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Ostkreis Schütz bläst zum Abschied
Landkreis Ostkreis Schütz bläst zum Abschied
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16:59 04.06.2022
Ende Juli verlässt Philip Schütz die Musikschule. Am 3. Juli veranstaltet er in der Stadtkirche mit seiner Brassband ein Abschiedskonzert.
Ende Juli verlässt Philip Schütz die Musikschule. Am 3. Juli veranstaltet er in der Stadtkirche mit seiner Brassband ein Abschiedskonzert. Quelle: Foto: Florian Lerchbacher
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Stadtallendorf

„Ich habe in Stadtallendorf eine Heimat gefunden und zahlreiche tolle Leute kennengelernt, die mir in den vergangenen Jahren viel geholfen haben“, betont Philip Schütz, der zwar in der Stadt wohnen bleibt und auch weiterhin als Vorsitzender des Kulturkreises fungieren wird, aber dennoch ein Stück weit in seine ursprüngliche Heimat zurückkehrt: Nach sieben Jahren hört er Ende Juli als Leiter der evangelischen Sing- und Musikschule auf und wechselt von der Kirchengemeinde Herrenwald zur Landeskirche. Bei der evangelischen Kirche Kurhessen Waldeck übernimmt er am 1. August das Amt des Landesposaunenwartes für den Bereich Mitte.

Schütz will Posaunenchöre unterstützen und entwickeln

Dort ist er dann unter anderem zuständig beziehungsweise Ansprechpartner für weit über 100 Posaunenchöre und kümmert sich um den Auswahlchor des Bezirks sowie den Projekt-Posaunenchor Schwalm-Eder – vor allem aber auch um den Posaunenchor der Melanchthon-Schule Steinatal, dem er als Schüler zwischen 1996 und 2005 selbst angehört hatte. „Das ist wie heimkommen. Ich kenne die Schule und auch viele Lehrer – auch wenn sich in den vergangenen 17 Jahren dort natürlich so einiges getan hat“, freut sich Schütz, der als Landesposaunenwart in die Fußstapfen des verstorbenen Ulrich Rebmann treten wird, dem er selbst einiges Können an der Trompete zu verdanken hat. Er wolle dessen erfolgreiche Arbeit fortführen, aber auch durch eigene Impulse neue Wege einschlagen, betont er im Gespräch mit der OP. Der 37-Jährige ist künftig zuständig für die Kirchenkreise Eder, Frankenberg, Fritzlar, Homberg, Kirchhain, Marburg und Ziegenhain und wird viel unterwegs sein, da er für die Posaunenchöre nicht nur Ansprechpartner sein will, sondern auch Workshops geben wird und die Vernetzung fördern möchte. „Ich werde die Chöre vor Ort besuchen, schauen, wo sie Unterstützung benötigen und wie man sie entwickeln kann, Chorleiter ausbilden, Jungbläserfreizeiten ausrichten und vieles mehr“, sagt er und gibt als Ziel an, eine große „Familie oder Community aller Blechbläser“ entstehen zu lassen. Denn das Tolle am gemeinsamen Musizieren sei nicht nur der wunderbare Klang, sondern vor allem die Gemeinschaft.

„Ich habe mich bewusst für etwas Neues entschieden – und nicht gegen etwas Altes“, betont er. Die Aufgabe sei einfach sehr reizvoll, ergänzt Schütz, gibt aber gleichzeitig auch zu, dass er als Leiter der Musikschule eine gewisse Unsicherheit empfinde.

Abschiedsgottesdienst in Stadtkirche mit viel Musik

Hintergrund sei zum einen ein Beschluss des Vorstandes der Kirchengemeinde Herrenwald, dass die Musikschule über das Jahr 2023 hinaus nicht mehr alleine tragbar sei und eine neue Trägerstruktur gefunden werden müsse. In diesem Zusammenhang sei es auch nicht möglich, feste Personalstellen für Instrumentalpädagogen zu schaffen und so „nachhaltig und zukunftssicher in die Region hineinzuwirken“. Noch dazu sei der Traum vom Neubau eines auf Musikunterricht ausgelegten Gebäudes nicht in Erfüllung gegangen. Wobei das umgestaltete Gebäude „Beethovenstraße 23“ seine Hoffnungen zumindest vom Ansatz her erfülle. In diesem Zusammenhang stellt er den großen Einsatz ehrenamtlicher Helfer heraus, die trotz eines absolut schmalen Budgets eine sehr sehenswerte Renovierung realisiert hätten. „Es waren immer wieder viele engagierte Menschen bei zahlreichen Projekten rund um die Musikschule, welche die Widrigkeiten und oft fehlenden Finanzmittel vergessen lassen haben“, stellt er heraus und lobt die große Unterstützung und den Einsatz der Ehrenamtler in den vergangenen sieben Jahren: „Ohne sie wäre vieles nicht möglich gewesen.“

Abschied möchte Schütz Anfang Juli in der Stadtkirche feiern: Für Sonntag, 3. Juli, 10 Uhr, plant er einen Gottesdienst mit viel Musik. Um 18 Uhr findet ein großes Konzert mit seiner Brassband statt, in dessen Anschluss der 37-Jährige zu Essen und Getränken auf den Kirchplatz einlädt.

Von Florian Lerchbacher