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Ostkreis Kinder angesprochen? Aufregung im Netz
Landkreis Ostkreis Kinder angesprochen? Aufregung im Netz
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13:49 16.04.2019
Der Spielplatz Piratennest in Stadtallendorf. HIer erhielt ein Mann von der Polizei einen Platzverweis. Quelle: Katharina Kaufmann-Hirsch
Stadtallendorf

Der Anlass: Am Wochenende gab es zum wiederholten Male aufgeregte Meldungen von Bürgern in sozialen Medien. Ein Mann hatte diesen zufolge in der Stadtmitte Stadtallendorfs in einem Markt angeblich Kinder angesprochen. Außerdem gab es bereits länger zurückliegend eine Warnung vor einem Mann, der im Heinz-Lang-Park am Spielplatz Piratennest ebenfalls Kinder angesprochen haben soll.

In letzterem Fall hätten die Eltern genau richtig gehandelt und die Polizei gerufen. Polizisten stellten daraufhin die Identität des Mannes fest und sprachen mit ihm, so Sprecher Martin Ahlich. Gegen den Mann erging ein Platzverweis. „Ganz einfach, weil er an einem Spielplatz nichts zu suchen hat“, so der Polizeisprecher.

Im Fall der Meldungen aus der Stadtmitte hätten die Ermittlungen dazu geführt, dass es möglicherweise eine Verwechslung gegeben habe, so Martin Ahlich. Ein Mann habe demnach einem Mädchen die Baseballkappe abgenommen und dann verdutzt erklärt: „Ach, Du bist es ja gar nicht“. Dann sei er einfach weggegangen. Die Identität dieses Mannes ist unklar. Ob es sich bei beiden Vorgängen um denselben Mann gehandelt hat, steht laut Polizei derzeit überhaupt nicht fest.

Polizei gibt Hinweis für die Eltern

Die Polizei gehe grundsätzlich sämtlichen Hinweisen nach, sagt der Polizeisprecher und bittet darum, zur Vermeidung von Gerüchten, Ängsten und Verunsicherung, nur gesicherte behördliche Informationen im Netz weiterzuverbreiten.

Am Montag, 15. April, versicherte Martin Ahlich abermals, dass die Polizei bei Vorgängen wie am Wochenende in jedem Fall aktiv werde. Sollte es wirklich eine Gefahr geben, werde die Öffentlichkeit umgehend unterrichtet. Aber: „Es gibt in Stadtallendorf keinen Grund zur Besorgnis oder dafür, die Kinder nicht auf die Straße zu lassen“, betont der Polizeisprecher angesichts der besorgten Meldungen in den verschiedenen Facebook-Gruppen. Wer Beobachtungen macht und sich unsicher fühlt, sollte im Zweifel stets die Polizei verständigen, empfiehlt Ahlich.

Gleichwohl: Gänzlich unabhängig von den Berichten in sozialen Netzwerken rät die Polizei generell dazu, mit Kindern darüber zu reden, wie sie reagieren sollten, wenn Fremde sie ansprechen. „Unser Appell richtet sich an Eltern, Lehrer und Erzieher gleichermaßen“, so Ahlich. Dazu gibt es unter anderem vom Landeskriminalamt Hessen Materialien.

von Michael Rinde