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Ostkreis Weiß trägt jetzt Präsidentenkette
Landkreis Ostkreis Weiß trägt jetzt Präsidentenkette
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19:00 16.07.2022
Uwe Weiß ist der neue Präsident der Stadtallendorfer Rotarier.
Uwe Weiß ist der neue Präsident der Stadtallendorfer Rotarier. Quelle: Florian Lerchbacher
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Stadtallendorf

„Das war es dann wohl für meine Amtszeit.“ Ein bisschen wehmütig war Marek Sieronski schon, als er am Donnerstagabend turnusgemäß nach einem Jahr die Präsidentschaft über den Rotary Club Stadtallendorf an Nachfolger Uwe Weiß übergab. Zuvor hatte er noch einmal einen Blick auf die vergangenen zwölf Monate geworfen und insbesondere an die zahlreichen karitativen Aktionen erinnert – als letztes spendeten die Rotarier beispielsweise 1 500 Euro an ein Kinderheim in Ostungarn, um den Jungen und Mädchen ein Sommercamp zu ermöglichen.

Die gute Arbeit seines Vorgängers wolle er unbedingt fortsetzen, betonte Nachfolger Uwe Weiß im Gespräch mit dieser Zeitung und stellte dabei heraus, dass die Präsidentschaft beim Rotary Club Stadtallendorf zum Glück eher repräsentativ sei: Denn der Club habe zahlreiche aktive Mitglieder, die sich in die Aktionen einbringen: „Bei uns ist der Präsident niemand, der nur ziehen muss, sondern der auch oft gezogen wird. Das finde ich sehr gut. So muss das sein.“

Im Fokus: Jugendaustausch und Feriencamps

Und doch hat er auch schon Akzente ins Auge gefasst, die er setzen möchte: Es gelte, den internationalen Jugendaustausch wieder anzukurbeln und Feriencamps für Kinder zu initiieren. „Das ist durch Corona leider etwas zur kurz gekommen“, sagt Weiß und stellt heraus, dass dies aber nicht nur für notleidende Jungen und Mädchen im Ausland gedacht sei: „In Stadtallendorf lässt das Elend ja auch nicht nach.“ So sei es beispielsweise ganz wichtig, auch weiterhin die örtliche Kindertafel zu unterstützen und sich auch um die in der Heimat herrschende Not zu kümmern. Uwe Weiß ist 66 Jahre alt und seit dem Jahr 1986 bei der Firma Fritz Winter im Verkauf tätig. „Das ist mir eine Herzensangelegenheit“, erklärt er und berichtet, dass er gerne noch ein Projekt in den USA umsetzen wolle – erst danach könne er sich vorstellen, in den Ruhestand zu gehen.

Der neue Präsident der Rotarier wurde in Gelsenkirchen geboren – ist aber Anhänger von Borussia Dortmund. Schon kurz nach seiner Geburt zog die Familie aus beruflichen Gründen nach Stadtallendorf, wo Weiß auch zur Schule ging. Sein Abitur machte er an der Gesamtschule Kirchhain (heute Alfred-Wegener-Schule). Dann wollte er eigentlich mit vier Freunden im Bully nach Marokko fahren, musste aber stattdessen zur Bundeswehr nach Braunschweig. Danach machte er eine Ausbildung zum Industriekaufmann und war fortan in Werdohl tätig, einer Stadt im Sauerland. Es sei aber gar nicht so einfach gewesen, dort Freunde zu finden: „Die Sauerländer sind ein anderes Völkchen. Man muss erstmal einen Sack Salz mit ihnen essen, um neue Leute kennenzulernen“, erinnert er sich.

Seine heutige Schwiegermutter habe dann vorgeschlagen, nach Stadtallendorf zurückzuziehen. Und weil Kollegen sagten, die Eisengießerei Winter sei die beste in Deutschland und Weiß in der Stadt auch seine spätere Frau Beatrice kennengelernt hatte, zog es die beiden im Jahr 1986 zurück. Sie heirateten und bekamen zwei Kinder.

Weiß mag Musik (von Bob Dylan über die Rolling Stones bis hin zur Oper) und Literatur (am liebsten alles, was sich um Geschichte dreht. Zudem läuft und wandert er gerne, bezeichnet sich als „Hilfsgärtner“ seiner Ehefrau und frönt im Keller seines Hauses einer aus seiner Kindheit herrührenden Leidenschaft: Dort steht eine Minitrix-Modelleisenbahn.

Der neue Präsident der Rotarier – denen er seit der Gründung des Clubs in Stadtallendorf im Jahr 2017 angehört – bezeichnet sich als Menschen, auf den man sich verlassen kann: „Ich bin ein ehrlicher Typ, mit dem man Pferde stehlen kann. Aber ich mag keine Enttäuschungen menschlicher Art.“ Dem Club trat er bei, weil er sich sozial einbringen wollte: „Da boten sich die Rotarier an. Wir haben ganz unterschiedliche Typen im Club, was toll ist, da jeder seine Gedanken und Erfahrungen einbringt (...) und wir so große Vielfalt bieten.“

Von Florian Lerchbahcer