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Ostkreis Stadtallendorf will Luftreiniger kaufen
Landkreis Ostkreis Stadtallendorf will Luftreiniger kaufen
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11:58 11.11.2020
Kindertagesstätten sind trotz der Corona-Pandemie weiter geöffnet. Die Stadt Stadtallendorf will mit Luftbefeuchtern oder Luftfiltern dafür sorgen, dass sich dort möglichst niemand anstecken kann. Quelle: Foto: Monika Skolimowska/dpa
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Stadtallendorf

Das Coronavirus verbreitet sich vor allem durch Tröpfchen und Aerosole, kleinste Teilchen in der Luft. Räume, in denen Menschen zusammenkommen, sollte man daher regelmäßig Lüften, um Infektionen zu verhindern. Das ist jedoch nicht überall optimal möglich und kann im Winter auch ganz schön kalt sein. Fachleute empfehlen deshalb als Ergänzung etwa für Klassenräume und Büros Luftreinigungsgeräte, die die Luft filtern, oder Luftbefeuchter, die sie desinfizieren. Solche Geräte will die Stadt Stadtallendorf kaufen – für die 45 Gruppen in den Kindertageseinrichtungen sowie die Besprechungsräume der Stadt. Das Stadtparlament hat entsprechende Ausgaben in Höhe von 240 000 Euro in der vergangenen Woche beschlossen. Die Entscheidung fiel einstimmig bei einer Enthaltung eines Grünen-Abgeordneten.

„Wir wollen optimale Bedingungen schaffen, dass sich das Virus nicht weiter verbreitet. Deshalb haben wir uns Gedanken gemacht, was wir als Stadt machen können“, erklärte Bürgermeister Christian Somogyi (SPD) auf Nachfrage der OP den Hintergrund des Beschlusses.

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Investitionsmittel werden in diesem Jahr nicht benötigt

Ziel müsse es sein, dass die zuletzt stark gestiegenen Infektionszahlen während des vierwöchigen bundesweiten Lockdowns im November deutlich sinken, während zugleich Kindergärten und Schulen weiter geöffnet bleiben und die Wirtschaft läuft. „Auf den Bereich Kindergärten haben wir als Stadt Einfluss und auf unsere Sitzungsräume ebenfalls.“ Mit Luftreinigungsgeräten oder Luftbefeuchtern will die Stadt dafür sorgen, dass es in den Kindertageseinrichtungen und bei Sitzungen der politischen Gremien möglichst nicht zu Infektionen kommt. „Das Parlament hat klar und deutlich gesagt, das ist eine zusätzliche Sicherungsmaßnahme, die wir wollen“, sagte Somogyi.

Laut Beschluss will die Stadt zwei mobile HEPA-H14-Luftreiniger für die Besprechungsräume, 20 Ultraschall-Luftbefeuchter für die Kindertageseinrichtungen der Stadt sowie 30 weitere Ultraschall-Luftbefeuchter für Kindertageseinrichtungen der freien und städtischen Träger kaufen, ferner ein gesundheitlich unbedenkliches Desinfektionsmittel für die Luftbefeuchter. Möglich seien statt der Luftbefeuchter aber auch Luftreinigungsgeräte, die mit Filtern statt Desinfektionsmittel arbeiten, sagte Somogyi der OP. Ob die Stadt die vom Eigenbetrieb Dienstleistungen und Immobilien vorgeschlagenen Geräte kauft oder andere mit vergleichbarer Wirkung, wird sie nach weiteren Gesprächen mit Anbietern entscheiden. Dabei geht es auch um die Frage, welche Geräte kurzfristig verfügbar sind. Mit den Kindergarten-Trägern werde die Stadtverwaltung nun ebenfalls sprechen, ob sie das Angebot der Stadt wahrnehmen wollen, erklärte Somogyi.

Die außerplanmäßige Ausgabe wegen der Corona-Pandemie will die Stadt aus Mitteln bestreiten, die sie in diesem Jahr nicht mehr braucht. Für das Neubaugebiet „Feldwiesen II“ in Schweinsberg stehen Investitionsmittel in Höhe von 450 000 Euro im Haushalt, die 2020 nicht in Anspruch genommen werden, weil noch Naturschutz-Fragen zu klären sind, wie Somogyi erläuterte. Diesen Posten hat die Stadt deshalb für den Haushalt 2021 neu angemeldet.

Die Stadt unterstellt bei der Berechnung der nötigen Desinfektionsmittel-Menge, dass die Luftbefeuchter zunächst 20 Wochen lang genutzt werden. „Ende November wird Corona nicht beendet sein“, betonte Somogyi, „sondern wir werden dann neue Rahmenbedingungen haben.“

Von Stefan Dietrich