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Ostkreis Neuer Look für Niederkleiner Straße?
Landkreis Ostkreis Neuer Look für Niederkleiner Straße?
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10:00 29.06.2022
Kommt der Radweg auf die andere Seite der Bäume – und wie geht es mit den Bäumen an sich weiter? Die Stadtverordneten beschäftigen sich mit einer Umgestaltung der Niederkleiner Straße.
Kommt der Radweg auf die andere Seite der Bäume – und wie geht es mit den Bäumen an sich weiter? Die Stadtverordneten beschäftigen sich mit einer Umgestaltung der Niederkleiner Straße. Quelle: Florian Lerchbacher
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Stadtallendorf

Die Stadt Stadtallendorf möchte die Niederkleiner Straße so umgestalten, dass die Bäume am Rand der Strecke bessere Lebens- beziehungsweise Überlebensmöglichkeiten bekommen. 21 Bäume seien noch vital, 17 allerdings schadhaft – das Wachstum aber insgesamt nicht so, wie es sein sollte, berichtet Bürgermeister Christian Somogyi (SPD) und ergänzt, dass dies an den stark begrenzten Pflanzflächen liege. Ziel sei es, für die Umgestaltung finanzielle Unterstützung über das Bundesprogramm „Anpassung urbaner Räume an den Klimawandel“ zu erhalten und dann gleich auch noch etwas für die Radfahrer zu tun.

Derzeit verläuft der Fahrradweg auf der vielbefahrenen Straße. Somogyis Wunsch wäre es, den Radweg von der Straße weg auf die andere Seite der Bäume zu verlegen, dort vor den Geschäften eine Art Flanier-Boulevard zu schaffen und somit auch einen ersten Teil des für die Stadt erstellten Radwegekonzeptes umzusetzen. Er hält Fördermittel von bis zu 90 Prozent für realistisch.

Doch nicht alle Stadtverordneten teilen diese Meinung: CDU-Fraktionsvorsitzender Klaus Ryborsch brachte einen Änderungsantrag ein, spricht von „Stückwerk“ und regt ein Gesamtkonzept für die Umgestaltung der Niederkleiner Straße an. Er würde eine andere der von der Verwaltung vorlegten Umbauvarianten vorziehen, erklärte er während der Sondersitzung des Parlaments – und zwar eine, in der eher Nachpflanzungen vorgesehen sind und weniger Parkplätze wegfallen.

Stadtverordnete nehmen Thema von der Tagesordnung

Grünen-Fraktionsvorsitzender Michael Goetz kritisierte diese Haltung, lobte gleichzeitig den Ansatz eines Gesamtkonzeptes, sagte aber auch, dass eine „Insellösung“ auch schon etwas bringen würde. FDP-Fraktionsvorsitzender Winand Koch erinnerte an ein „Hauen und Stechen“ bei der Umgestaltung Ende der 80er-/Anfang der 90er-Jahre und stellte heraus, es sei wichtig, auch mit den Eigentümern zu sprechen – weil angesichts teilweise unklarer Eigentumsverhältnisse auch ihr Grund und Boden betroffen sein könnte. SPD-Fraktionsvorsitzender Werner Hesse verwies auf die komplett unterschiedlichen Nutzungsbereiche der Niederkleiner Straße – daher halte er es für schwierig, die Strecke im Ganzen zu entwickeln.

Viele der Stadtverordneten sahen noch erheblichen Beratungsbedarf. Sie möchten über die drei vorgelegten Varianten noch einmal sprechen. In einer Sitzungsunterbrechung entschied der Magistrat daher, das Thema von der Tagesordnung zu nehmen und weiter darüber beraten zu lassen.

Ein ähnliches Schicksal erlitt der Tagesordnungspunkt „Freilufthalle“. Dort erwies sich der Passus „Der Errichtung der Freilufthalle im Bereich Herrenwaldstadion/Festplatz wird zugestimmt“ als Problem. Mit Ausnahme der Sozialdemokraten befürchteten die Stadtverordneten, „überrumpelt“ zu werden und mit einem Beschluss bereits die Entscheidung getroffen zu haben. Bürgermeister Somogyi verwies darauf, dass Sinn des Antrages eigentlich nur sei, Vorarbeiten auf den Weg bringen zu können – also den Baugrund untersuchen und das Areal vermessen zu lassen und dann einen Bauantrag stellen zu können.

Freilufthalle soll 650.000 Euro kosten

Er benötige für eine Entscheidung noch weitaus mehr Infos, als in der Vorlage stehen, monierte FDPler Koch und nannte als Beispiel eventuelle Folgekosten. Reiner Bremer und Susanne Fritsch von der Verwaltung wollten diese Infos geben – durften dies aber erst nach einer Kampfabstimmung tun. Fritsch erklärte, warum eine solche vielseitig nutzbare Halle ohne Wände eine hervorragende Ergänzung der Sportmöglichkeiten sei – insbesondere in Corona-Zeiten. Rund 66 Prozent könne es für das etwa 650 000 Euro teure Projekt an Fördermitteln über das Programm „Sozialer Zusammenhalt“ geben. Die Parlamentarier werden sich über die Details noch einmal in den Ausschüssen austauschen.

Von Florian Lerchbacher

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