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Ostkreis Stadtallendorf erwartet ein Millionen-Plus
Landkreis Ostkreis Stadtallendorf erwartet ein Millionen-Plus
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18:00 08.12.2021
Die Stadt Stadtallendorf profitiert davon, dass ihre Unternehmen bisher gut durch die Krise kommen.
Die Stadt Stadtallendorf profitiert davon, dass ihre Unternehmen bisher gut durch die Krise kommen. Quelle: Foto: Thorsten Richter
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Stadtallendorf

Noch hält sich Stadtallendorfs Bürgermeister Christian Somogyi (SPD) mit Aussagen zum Haushaltsentwurf für das nächste Jahr zurück. Seine „Stunde“ schlägt an diesem Donnerstag mit der offiziellen Einbringung des Entwurfes im Stadtparlament. Dennoch ist schon einiges zum Etat 2022 bekannt. Zum einen gibt die Verwaltung in den Fachausschüssen vor der Einbringung einen ersten Überblick. Das ist die formale erste Lesung. Zum anderen hat die Verwaltung die Haushaltsdaten im Netz veröffentlicht.

Wie angekündigt, gibt es auf der Internetsite der Stadt – www.stadtallendorf.de – alle Daten und Fakten zu dem Zahlenwerk. Und wer sich beispielsweise dafür interessiert, was die Verwaltung und der Magistrat für Investitionen im nächsten Jahr zum Beispiel in Niederklein planen, der bekommt nach der Schlagwortsuche die Übersicht darüber.

Eine Information ist immer zentral für alle Beteiligten: Der Etatentwurf wird ausgeglichen sein, sprich, Stadtallendorf braucht kein Haushaltssicherungskonzept, freiwillige Ausgaben müssen nicht beschnitten werden. Das wäre im negativen Fall die automatische Folge. Auch bei den Steuersätzen ändert sich – immer unter dem Vorbehalt, dass das Stadtparlament nichts verändert – nichts für die Bürger. Es gibt weder Erhöhungen noch Senkungen.

Allerdings drohen Gebührenerhöhungen seitens der Stadtwerke bei den Abfall- und Wassergebühren. „Wir müssen dabei gestiegene Kosten von anderer Stelle weitergeben“, sagt Bürgermeister Christian Somogyi vorab gegenüber der OP. Bei den Wassergebühren etwa gibt die Stadt die Erhöhung durch den Zweckverband Mittelhessische Wasserwerke weiter. Sie macht nach Verwaltungsangaben pro Bürger mit einem durchschnittlichen Verbrauch von 40 000 Litern im Jahr eine Erhöhung um 6,40 Euro aus.

Es gibt allerdings auch sehr positive Nachrichten für die Stadtkasse: So erwartet Stadtallendorf im nächsten Jahr ein Plus bei der Gewerbesteuer von rund vier Millionen Euro. Das hat selbst die Verwaltung überrascht, wie Somogyi und seine Mitarbeiterin Sarah Wieber offen einräumen. Das habe sich allerdings bei den ständigen Gesprächen mit Stadtallendorfer Unternehmen bereits angedeutet, so Somogyi. Treffen alle Vorhersagen und jetzt bekannten Bescheide so ein, so nimmt das Industriezentrum des Landkreises im nächsten Jahr also rund 40 Millionen Euro Gewerbesteuer ein. „Unsere Unternehmen sind bisher gut durch die nach wie vor bestehende Krise gekommen. Sie haben hervorragend darauf reagiert“, sagt Somogyi, wohlwissend, dass die Corona-Pandemie samt ihrer wirtschaftlichen Auswirkungen anhält.

Stadtallendorf muss wieder „geben“

Auf der anderen Seite führt das Plus bei der Gewerbesteuer zeitversetzt auch zu höheren Umlagen und Abgaben. So wird Stadtallendorf rund 2,6 Millionen Euro mehr Umlagen abführen müssen. Wobei Stadtallendorf in der Zukunft auch eine höhere Solidaritätsumlage an das Land wird zahlen müssen, eine Regelung des kommunalen Finanzausgleiches. Stadtallendorf wird wieder abundant, also eine „Geber-Kommune“ in Hessen.

Stadtallendorf als Stadt plant Investitionen von 7,1 Millionen Euro. Hinzu kommen die Investitionen der Eigenbetriebe Dienstleistungen und Immobilien und Stadtwerke. Überragend wird dabei das Millionenprojekt „Neubau des Feuerwehrstützpunktes in der Kernstadt“, veranschlagt derzeit mit insgesamt 12 Millionen Euro, verteilt auf mehrere Jahre.

Dank der Einnahmensituation kann die Stadt auf eine Netto-Neuverschuldung verzichten, stattdessen weiterhin Verbindlichkeiten abbauen. Die Details wird Somogyi an diesem Donnerstagabend im Stadtparlament präsentieren.

Die Sitzung des Stadtparlaments am Donnerstag, 9. Dezember, beginnt um 19.30 Uhr in der Stadtallendorfer Stadthalle.

Von Michael Rinde