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Ostkreis Sport im Freien mit Dach
Landkreis Ostkreis Sport im Freien mit Dach
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12:13 28.06.2022
Dies ist ein Beispiel für eine Freiluftsporthalle, wie sie in Stadtallendorf entstehen könnte.
Dies ist ein Beispiel für eine Freiluftsporthalle, wie sie in Stadtallendorf entstehen könnte. Quelle: McArena
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Stadtallendorf

Frische Luft beim Sport wäre garantiert und die Sicherheit, trockenen Fußes zu bleiben, auch. Wenn Stadtallendorf im Laufe des nächsten Jahres tatsächlich die kreisweit erste Freiluftsporthalle bekommt. Darüber muss zunächst das Stadtparlament entscheiden, das am Montag, 27. Juni, zu einer Sondersitzung eingeladen ist.

Was genau ist eine Freiluftsporthalle? Sie besteht aus einer Stahlkonstruktion, wäre in diesem Falle 35 mal 15 Meter groß, hätte ein massives Dach, wäre aber an allen vier Seiten mehr oder weniger offen. Sie bekäme eine ein Meter hohe, umlaufende Bande. Darüber befände sich ein Ballfangzaun. So die Vorstellungen der Verwaltung

Auf Anfrage der OP stellten Bürgermeister Christian Somogyi, Reiner Bremer, Leiter des Fachbereichs 2, und Susanne Fritsch von der Bauabteilung die Überlegungen genauer vor. Ein gut geeigneter Standort wäre direkt am Festplatz und Stadion schon gefunden. Vor dem Kassenhäuschen befindet sich eine ausreichend große Grünfläche. Die Toilettenanlage im Kassenhäuschen ließe sich dabei mit nutzen, wofür nur der Stadionzaun an dieser Stelle umgebaut werden müsste, erläutert Bremer.

Die Zielgruppe für dieses kreisweit einmalige Vorhaben ist breit angelegt. Quasi jeder Freizeitsportler soll die Halle stundenweise und kostenfrei nutzen können, so die Überlegung. Auch für kleine private Feiern ließe sich das Angebot nutzen. „Das ist ganz ausdrücklich ein niedrigschwelliges Angebot, das wir dort machen wollen“, sagt Bürgermeister Somogyi. Er sieht eine Vielzahl an Nutzern für das ganze Jahr.

Sportkreis-Chef ist angetan von Idee

„Dort können dann auch Sportangebote für ältere Menschen und Menschen mit Behinderungen stattfinden, alles wäre barrierefrei“, erläutert er. Auch die Stadt könnte die Freilufthalle bei Bedarf anderweitig nutzen, etwa als „offenes Festzelt“ für kleinere Veranstaltungen. Dafür müsste der Boden natürlich entsprechend abgedeckt werden. Vorgesehen ist derzeit ein Kunstrasen frei von Mikroplastik, erklärt Susanne Fritsch, die mit dem Sportstättenbau in Stadtallendorf seit vielen Jahren vertraut ist.

Und es gäbe an diesem Standort noch ein gewaltiges Plus. Die Stadt bekäme dort einen Zuschuss von bis zu 66 Prozent aus dem Programm „Soziale Stadt“. Angesichts von grob geschätzten 650.000 Euro Bau- und Nebenkosten wäre dies für Stadtallendorf finanziell natürlich sehr attraktiv. Es verblieben Kosten von rund 220.000 Euro. Im Haushaltsplan sind für dieses Jahr Planungskosten eingestellt.

Stadtallendorfs Sporthallen sind gut belegt, und das seit Jahren. Warum plant die Stadt nicht an anderem Standort eine zusätzliche Sporthalle? „Die bekämen wir nicht bezuschusst und auch mit einer Freilufthalle werden wir unsere Hallen entlasten“, antwortet Somogyi.

Einen „Fan“ hat das Projekt, so es denn kommt, in jedem Falle. Das ist Stefan Backhaus, der Vorsitzender des Sportkreises Marburg, den die OP ansprach. „Wenn sich die Stadt für so ein Angebot entschiede und ihr Sportangebot so in die Breite öffnete, wäre das ein tolles Signal“, sagt Backhaus. Er kennt die Sportmöglichkeiten in Stadtallendorf und das Stadiongelände sehr gut. Es sei immer positiv, wenn sich die Städte und Gemeinden in diese Richtung engagierten, auch im Sinne von Integration und Inklusion. „So ein Projekt werde ich sicher unterstützen, wenn es das Stadtparlament beschließt“, sagt Backhaus.

Somogyi und Bremer verweisen auf die in der Nähe liegenden schon vorhandenen kostenfreien Sportangebote der Stadt. Beispielhaft nennt Somogyi die Sportbox und den wenige Gehminuten entfernten Trimm-dich-Pfad.

  • Das Stadtallendorfer Stadtparlament tagt am Montag (27. Juni) ab 18 Uhr in der Stadthalle.

Von Michael Rinde