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Ostkreis Geld fließt vor allem in die Brunnen
Landkreis Ostkreis Geld fließt vor allem in die Brunnen
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07:59 08.07.2020
Dieser Brunnen steht direkt an der geplanten Trasse der A49. Quelle: Michael Rinde
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Stadtallendorf

Das komplexe Thema Wasserversorgung und Bau der A49 hat zahlreiche Facetten. Der Zweckverband Mittelhessische Wasserwerke (ZMW) hatte den Bau der Autobahn immer wieder als eine sehr große Herausforderung für seine Arbeit als Wasserversorger betrachtet.

In der Vergangenheit hatte der Verband die am Ende zum Zuge gekommene Trasse als die problematischste aus seiner Sicht betrachtet. Frühzeitig begann der ZMW, Brunnen auf die Zeit der Bauarbeiten vorzubereiten und Konzepte für eine sichere Versorgung zu entwickeln.

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In der jüngsten Kreistagssitzung war der gesamte Komplex auch Thema einer Anfrage des Abgeordneten Reiner Nau (Bündnis 90/Die Grünen). Ihm ging es um die Frage, was der Zweckverband nun tut, um Risiken zu minimieren, welche Kosten dabei entstehen und auch wer die Kosten am Ende trägt. Der Kreisausschuss holte sich die Fakten für die Antwort auf die kleine Anfrage direkt beim ZMW.

Reiner Nau fürchtet steigenden Wasserpreis

Folgende Investitionen waren oder sind nötig, damit der Zweckverband Problemen vorbauen kann:

Der Verband hat in die Sanierung von drei Brunnen zwischen 800.000 Euro und 1,2 Millionen Euro je Brunnen investiert, um ihr Ausfallrisiko zu reduzieren. Für zwei weitere Brunnenanlagen gibt es Planungen. Wie die OP berichtete, kommt es für den ZMW darauf an, zu verhindern, dass Brunnen während der Autobahn-Bauzeit aus technischen Gründen ausfallen. Denn während der Arbeiten an der A49-Trasse und ihren Bauwerken wie Brücken werden andere Brunnen vorsorglich vom Netz genommen werden müssen. Die Kosten der Brunnensanierungen trägt der Zweckverband allein.

Der Verband hat zusätzlich zehn Unterwasserpumpen für Brunnenanlagen angeschafft, der Stückpreis liegt zwischen 3.000 und 12.000 Euro. Diese Ausgabe finanziert die Projektgesellschaft Deges, die unter anderem für die Bauvorbereitung verantwortlich ist beziehungsweise der private Partner, also die Tochtergesellschaft des Strabag-Konzerns.

ZMW-Brunnen sind in Galerien unterteilt

Aus Sicht des ZMW stehen einige Projekte auf dem „Sanierungsprogramm“, die der Verband auf die Dauer in jedem Falle hätte tätigen müssen. Ein markantes Beispiel ist für Dirk Ficht, Abteilungsleiter Wasserversorgung, die vorsorgliche Neuverlegung der Brunnenleitung in der Gemarkung Niederklein, im Bereich des Förderbrunnens 23.

Die Brunnen des ZMW sind in Galerien unterteilt, also Abschnitte. Die Leitung, die jetzt erneuert wird, liegt im Baufeld der A49 und gilt ohnehin als mittelfristig erneuerungsbedürftig, so der ZMW. Jetzt teilen sich Verband und Deges die Kosten. Sie liegen bei rund 1,8 Millionen Euro, die Bauarbeiten haben begonnen. Der Verband finanziert gut eine Million Euro, den Rest übernimmt Deges.

Millioneninvestitionen müssen trotz der Kostenbeteiligungen von Deges oder Strabag als privater Partner des Bundes am Ende investiert werden. Reiner Nau fürchtet bereits, dass sich das auf den Wasserpreis für den Endverbraucher niederschlagen könnte. Doch der Verband sieht derzeit keine Gefahr für steigende Wasserpreise, heißt es dazu klar aus Gießen auf Nachfrage der OP. „Wir profitieren langfristig von diesen Investitionen“, betont Dirk Ficht.

Von Michael Rinde

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