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Ostkreis Solarpark Münchmühle produziert Strom
Landkreis Ostkreis Solarpark Münchmühle produziert Strom
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18:00 18.07.2022
Der Solarpark Münchmühle befindet sich zwischen den Bahngleisen und der Bundesstraße 454.
Der Solarpark Münchmühle befindet sich zwischen den Bahngleisen und der Bundesstraße 454. Quelle: Florian Lerchbacher
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Stadtallendorf

Die Farbe Blau prägt inzwischen das Bild zwischen Stadtallendorfs Schrebergärten und dem Hof Netz. Die Enerparc AG aus Hamburg hat dort den „Solarpark Münchmühle“ gebaut, der aus rund 14 000 Solarmodulen besteht, die im Jahr um die 6,2 Millionen Kilowattstunden Energie erzeugen sollen – „und wahrscheinlich in Zukunft sogar noch mehr“, sagt Arne Radl aus dem Führungsteam des Unternehmens mit Verweis auf den Klimawandel.

Fußabdruck wird kleiner

Die Energie reicht für den Bedarf von rund 1 800 Privathaushalten – und deckt somit ein knappes Viertel des Stadtallendorfer Stadtgebietes, wie Bürgermeister Christian Somogyi erläutert: Die Privathaushalte in der „Jungen Stadt im Grünen“ verbrauchen jährlich etwa 26 Millionen Kilowattstunden. Rechnet man die Industrie im Stadtgebiet ein, verdoppelt sich dieser Wert in etwa. „Unser CO2-Fußabdruck wird also etwas kleiner“, freut sich der Bürgermeister – der Solarpark sorge für eine Einsparung von rund 5500 Tonnen CO2. Er stellt heraus, dass die Stadt aber auch noch mehr tun müsse, um ihren Beitrag zum Erreichen der Klimaschutzziele bis zum Jahr 2045 zu leisten. „Man darf nicht nur zuschauen und fordern, dass etwas gegen den Klimawandel unternommen wird“, betont Somogyi und verweist darauf, dass die rund fünf Hektar große, für den Solarpark genutzte Fläche zwischen Bundesstraße 454 und den Bahngleisen aus landwirtschaftlicher Sicht auch nicht die wertvollste gewesen sei. Das Besondere an dem Solarpark: Die Bürger können sich beteiligen, denn rund 1 700 Module hat sich die Energiegenossenschaft Marburg-Biedenkopf gesichert, die dafür eine halbe Million Euro investierte. Vorstandsmitglied Wolfgang Brühl freut sich über das „kooperative und zielführende Miteinander“ auf dem Weg zur Realisierung des gemeinsamen Projektes mit der Enerparc AG. Es sei schließlich wichtig, dass die in der Region erwirtschafteten Erträge auch vor Ort den Menschen zugute kommen. „Die Energiewende schaffen wir nur durch Akzeptanz.

Akzeptanz durch Beteiligung

Und Akzeptanz kann man durch Beteiligung erreichen“, stellt Radl heraus und betont, dass dieses Beteiligungsmodell bei Enerparc eigentlich noch „weniger gängig“ sei. Allerdings baue das Unternehmen rund 60 Anlagen dieser Art jährlich – und bekomme immer wieder Anfragen insbesondere von Kommunen, wie es mit der Beteiligung aussehe.

Und da es sich durchaus um einen Eingriff in die Landschaft und eine Beeinträchtigung der „Sichtachsen“ handele, sei es durchaus sinnvoll, die Menschen vor Ort partizipieren zu lassen.

„Danke für das Vertrauen, welches man in die Energiegenossenschaft gesetzt hat. Und Danke für die Möglichkeit, dass wir uns an dieser PV-Anlage beteiligen konnten“, freut sich Brühl.

So können Sie sich beteiligen

Menschen aus der Region haben die Möglichkeit, sich an dem Solarprojekt zu beteiligen und davon zu profitieren.

Bürgerinnen und Bürger aus Kirchhain und Stadtallendorf können sich, wie Prokurist Martin Frettlöh erklärt, über die Volksbank Mittelhessen (die der Energiegenossenschaft Geld zur Finanzierung zur Verfügung gestellt hat) beteiligen.

Sie können Sparbriefe über fünf Jahre zeichnen – und damit jährlichen Profit machen. Es gibt ein Prozent Zinsen, betont Frettlöh. Zur Verfügung stehen 40 bis 80 Sparbriefe für 5.000 bis 10.000 Euro (das Gesamtvolumen ist auf 400.000 Euro begrenzt). Etwa die Hälfte sei schon weg, so der Prokurist. Das Angebot gilt für Kunden der Volksbank Mittelhessen und wird in den Geschäftsstellen in Stadtallendorf und Kirchhain gemacht.

Beteiligungsmöglichkeit Nummer zwei ist, Anteil an der Energiegenossenschaft Marburg-Biedenkopf zu erwerben. Jeder Anteil kostet 100 Euro. „Wenn es gut läuft, wird eine Dividende gezahlt. Wenn nicht, dann steigt zumindest der Wert der Genossenschaft“, sagt Vorstandsmitglied Wolfgang Brühl. Die Dividende betrage zwischen zwei und drei Prozent – diese gibt es aber nicht explizit für den Solarpark Münchmühle, sondern auf das Gesamtpaket dessen, was die Energiegenossenschaft bewirtschaftet (dazu gehört der Solarpark natürlich).

Wahrscheinlich soll in Zukunft auch die Zeichnung von Nachrangdarlehen ermöglicht werden. Weitere Infos unter: www.egmb.de

Option eins sei für alle gut, die auf Nummer sicher gehen wollen, sagen Frettlöh und Brühl. Option zwei sei für diejenigen geeignet, die etwas risikofreudiger seien.

Von Florian Lerchbacher