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Ostkreis Visionen und millionenschwere Großvorhaben
Landkreis Ostkreis Visionen und millionenschwere Großvorhaben
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10:00 31.12.2021
Die Bäume rund um das Feuerwehr-Gebäude sind bereits gefällt, eine Gasleitung ist verlegt worden.
Die Bäume rund um das Feuerwehr-Gebäude sind bereits gefällt, eine Gasleitung ist verlegt worden. Quelle: Foto: Michael Rinde
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Stadtallendorf

Kein Zweifel, vor der zweitgrößten Stadt des Landkreises liegen aufregende Jahre. Der Bau der A 49 schreitet weiter voran, die Menschen spüren inzwischen, wie nahe ihnen die Trasse tatsächlich kommt und welche Folgen sie hat – wie die Sperrung und Zerschneidung von Wald- und Radwegen etwa.

Und ein weiteres großes Verkehrsprojekt, der weitere Ausbau der Bundesstraße 454, steht ebenfalls in den nächsten Jahren an. Für die Begleitung beider Vorhaben gibt es eigene Arbeitsgruppen im Rathaus. Doch die Liste der Großprojekte, die die Bevölkerung mal mehr, mal weniger zu spüren bekommen wird, ist noch weitaus länger.

Verwaltung und Magistrat haben eine Liste von insgesamt 13 Stadtallendorfer Projekten zusammengestellt, die in den nächsten Jahren anstehen und umgesetzt werden sollen. Manche davon sind bereits sehr konkret, wie die im Bau befindliche A 49 und die Folgen daraus. Andere sind jetzt noch Zukunftsmusik, vielleicht sogar eher eine Vision.

Einige Vorhaben:

Das überragende Großprojekt – auch in finanzieller Hinsicht – ist zweifellos der Neubau des Stützpunktes der Kernstadt-Feuerwehr. Das Ersatzquartier auf einem Teil des Stadionparkplatzes nimmt immer mehr Gestalt an. Finanziell ist dieser Neubau ein richtig „großer Brocken“: Rund zwölf Millionen Euro sind veranschlagt, der Betrag musste noch einmal aufgestockt werden. Grund sind die drastisch gestiegenen Materialkosten, die sich niederschlagen (die OP berichtete). Deshalb kann es auch beim Bauablauf zu Verzögerungen kommen.

Das nächste, schon sehr reale Großprojekt ist der Bau der neuen Kindertagesstätte mit Familienzentrum im DAG-Gebiet. Auch dort sind zentrale Schritte bereits erledigt, der Standort ist festgelegt. Es gibt eine erste Kostenschätzung von 3,8 Millionen Euro Gesamtkosten. Baubeginn: möglicherweise noch im nächsten Jahr.

Ein „grünes Band“ soll innerhalb der nächsten Jahre Stadtallendorf durchziehen, dafür laufen die Planungen, erste Zuschüsse aus dem Programm „Soziale Stadt“ sind schon zugesagt. Jetzt geht es darum, konkrete Pläne zu entwickeln und am Ende auch politisch abzustimmen.

Auch das ist ein eigenes Großprojekt: Für Stadtallendorf existiert mittlerweile ein Radwegekonzept, das der Landkreis erstellt hat. Klar ist allen Beteiligten, dass die Umsetzung Zeit brauchen wird. Bürgermeister Christian Somogyi spricht gegenüber der OP von 15 bis 20 Jahren bis zum Abschluss und Gesamtkosten von rund 15 Millionen Euro. „Klar ist, dass wir das nicht alleine werden stemmen können“, sagt er.

Kauft die Stadt früheres Spritdepot?

Die zweitgrößte Stadt des Landkreises fasst auch den barrierefreien Umbau ihrer Bushaltestellen in einem eigenen Großvorhaben zusammen. Auch wenn es Zuschüsse gibt, so geht die Stadt von Gesamtkosten von rund 2,5 Millionen Euro aus, die in den nächsten Jahren anstehen werden. Kein Pappenstiel.

Ein Großprojekt, welches noch auf der Ebene der Vision angesiedelt ist, ist der Kauf des früheren Treibstoffdepots der Bundeswehr an der Niederrheinischen Straße. Kein ganz neues Vorhaben. Denn das alte Depot war schon einmal als Bauhofstandort in der Diskussion. Jetzt sieht es Somogyi vor allem als Option für weitere Gewerbeflächen, die Stadtallendorf auf Dauer brauchen wird. Klar ist aber auch: „Wir werden das Gelände nur übernehmen, wenn es grundsaniert ist“, betont er. Ansprechpartner ist die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, die „BIMA“.

Ein weiteres Zukunftsprojekt ist eine Nahwärmeversorgung für die Schulen rund um das Rathaus, vielleicht im Verbund mit dem künftigen Baugebiet St. Michael? Auch dabei wäre der Kreis als Schulträger eingebunden.

Schließlich gibt es größere Vorhaben rund um die Digitalisierung der Verwaltung und der Stadtwerke, den Breitbandausbau und eine Projektidee in Bezug auf das Thema Wasserstoff-Nutzung.

Von Michael Rinde