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Ostkreis Jetzt ist die Tankstelle wirklich offen
Landkreis Ostkreis Jetzt ist die Tankstelle wirklich offen
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09:57 12.05.2020
Das Team um Muhammed Ögretmen (Dritter von links) erwartet die Gäste der Tankstelle auf dem Autohof. Quelle: Florian Lerchbacher
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Stadtallendorf

Doppelt gemoppelt hält besser: Zum zweiten Mal feierte Hasan Ögretmen am Montagmorgen, 11. Mai, die Einweihung der Tankstelle auf seinem im Bau befindlichen Autohof am Stadtrand von Stadtallendorf – dort, wo eines Tages eine Abfahrt von der Autobahn 49 führen soll.

„Das hat sich halt so ergeben“, kommentierte er die Verzögerung, die er einst sowohl mit Verzögerungen bei Bauarbeiten und Problemen mit dem Pachtverhältnis erklärt hatte.

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Da die Suche nach einem neuen Pächter erfolglos geblieben war, entschied er sich, selber als Betreiber der Tankstelle zu fungieren. Aller Voraussicht aber nur vorläufig: „Wir werden nach einem Pächter suchen, sobald sich die Situation wieder entspannt“, betont der Stadtallendorfer gegenüber der OP und verwies auf die Corona-Krise und die daraus resultierenden Schwierigkeiten.

Überall klagten Tankstellen über Umsatzeinbrüche, gerade auch beim Treibstoffverkauf. Aus den Zapfsäulen im Gewerbegebiet Nordost fließt nun also Kraftstoff. Bürgermeister Christian Somogyi blieb es vorbehalten, als erster auf dem neuen Autohof zu tanken.

Brauerei-Produkte sind bereits erhältlich

Er lobte Ögretmen für seinen Mut, das unternehmerische Risiko zu tragen und eine große Anlage wie die an der Bundesstraße Richtung Neustadt zu errichten. Er überreichte zwei Autohof-Straßenschilder und eine Flasche Sekt.

„Ich verzichte mal darauf, sie zu zerschmettern“, sagte Ögretmen lachend – was auch gut so war, schließlich handelte es sich bei der Tankstellen-Eröffnung zum einen nicht um eine Schiffstaufe, und zum anderen wären Glasscherben auf der Anlage eher kontraproduktiv.

Im zur Tankstelle gehörenden Shop gibt es übrigens bereits Bier aus der Wichtel-Brauerei sowie Flammkuchen – also Produkte eines Unternehmens, das eines Tages auch das Gesicht des Autohofs prägen wird: Unternehmer Peter Täuber aus Süddeutschland richtet dort eine Dependance seines Restaurants „Das Wichtel“ ein, zu dem eine Privatbrauerei gehört. Angeschlossen wird außerdem ein Hotel, das als nächstes Projekt auf dem Zeitplan steht.

Auch Angebot alternativer Kraftstoffe geplant

Ögretmen baut auf dem rund 22.000 Quadratmeter großen Gelände außerdem ein Verwaltungsgebäude für sein Reinigungsunternehmen, in dem auch ein Versicherungsbüro und die VR-Bank Flächen anmieten. Einen Großteil sollen jedoch Parkplätze ausmachen, auf denen die zahlreichen Lastwagen unterkommen, die in der Industriestadt unterwegs sind. Noch in dieser Woche sollen die Tore kommen, die für Ögretmen Voraussetzung sind, dass der Betrieb starten kann.

Die Waschboxen auf dem Areal sollen am 20. Mai in Betrieb gehen. Des Weiteren steht auf dem Plan, dass neben den klassischen Kraftstoffen auch Elektro- und Wasserstoffversorgung angeboten und Teile mit Photovoltaikanlagen ausgestattet werden. Und wenn dann alles fertig ist, ziehe auch McDonald’s auf das Areal, hatte Ögretmen beim Spatenstich vor rund einem Jahr erklärt.

„Hoffentlich geht es auch so weiter“

„Bis hierher war es ein langer Weg, aber wir sind da angekommen, wo wir hinwollten“, sagte Hasan Ögretmens Sohn Muhammed während der Einweihung und blickte nach vorne: „Hoffentlich geht es auch so weiter.“ Jochen Schönleber vom Vorstand der Sparkasse, die dem Investor bei dem Millionenprojekt zur Seite steht, blickte indes kurz zurück:

Vor fünf Jahren hatten die Stadtallendorfer bei dem Kreditunternehmen vorgesprochen und mit Leidenschaft und Engagement zu überzeugen gewusst: „Es sind genau die richtigen Leute am Werk, um ein solches Projekt zu realisieren.“

Von Florian Lerchbacher

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