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Ostkreis Rund um die Uhr regionale Produkte
Landkreis Ostkreis Rund um die Uhr regionale Produkte
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12:57 13.11.2021
Landtagsabgeordneter Dirk Bamberger (von links), Fabian Gies, Bundestagsabgeordneter Dr. Stefan Heck, Sönke Glöde, Christian Somogyi, Marc-Christoph Dewner, Stadtverordnetenvorsteherin Ilona Schaub und Helmut Schmidt (Sparkasse) eröffneten den Hofladen.
Landtagsabgeordneter Dirk Bamberger (von links), Fabian Gies, Bundestagsabgeordneter Dr. Stefan Heck, Sönke Glöde, Christian Somogyi, Marc-Christoph Dewner, Stadtverordnetenvorsteherin Ilona Schaub und Helmut Schmidt (Sparkasse) eröffneten den Hofladen. Quelle: Florian Lerchbacher
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Stadtallendorf

Käse aus Hatzbach, Gin aus Weimar, Bioeier aus Momberg oder kistenweise Bier aus Bad Laasphe – dies und viele weitere lokale und regionale Produkte lassen sich jetzt rund um die Uhr am Ortsausgang von Stadtallendorf Richtung Erksdorf kaufen.

Fabian Gies, Sönke Glöde und Marc-Christoph Dewner haben auf dem Hof in der Erksdorfer Straße 2 mit ihrer Highland Cattle GbR einen 24-Stunden-7-Tage-Hofladen eingerichtet. Sprich: Die drei Stadtallendorfer haben in einem kleinen Anbau Kühl- und Warenschränke (und einen Kaffeeautomaten) aufgestellt, aus dem sich unterschiedliche Produkte ziehen lassen.

Vornehmlich solche, die es in Supermärkten nicht gibt, sagt Gies und erklärt, dass es sich um ökologische Waren von Direktvermarktern handele, die quasi zu klein sind, ihre Produkte im Großen anzubieten.

Ungewöhnliche Zusammenstellung

So lasse sich auch die ungewöhnliche Zusammenstellung an Getränken und Lebensmitteln erklären: „Wir haben nicht gezielt ausgewählt, sondern geschaut, was sich ergibt“, sagt Gies, verweist darauf, dass das Angebot auch ganz nach Saison unterschiedlich sein werde – und gibt zu, beim Bier dann doch gezielt geplant zu haben:

„Im Sommer kann man aus unseren Automaten alles holen, was man für einen gemütlichen Grillabend braucht: Steak, Würstchen, Grillkohle, Kartoffeln. Und eine Kiste Bier gehört da doch dazu“, erklärt er und fügt lachend hinzu: „Einzelne Flaschen kann man natürlich auch ziehen. Aber meist braucht man ja mehr.“ Bezahlen lässt sich sowohl mit Bargeld als auch auf unterschiedliche Art und Weise bargeldlos.

„Regional, lokal, Heimat“, so lautet das Motto der drei Stadtallendorf, die seit 2013 im Nebenerwerb ihre Highland Cattle Stadtallendorf GbR betreiben und biozertifizierte Fleisch- und Wurstwaren anbieten – die sich derzeit allerdings saisonbedingt nicht in den Automaten befinden. Die Idee sei damals „aus einer Stammtischlaune“ entstanden, erinnert sich Gies. Das Gleiche gelte für den automatisierten Hofladen: Die Corona-Pandemie und das Social Distancing sorgten für die Initialzündung.

Bürgermeister sieht Bereicherung

„Wir sind Mitglied im Verband der Hochlandrinderzüchter und eng vernetzt mit anderen Direkterzeugern aus der Region, aber auch aus anderen Landkreisen“, betont das Trio und fügt hinzu: „Dadurch, dass die Erzeuger im Umfeld ansässig sind (...), entfallen lange Transportwege, was auch die Umweltbilanz der gesamten Lieferketten optimiert.“

„Ein solches Angebot mit Bioprodukten ist eine Bereicherung für die Kommune und ihre Bürger – und sie wird ihre Resonanz finden“, kommentiert Bürgermeister Christian Somogyi, der gemeinsam mit Corinne Diho vom Stadtmarketing die Einweihung besuchte. Dabei zeigte sich, dass es auch schon den Ansatz gibt, Automaten an anderen Standorten aufzustellen. Dafür seien sie offen, sagen die drei Betreiber. Aber erstmal müsse ihr Hofladen laufen, dann könne über mehr nachgedacht werden.

Unterstützung bekommen sie von der Sparkasse Marburg-Biedenkopf, die offizieller Kooperationspartner ist. Zudem erhielten sie eine Förderung aus Leader-Mitteln über die Region Marburger Land. Und der erste Kunde war schon da, bevor der Hofladen überhaupt offiziell eröffnet wurde: Am Abend vor dem großen Tag hatten Gies, Dewner und Glöde die Automaten in Betrieb genommen und ließen sie probehalber weiterlaufen. Nachts um 2.19 Uhr zog sich der erste Kunde eine Leckerei – und ließ sich wahrscheinlich sofort drei erworbene Pfefferbeißer schmecken.

Von Florian Lerchbacher