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Ostkreis Neue Kita kommt in das DAG-Gebiet
Landkreis Ostkreis Neue Kita kommt in das DAG-Gebiet
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18:00 09.07.2021
Der Bau einer neuen Kita ist in Stadtallendorf unumgänglich geworden.
Der Bau einer neuen Kita ist in Stadtallendorf unumgänglich geworden. Quelle: Thorsten Richter
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Stadtallendorf

Wie anderen Städten und Gemeinden auch fehlen der zweitgrößten Stadt im Landkreis in den nächsten Jahren Betreuungsplätze in den Kindertagesstätten und Krippen. Rund 80 Plätze müssen neu geschaffen werden (die OP berichtete). Zwei neue Gruppen hat das Stadtparlament bereits auf den Weg gebracht: Eine entsteht im Kindergarten Hatzbach für rund 500 000 Euro, eine weitere am Kindergarten St. Martin im Süden der Kernstadt. Dort steht die dringend nötige Sanierung samt Anbau mit Kosten von rund einer Million Euro an.

Doch der Löwenanteil der fehlenden Kitaplätze muss erst noch geschaffen werden. Mit dem Thema befassen sich Verwaltung und ehrenamtliche Kommunalpolitiker bereits seit längerem. Ein Arbeitskreis hatte sich mit dem Komplex befasst, zumal es in Stadtallendorf auch noch an einem Familienbildungszentrum fehlt. Angebote gibt es in Stadtallendorf bereits viele, doch bisher sind sie teilweise über das Stadtgebiet verstreut oder es fehlen passende Räume dafür. Relativ früh zeichnete sich ab, dass beides im DAG-Gebiet entstehen soll. Doch wo dort und zu welchem Preis?

Entscheidung nächste Woche

In der nächsten Woche ist wieder das Stadtparlament gefragt. Dort soll dann eine Entscheidung fallen. Vier Varianten an unterschiedlichen Standorten im DAG-Gebiet standen beziehungsweise stehen zur Auswahl. Auch das Baugrundstück wird die Stadt noch kaufen müssen. Zuletzt nahmen Magistrat, Verwaltung und Ausschussmitglieder die in Frage kommenden Flächen selbst in Augenschein. Für das Votum des Stadtparlaments gibt es klare Empfehlungen vom Magistrat und vom Sozialausschuss, beide Gremien sprechen sich für ein Grundstück in der Straße Müllerwegstannen aus. Es ist rund 5000 Quadratmeter groß. Ein klarer Vorteil an diesem Standort: Dort ließen sich Kita und Familienzentrum eingeschossig errichten, bei anderen möglichen Standorten wäre nur eine zweigeschossige Bauweise denkbar. „Mit Blick auf die Barrierefreiheit favorisieren wir alle eine eingeschossige Bauweise“, sagt Bürgermeister Christian Somogyi (SPD) bei der Vorstellung der Überlegungen. Entschieden ist das aber noch nicht. Entscheidungen fallen am 16. Juli in der Sitzung des Stadtallendorfer Stadtparlaments. In Sachen Finanzierung gibt es aber bereits gute Nachrichten.

90 Prozent Förderung sicher

Die Stadt hatte frühzeitig eine Förderung aus dem Programm „Soziale Integration im Quartier“ beantragt – und eine Zusage erhalten. Exakt 90 Prozent der reinen Baukosten werden aus diesem Topf finanziert werden können. Und das lohnt sich angesichts einer ersten Kostenschätzung von 3,8 Millionen Euro. Hinzu kommt der Grunderwerb.

Im Familienbildungszentrum ist unter anderem Platz für Arbeitsräume, Büros und einen Mehrzweckraum von rund 120 Quadratmetern vorgesehen. Er soll von der neuen Kindertagesstätte mitgenutzt werden können. „Er wäre auch für kleinere Privatfeiern nutzbar“, sagt Somogyi. Eine solche Räumlichkeit fehle im DAG-Gebiet noch gänzlich. Überhaupt ist sich Somogyi sicher, dass das DAG-Gebiet von den neuen Einrichtungen nachhaltig profitieren wird. „Der Bezirk wird damit aufgewertet“, so sein Credo. Im Familienbildungszentrum sind auch Räume für Sprachförderung mit entsprechender Videoausstattung, eine vollwertige Küche auch für Kursangebote und für ein „Sprachcafé“ vorgesehen. „Diese umfangreiche Hülle füllen wir dann mit vielen unserer schon vorhandenen Angebote, die wir bündeln“, erläutert Somogyi.

Die Kindertagesstätte bekommt drei Gruppen mit entsprechenden Räumlichkeiten wie auch einen Werk- und Kreativraum.

Das Stadtallendorfer Stadtparlament tagt am 16. Juli ab 19.30 Uhr in der Stadthalle.

Von Michael Rinde