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Ostkreis Platz für neue Wohnungen in Stadtallendorf
Landkreis Ostkreis Platz für neue Wohnungen in Stadtallendorf
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13:57 09.12.2019
Blick auf das Stadtallendorfer Rathaus. Quelle: Thorsten Richter/Archiv
Stadtallendorf

Zuletzt sprach die Stadtverwaltung von mehr als 100 Interessenten auf der Warteliste für öffentliche Bauplätze. Nach dem Ausverkauf des letzten Abschnitts der Kronäcker kommt es jetzt zum schon erwarteten Neubaugebiet „Hinter St. Michael“. Wenn das Parlament am Donnerstag zustimmt, dann beginnt noch in diesem Jahr das Bebauungsplanverfahren. Der gewählte Name ist wörtlich zu nehmen. Jetzt entwickelt die Stadt die Grundstücke, die sie für teures Geld gekauft hat. 1,4 Millionen Euro für 5,4 Hektar hat der Orden gefordert und erhalten. 

Es kommt – wie bereits angekündigt: Der Bebauungsplanentwurf sieht Ein- und Zwei­familienhäuser und auch Mehrfamilienhäuser vor. In Summe geht es um bis zu 150 Wohneinheiten (siehe Kasten). 

Eckdaten

Der Bebauungsplan umfasst 76.116 Quadratmeter Wohnbauflächen. Für den Geschosswohnungsbau sind dabei im Gebiet „Hinter St. Michael“ 11.352 Quadratmeter vorgesehen, möglich sind bis zu 56 Wohneinheiten. Es gibt laut Entwurf ferner Platz für bis zu 52 Doppelhaushälften und für 36 Reihenhäuser mit Grundstücksgrößen von durchschnittlich 355 Quadratmetern. Außerdem gibt es Platz für 18 Einfamilienhäuser.

In der Sitzung des Bauausschusses am Donnerstag gab es keine Debatte über den Planentwurf mehr. Fachbereichsleiter Klaus Hütten ergänzte noch die Information, dass die Verwaltung derzeit Möglichkeiten für ein Nahwärmenetz prüfen lässt. Das Ergebnis könnte den Planentwurf noch verändern. Derzeit gibt es eine zentral gelegene Fläche, an der sich ein Heizwerk errichten ließe. Ein Ingenieurbüro prüft die Optionen. 

Mit dem Vorstand des Kleingartenvereins „Am Galgenstrauch“ gibt es eine Einigung über den Verlauf der neuen Erschließungsstraße, wie Bürgermeister Christian Somogyi der OP erläuterte. Dort gibt es keine Probleme mehr. Am Rande des geplanten Baugebietes werden allerdings Bäume fallen müssen, wie Fachbereichsleiter Klaus Hütten auf Nachfrage aus dem Ausschuss erläutert. Dafür muss ein Ausgleich geschaffen werden, eine Aufforstungsfläche gibt es zum Beispiel in Schweinsberg. Klaus Hütten schätzt die Größe der Waldfläche auf etwa einen Hektar. 

Wann könnten die ersten Bauplätze vergeben werden? Im vierten Quartal nächsten Jahres oder im ersten Quartal 2021, schätzt Somogyi. Vorher muss der Bebauungsplan in Kraft und die Erschließung zumindest in Teilen gelaufen sein. Für die steht erstes Geld bereit: 500.000 Euro für Straßenbau stehen im Haushaltsentwurf der Stadt für nächstes Jahr, weitere 500.000 Euro wären 2021 zu veranschlagen. Außerdem stellen die Stadtwerke 200.000 Euro für Wasserversorgung und Abwasserentsorgung bereit. Allerdings gibt es noch Planungsarbeit, etwa bei der Wasserversorgung, so Somogyi, aber auch beim Bau eines nötigen Stauraumkanals. Ein Regenüberlaufbecken ist ebenfalls in der Planung. 

Investoren vorhanden

Eine positive Nachricht: Für den Bau der vorgesehenen Mehrfamilienhäuser gibt es bereits Interessenten und mögliche Investoren. Sozialen Wohnungsbau mit Unterstützung der Stadt wird es dort aber nicht geben. Wie viel ein Bauplatz im Gebiet St. Michael je Quadratmeter kosten wird, ist noch gänzlich offen. Bei den Baugebieten in Schweinsberg und Niederklein, deren Erschließung angelaufen ist, erwartet die Verwaltungsspitze im Laufe des nächsten Jahres den Verkaufsstart von Bauplätzen. Was das Baugebiet Niederklein angeht, folgte der Ausschuss dem Wunsch des Ortsbeirats: Die Erschließungsstraße soll „Am Dannenröder Weg“ und nicht „Am Holzweg“ heißen. 

Nächster Schritt mit Blick auf das neue Gebiet „Hinter St. Michael“: Das Parlament muss den Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan fassen. Das Stadtallendorfer Stadtparlament tagt am Donnerstag, 12. Dezember, ab 19.30 Uhr im Sitzungssaal neben der Stadthalle.

von Michael Rinde