei den Infektionszahlen angeht. „Wir wissen noch nicht, wie es mit den Vereinsveranstaltungen weitergeht“, so Grimmel.

Von Michael Rinde